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Therapeutisches Klettern wird unter anderem für die Behandlung von Patienten mit Phobien, Ängsten, chronischer Überlastung oder mit depressiven Erkrankungen eingesetzt.

Der Salzburger Psychotherapeut Alexis Zajetz ist Mitbegründer des Insituts für Therapeutisches Klettern in Thalgau.
Wer an einem dünnen Seil zehn Meter über dem Boden hängt, bekommt es naturgemäß mit der Angst zu tun. Mit genau diesen Emotionen arbeiten Psychotherapeuten, die Klettern als Therapie anbieten. Aber nicht nur die Angst vor der Höhe, auch jede andere Form von Angst oder Phobie kann auf diese Weise behandelt werden. "Obwohl Ängste und Phobien sehr verschieden erscheinen, verbindet sie eine Art Grunddisposition bei einer Person", erklärt Alexis Zajetz, Psychotherapeut in Salzburg.
Diese Grunddisposition äußert sich auch beim Klettern, die erlebte Situation wird in der Therapie auf das wahre Leben umgemünzt. "Bei Phobien geht es darum, dass sich jener Persönlichkeitsanteil, der in Momenten der Angst zur Selbstberuhigung dient, nicht entwickeln kann. Durch die therapeutische Interaktion kann er nachreifen", erläutert der Mitbegründer des Instituts für therapeutisches Klettern in Thalgau.
"Beim Klettern passiert viel"
Beim Klettern geht es neben Angst auch um Vertrauen, die Leistungsanforderungen an sich selbst, die Wichtigkeit des Sicherungspartners. Auch darum, Grenzen zu überwinden und zu akzeptieren. "Ich denke, Therapeuten setzen das Klettern deshalb in ihrer Arbeit ein, weil sie selbst merken, dass dabei sehr viel passiert", sagt Zajetz. Geklettert wird zumeist in Kletterhallen, die Wände sind bis zu 17 Meter hoch. Das Klettern in Absprunghöhe nennt man Bouldern. Es ist besonders für Gruppen geeignet, unter anderem weil es das Gemeinschaftsgefühl fördert.
Klettertherapie muss zum Patienten passen
In welchen Fällen ist therapeutisches Klettern geeignet? "Prinzipiell für viele Eventualitäten", so Zajetz, es müsse aber auch zum jeweiligen Patienten passen. Er selbst setzt das Medium Klettern bisher vor allem in der Behandlung von chronisch Überforderten, Depressiven oder Patienten mit Angsterkrankungen, und hier vor allem Höhenphobien, ein. Voraussetzungen bedarf es keiner. Das einzige Kriterium ist, dass der Patient etwas mit Bewegung und Sport anfangen kann. Bei depressiven Menschen steht der sportliche Aspekt der Antriebssteigerung im Vordergund. Oder die zu bearbeitenden Themen passen sehr gut zu dem, was sich physisch beim Klettern abspielt.
Herausforderungen sind gut dosierbar
Einer der Vorteile am Klettern sei, dass man die Herausforderung dabei sehr gut dosieren könne. "Es gibt kaum eine Sportart, die so leicht ist aber auch so schwierig sein kann wie das Klettern - je nachdem, was ich tue." Diese Tatsache mache das Klettern grundsätzlich für sehr viele Menschen tauglich. "Außerdem handelt es sich um eine Bewegungsform, die für den Menschen gut geeignet ist. Wir sind ja von unserem Bewegungsapparat her exakt dafür ausgerichtet, jedem ist die Bewegung klar."
Gezielte Interaktion
Der Unterschied zwischen Sportklettern und Klettern als Therapieform liegt vor allem in zwei Dingen: Erstens steht in der Behandlung der Faktor Sicherheit an erster Stelle, sportliche Ziele sind zweitrangig. Es kann durchaus zielführend sein, dass sich der Patient einfach einmal in die Wand "setzt" und nicht weiterklettert. Eine Überforderung, im Sport nichts seltenes, sollte auf keinen Fall eintreten. Zweitens steht beim therapeutischen Klettern die gezielte Interaktion zwischen dem Therapeuten und dem Klienten im Vordergrund. Dialoge werden bewusst gestaltet. "Das Spannende dabei ist: Im Unterschied zur sitzenden Therapieform habe ich das Handeln und Spüren viel stärker dabei", sagt Zajetz.
Neuer Erlebnisraum
Bevor es in die Kletterwand geht, werden drei bis vier Therapieeinheiten absolviert, um den Patienten kennenzulernen und zu diagnostizieren. Schon die Einführung ins Klettern kann für therapeutische Zwecke verwendet werden: Wie geht jemand an etwas Neues heran? Wie schnell kommt jemandem die Idee, dass er versagen könnte? "Schon bevor der Fuß an die Wand gesetzt wird, passieren sehr viele Dinge, die man therapeutisch nutzen kann", so Zajetz. In der Folge wird eruiert, warum genau das Klettern für den Patienten sinnvoll sein könnte. "Bei manchen ist es der simple Grund, dass sie nichts haben, das ihnen im Leben Freude bereitet."
Letztendlich gehe es darum, einen neuen Erlebnisraum zu öffnen und Wachstum zu ermöglichen. "Es kann sein, dass man dabei von festgesetzten Zielen abkommt, sich dafür aber etwas anderes entwickelt." (Maria Kapeller, derStandard.at)
Therapieklettern in Wien:
www.psychologie-wallner.com
www.psychotherapie-kowald.at/wien
Therapieklettern in Salzburg: www.therapieklettern.com
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Ohne dem Therapeuten nahe treten zu wollen, aber ob es einem Depressiven nutzt, wenn er zehn Meter über dem Boden hängt und von jemanden "gesichert" wird, den er nicht kennt, sei dahin gestellt.
Wenn jemand emotional am Boden liegt, kann er sich viel einfacher und stressfreier durch Bergwandern verlorene Gefühle zurückholen. Klettern ist per se eine Überforderung des Menschen, weil er nicht als Kletterer ausgestattet ist, sondern als aufrechter Geher.
Denen darf man schon nahe treten, weil jeder Unsinn ist mittlerweile gut genug, um Leute mit Problemen finanziell auszunehmen.
Sie müssen das so sehen: Das ist jetzt "in", Ängste und Depressionen wegzuklettern.
Wobei Angst als Krankheit sowieso ein Schwachsinn ist - wenn, dann reden wir hier von Streß. Und Depressionen werden erst durch die vom Therapeuten verordnete Zwangsgrübelei so richtig ausgebaut.
Ich habe erlebt, wie enorm positiv sich Klettern auf traumatisierte Jugendliche Flüchtlinge auswirkt, die noch nicht gut deutsch können. Da können sie mit ihrer Angst fertig werden, vergessen einmal alles andere, weil sie sich auf das Klettern konzentrieren müssen und gewinnen enorm an Selbstbewusstsein.
Es ist nicht gerade eine preisgünstige Methode, aber sehr effektiv, wenn es passt.
Es muss nicht immer gleich teures therapeutisches klettern sein um € 70,- und mehr. Es reicht schon bei vielen, die sich noch so weit unter Kontrolle haben, sie an den Sport heran zu führen.
Mitgliedschaft beim Alpenverein, ab in die Boulderhalle und pfeift schon.
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