Vorarbeiten für den 90-Meter-Holzturm starten

Martin Putschögl
8. August 2011, 15:43

Das Holz-Hybridhochhaus "LifeCycle Tower" der Vorarlberger Rhomberg-Gruppe geht mit dem Bau des Prototypen in die Realisierungsphase

Angekündigt war der "Prototyp" eigentlich schon für das Vorjahr, die Verhandlungen mit den Vorarlberger Behörden haben sich aber länger gestaltet als angenommen. Doch nun ist es soweit: Ab Mitte September wird am 27 Meter hohen Holz-Hybridhochhaus "LifeCycle Tower" (LCT) gebaut, und zwar auf dem Areal "Rhomberg's Fabrik" in Dornbirn. Die Baugenehmigung zu erhalten war nicht einfach, berichtet Christine Mathis, Sprecherin der Cree GmbH, einer zur Realisierung des LifeCycle Towers gegründeten Tochterfirma der Rhomberg Gruppe. Nach zahlreichen umfangreichen Brandversuchen  habe man nun aber doch den Bescheid erhalten.

Der "LCT1" mit acht Stockwerken ist der "Test-Bau" für die geplante Errichtung des 90 Meter hohen "LifeCycle Tower", der 20 Vollgeschoße haben soll und damit das bei weitem höchste Holzhaus der Welt werden könnte. Die höchsten bisher realisierten Holzbauten in Berlin und London erreichen bei neun Geschoßen jeweils eine Höhe von 30 Metern.

Forschung seit 2009

Eine Forschungsgruppe, der außer Rhomberg noch das Architekturbüro Hermann Kaufmann, das Ingenieurbüro Arup, das oberösterreichische Holzbauunternehmen Wiehag sowie die TU Graz angehören, arbeitet seit zweieinhalb Jahren an der Entwicklung eines städtischen Holz-Hochhauses. Ziel ist das Einsparen von Ressourcen sowie von Energie- und Baukosten ohne Verlust von architektonischer Qualität. Gegenüber einem konventionellen Gebäude aus Stahlbeton ließen sich mit einem Holzhybridhaus die CO2-Emissionen laut Berechnungen um etwa 90 Prozent reduzieren.

Im Wesentlichen wird sich der LifeCycle Tower von anderen Projekten dadurch unterscheiden, dass die tragenden Elemente nicht "beplankt" werden, die Holzstruktur also im Inneren nicht verkleidet wird. Dies soll die Vorzüge des Baustoffes Holz im Innenraum "erlebbar" machen und ist gleichzeitig ein wichtiger Teil des Brandschutzkonzepts.

Der "LifeCycle Tower" wird variabel nutzbar sein, da keine tragenden Trennwände eingesetzt werden müssen. Angedacht ist für den LCT1 allerdings vorrangig die Nutzung als Bürogebäude, so die Sprecherin. Im Frühjahr 2012 soll der Prototyp bezugsfertig sein. (red)

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Baut bloß kein Hochhaus aus Holz, ich sags euch!

Das World-Trade-Center hatte auch eine Holzkonstruktion.

Leider war dort der Holzwurm schon drin, weshalb es auch wegen ein paar lokalen Bränden völlig in sich zusammenstürzte.

Architektur für Halbintellektuelle

Ein paar Soziologiestudenten kann man damit schon fangen.

leider steht das ding

künftig genau im endanflug für meine winterlandewiese ;-( bitte landeplatz mit cafe auf dem dach einplanen *g*

sicher tolles raumklima

luft gesättigt mit holz- und brandschutzmittel.

ach,

was sind die Vorarlberger Baufirmen und Architekten doch für Genies. An jedem Eck ein Wunderwerk der Architekturgeschichte, jede gestern noch grüne Wiese ist morgen schon verbaut - Raumplanung? - na GottseiDank gibt´s noch genügend umgewidmete Bauflächen in Händen der Investoren und die finanzieren bzw. leasen sich selbst über die Hintertüre und wenn´s geht holt man sich halt die Mittel aus dem EU-Topf, Hauptsache Innovativ und Spekulativ, nein spektakulär und dann feiert man sich wieder bei einem Event als - Die Besten im Westen.
Holz ist ja so Nachhaltig, besonders als Exportschlager in alle Welt.

"Der "LifeCycle Tower" wird variabel nutzbar sein, da keine tragenden Trennwände eingesetzt werden müssen."

Afaik ist das Standard in praktisch allen (Büro-)Gebäuden bzw. Hochhäusern. Egal ob aus Stahl, Beton, oder hier eben aus Holz.

Es gibt noch kaum Holzhochhäuser, so gesehen gibt es hier auch keine richtigen Standards.

Was jetzt: 27 oder 90 Meter ?????????

Lesen und so.
"Der "LCT1" mit acht Stockwerken ist der "Test-Bau" für die geplante Errichtung des 90 Meter hohen "LifeCycle Tower"

tolles konzept!

