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Am 12.September 1981 trafen sich "Komputerfrieks" (so die damalige Eigenbezeichnung) zum Tuwat-Kongress. Eine Gruppe von Computer-Bastlern besetzte das taz-Hauptgebäude in Berlin und diskutierte Thesen wie: „Computer sind Spiel-, Werk- und Denkzeug." Dieser Tag gilt als Geburtsdatum für den Chaos Computer Club, auch wenn dieser erst Jahr 1986 ein richtiger Verein wurde.
Datenschleuder
1984 stellte Wau Holland ein einfaches Faltblatt im DIN-A4-Format her. Die 800 Exemplare von der „Datenschleuder" wurden über linke Buchläden in Deutschland verteilt. In ihm stellte Holland den Chaos Computer Club als „eine galaktische Vereinigung ohne feste Strukturen" vor. „Wir stinken an gegen die Angst- und Verdummungspolitik in Bezug auf Computer sowie die Zensurmaßnahmen von internationalen Konzernen, Postmonopolen und Regierungen", wurde als Mission vorgegeben.
Die Mission
Es sollten „verschiedene öffentlich (per Telefon) zugängliche Datenbanken" gegründet werden und Bauanleitungen und Bausätze für „billige und universelle Modems" in Angriff genommen werden. Auch eine „Passwordfabrik" sollte installiert werden, da die Passwörter von Konzernsystemen der abendlichen „Weiterbildung unserer Jugend" dienen.
Verfassungsschutz
Nach einem Bericht im „Spiegel" wollten viele die „Datenschleuder" abonnieren. Auch der Verfassungsschutz interessierte sich für das Blatt, da man es für die Aktion eines gegnerischen Dienstes hielt. In den 1980er-Jahren war in Deutschland alles in der staatlich kontrollierten Telekommunikation verboten. In einigen Bundesländern wurden bei Anmeldung eines Fax-Gerätes die Antragssteller vom Verfassungsschutz überprüft.
Ein Komputerfriek der mit seinem selbst zusammengebauten Rechner ins Internet gehen wollte, begab sich automatisch in die Illegalität.
135.000 DM in einer Nacht
Neben der Datenschleuder bekam der Chaos Computer Club vor allem durch eine gebührenpflichtige Informationsseite im Btx-System öffentliche Aufmerksamkeit. Durch ein Skript wurde im Namen der Hamburger Sparkasse eine Nacht lang diese Seite abgerufen und der Club verdiente 135.000 DM. Das Passwort der Sparkasse wurde nicht erhackt, sondern dem CCC per Post zugeschickt.
Aufstieg zur respektierten Institution
Der Chaos Computer Club hatte sich als Organisation etabliert und stieg von da an zur respektierten Instituiton auf, die heute Bundesminster berät und in parlamentarischen Enquete-Kommissionen sitzt. (soc)
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