Second Life erzielt erstklassige Erträge

  • Artikelbild
    foto: second life

Anders als derzeit reale Märkte blüht die virtuelle Wirtschaft und beschert dem Betreiber Gewinne

Es ist in den vergangenen Jahren still geworden um die virtuelle dreidimensionale Onlinewelt Second Life, deren User ihre Avatare unter Pseudonymen auf Partys oder Firmenkonferenzen schicken und sich imaginäre Villen auf digitalen Inseln bauen. Second Life, 2003 gegründet und eine Zeitlang als Zukunft aller sozialer Netze gehypt, wurde von Facebook in den Schatten gestellt.

Fantasiewelt

Aber weiterhin leben sich zigtausende User in der Fantasiewelt aus, kaufen virtuelles Land, betreiben virtuelle Shops und handeln mit Fantasieware wie Mobiliar oder Mode und Schmuck für ihre Avatare. Dem Betreiber Linden Lab, der als "Währungshüter" richtige Dollar gegen die in der Parallelwelt geltenden Lindendollar konvertiert, bescherte dies in den vergangenen Jahren kontinuierlich gute Erträge.

Das private Unternehmen hält sich bedeckt und erklärt nur, dass seine Erträge in den vergangenen drei Jahren jeweils "über 75 Millionen Dollar" (53 Mio. Euro) lagen und dass sein Geschäft profitabel sei, berichtet das Onlinemagazin Launch. Das erste Quartal 2011 sei sein bisher bestes gewesen. Zwar sei die Zahl der gespielten Stunden (104 Mio. Stunden) leicht rückläufig. Hingegen sei die Zahl der wiederkehrenden Besuche (rund 794.000) sowie das Volumen des Handels auf Second Life gestiegen, heißt es.

Virtueller Sex

Während in der realen Welt Immobilienwerte in den vergangenen Jahren abstürzten, sind sie online weiterhin der größte Umsatzbringer für Second Life, sagt der Betreiber. Verkauft werden auf dem "Second Life Marketplace" in erster Linie Inseln sowie Shops. Aber auch virtueller Sex bringt Kohle: 15 Prozent des Umsatzes stammt daraus.

Dabei ist der Ertrag von Linden Lab nur ein Teil des Geldes, das in der virtuellen Wirtschaft umgesetzt wird: Der Betreiber erhält eine fünfprozentige Kommission auf alle Verkäufe, die am Marketplace getätigt werden. Für Lindendollar, die in US-Dollar getauscht werden (Wechselkurs rund 240 Linden- für einen US-Dollar), kassiert der Betreiber eine zweiprozentige Kommission. Vorsichtig geschätzt bedeuten diese Angaben, dass die Second-Life-Wirtschaft ein Volumen von einigen hundert Millionen Dollar ausmachen muss. Zwar ist die Benutzung von Second Life gratis, Neuankömmlinge erhalten eine Art "Basisausstattung" und können selbst virtuelle Objekte herstellen. Aber die Mehrzahl kauft Ausstattung, die kommerzielle Anbieter liefern. Einige der Entwickler virtueller Güter für Second Life machen ihrerseits Millionenumsätze. Genaue Daten dazu fehlen jedoch. (spu)

Share if you care