Re: werwolfi

Stimmt, die wahren Holzbauer sind bei uns im Westen.
Würde mich interessieren wie mit dem Thema Schall umgegangen wird, sicher spannende Lösungen

Albatros99

überhaupt ist das verständnis für gute architektur in vlbg. bemerkenswert tief in der bevölkerung verankert - ich städte immer wieder über die guten individual- und auch kommunalbauten, an den unerwartetetsten orten oft.
das ist schon ab tirol mehr zum weinen mit der pseudobauernhausarchitektur, von den bausünden im östlichen flachland ganz zu schweigen bis hin zum seewinkelbarock...

Kenne kaum eine Landeshauptstadt, die so häßlich ...

wie Bregenz ist. Im 2. Weltkrieg zerbomt, hat die Architektenlobby völlig unsensibel ihre nichtssagenden Klötze hingestellt.

Beispiele schöner Orte:
Krumau, Salzburg, Dürnstein, Avingnon, Siena und natürlich Prag.

Die heutige Architektenlobby hat dem nichts, gar nichts entgegenzusetzen.

wo sehen sie in vorarlberg eine architekten-lobby?

abgesehen von den großen baufirmen, die mit ihrem firmengeflecht eher an italienische verhältnisse erinnern, und des kaufmann-clans ist der anteil an von architekten errichteter bausubstanz in vorarlberg eher als marginal zu bezeichnen. das klassische einfamilienhaus der vergangenheit wurde eigenhändig errichtet, heute streiten sich bauträger und baukonzerne um 90% der aufträge bzw. "entwickeln" gleich selbst. gerade im baumäßig liberalen vorarlberg, das beinahe jedem erlaubt eine planung hinzuwerfen der nur irgendwie mit der branche zu tun hat, haben die architekten einen schwierigen stand. öffentliche bauten ausgenommen. die extrem hohen errichtungs- und grundstückskosten treiben auch alle hin zu den bauträgern.

Nehmen Sie das nicht ernst, ...

... der Herr L. ist ein bekannter Architekturtroll, seine Lieblingsworte sind "Architekten-Lobby", "Gründerzeit" und "Bewahrung gewachsener Ensembles".
In jedem Artikel, der auch nur ansatzweise etwas mit Architektur zu tun hat, schimpft er herum und verlangt in ignoranter Art eine Wiedereinführung der Architektur der Gründerzeit, weil die ja soooo toll ist.
Doch auf die Frage, wieso er ausgerechnet nur die Architektur um Jahrhunderte zurückentwickeln will (zur Anlockung von Touristen, als Beispiel nennt er hier immer Kitsch-Städte wie zB Prag; der Riesenradvorplatz gefällt ihm vermutlich auch), und wieso nicht etwa die Mode, Medizinischen Versorgung, (Tele)kommunikation usw, hat er noch nie eine Antwort gefunden!

aah, daher weht der wind.

Nein Herr L., wir bauen heutzutage gottseidank keine Gründerzeithäuser mehr!!!

na ja, bausünden nach dem 2.WK gabs überhaupt zuhauf.
Salzburg hatte weniger bombenschäden, Prag gar keine, ist also nicht so ein kunststück ;o)

ich sprach aber vom heutigen verständnis, würde Bregenz jetzt neu gebaut, wäre das ganz anders.
v.a. aber die neuen einzelhäuser in der landschaft sind so bemerkenswert, und kleine bauerngemeinden lassen extrem mutige, großartige projekte zu (zb.in Sonntagberg, ein kleines kaff im Walsertal, das gemeindezentrum, hammer, optisch wie bauphysikalisch!)

...sind sie sicher, dass das anders wäre? Schaun´sie sich die Projekte der "Bauentwickler" an. Die Baumafia verteilt die letzten Stücke vom Kuchen im schwarz/blauen alemannischen Selbstbedienungsladen.

ich kann nur von der puren anschauung sagen, dass sowohl private als auch öffentliche bauten dort eine wesentlich höhere qualität haben (architektonisch wie baulich, und das geht natürlich hand in hand) als im übrigen österreich.
von den politischen gegebenheiten und baulobbys dort habe ich keine ahnung.

Sonntagberg

mit Verlaub, diesen Ort finden Sie nicht im Großen Walsertal. Neue Gemeindezentren finden sich in Thüringerberg, St. Gerold, Blons und allenfalls in Raggal. In Sonntag ist maximal das Haus "Walserstolz", die neu errichtete Sennerei architektonisch auffällig.
mfg

sorry - hab Sonntag und Thüringerberg zusammengeschmissen ;o) mein namensgedächtnis...
und wenn ichs mir auf der karte anschaue, müsst es Raggal gewesen sein, nicht eines der beiden obigen, ist paar jahre her.

wenn ich mir die qualität von neuen bauten in V und in W anschaue, ist das ein enormer qualitätsunterschied. man könnte das was in W oft gebaut wird, in V so gar nicht verkaufen. das ist nun mal so. andere erwartungshaltung anscheinend.

es ist nicht so sehr W, da gibts auch gute sachen.
das schlimme sind die hypertrophen pseudoalmhütten in T und S und die katastrophalen baumeisterschachteln in NÖ und BGLD, mit säulchen vor dem eingang *schauder*
nicht umsonst gibt es im BGLD den begriff “seewinkelbarock “ ;o)

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