Papa-Monat: Väter in die Pflicht nehmen

Kommentar

Es ist immer noch der Regelfall, dass der männliche Mitarbeiter im Betrieb voll verfügbar bleibt

Das stärkste Argument für die Einführung eines Papa-Monats für alle jungen Väter lieferte Christoph Neumayer, der Generalsekretär der Industriellenvereinigung: "Für Unternehmen ist es nie leicht, wenn ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für längere Zeit ausfallen. Die Firmen müssen dabei mit organisatorischen und finanziellen Mehrbelastungen rechnen." So ist es. Und genau deshalb muss man ihnen diese Belastungen aufzwingen - auch wenn der IV-General sich das Gegenteil wünscht. Denn Neumayers Argument reflektiert jene verdeckte Diskriminierung, der Eltern derzeit ausgesetzt sind.

Wenn eine Mitarbeiterin Mutter wird, dann wünscht ihr der Chef viel Glück - aber er macht sich natürlich Sorgen, wie er mit dem Ausfall der Mitarbeiterin in seinem Betrieb zurechtkommt. Wenn dagegen ein Mann Vater wird, dann gratuliert der Chef ihm - und sich selbst: Denn es ist immer noch der Regelfall, dass der männliche Mitarbeiter im Betrieb voll verfügbar bleibt.

Umgekehrt: Wer das Recht in Anspruch nimmt, die Karenz mit seiner Partnerin zu teilen, stellt eine Belastung für den Betrieb dar. Dafür darf zwar niemand diskriminiert werden, aber das ist graue Theorie. In Personalbüros werden jene, die Kinder kriegen könnten, mit Vorsicht und heimlichem Argwohn betrachtet. Das sind derzeit eben (fast) nur die Frauen. Ein verpflichtender Papa-Monat würde das Risiko auf beide Geschlechter gleich verteilen. (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 26.7.2011)

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Was geht es Herrn Seidl oder sonstwen an wie meine Frau und ich unsere Familienplanung machen wollen?

ganz im gegenteil, es geht nicht um weniger, sondern um mehr freiheit. nämlich darum, diese möglichkeit zuzulassen, ohne daß dadurch für den betroffenen finanzielle einbußen entstehen.

Ich dachte, ...

... die Rede war von einer verpflichtenden Karenzzeit, und nicht nur von einer Möglichkeit.

Zitat 'Ein verpflichtender Papa-Monat würde das Risiko auf beide Geschlechter gleich verteilen.'

Naja, bei insgesamt zB 30 Monaten Karenz/Kindergeldbezug verschiebt der eine Monat das Ungleichgewicht beim Risiko höchstens ein bisschen. Um dieses gleich zu verteilen, müsste schon ein (verpflichtendes) (Annähernd-)Halbe-Halbe bei der Karenz eingeführt werden – was allerdings mE als staatliche Einmischung in die Privatangelegenheiten von Paaren abzulehnen ist. (Hab btw auch schon von Fällen gehört, in denen der Mann auch in Karenz gehen wollte, dies aber am strikten Widerstand der Frau gescheitert ist.)

ein monat ist immerhin ein anfang

oft geht's ja auch nur mal darum, eine idee zu bekommen, wie das denn nun so ist, mit dem baby.

es wuerden mehr maenner karenz gehen....

...wenn es nicht zu so extremen finanziellen einbußen kommen wuerd.
die 12+2 gehaltsabhaengig sind ein witz, weil man fuer danach einen kinderbetreuungsplatz braucht, vor allem wenn keine grosseltern in der naehe sind.

wir machen 20+4, ende oktober starten meine 4 papamonate. ich mache es weil ich diese zeit mit meiner tochter nie mehr im leben wiederbekomme. auf dem konto verbuche ich dabei mit meiner lebensgefaehrtin zusammen rund 5000euro minus...
einkommensabhaengig sind die ersten 14 monate super, nur wenn man dann 300-500 euro monatlich fuer einen grippen platz bzw ganztags betreuung zahlen muss, schauts extrem duester aus, aber das hat man beim revolutionaeren vorstoss nicht an die grosse glocke gehaengt

Wir machen 12+2 und sparen die Hälfte des Geldes fürs 2.Lebensjahr, das ist in Summe die günstigste Lösung. Hoffe, Sie haben sich das gut durchgerechnet.

ad durchgerechnet...

...in erster linie gehts uns hier nicht ums geld.
2 monate ist mir zu kurz, zum anderen moechten wir unser kind erst mit ca. 2 jahren in den kindergarten geben.
bei 12+2 und meine lebensgefaehrtin bleibt im 2. lebensjahr noch unbezahlt zu hause, bedeutet, dass sie ihren job verliert. wiedereinstieg in den beruf ohne den job fix zu haben is ungemein schwieriger, speziell weil man mit einem neuen arbeitgeber keine elternteilzeit oder flexible arbeitszeiten regeln kann, weil man einfach gleich gar nicht eingestellt wird.

die zeit mit unserem kind verbringen zu koennen ist unbezahlbar, nur leisten muss man es sich koennen und wollen

Warum sollte die Lebensgefährtin ihren Job verlieren, wenn sie bei 12+2 noch länger daheimbleibt? Und im Gegensatz dazu bei 20+4 nicht - da würde sie ja auch 20 Monate daheimbleiben?

Die Karenz und der damit verbundene Kündigungsschutz sind unabhängig von der KBG-Variante immer 2 Jahre.

Ich glaube, Ihr verzichtet sinnloserweise auf einiges Geld, schaut Euch das noch einmal an. Schon klar, daß es nicht nur ums Geld geht - uns ja auch nicht, aber man kann sich schon das Günstigste heraussuchen und gerade deswegen länger beim Kind daheimbleiben.

Ach, ich seh gerade, die Entscheidung ist eh schon lange gefallen - aber fürs nächte Kind dann vielleicht.

mach ich auch

kommt immer noch das meiste dabei heraus.

Ich frage mich, ...

... wer und aus welchem Grund bei diesem Post einen roten Strich vergeben konnte.

Rechenfehler entdeckt? Wohl kaum. Eher ein unbestimmtes Magengefühl... oder?

in Schweden

ists erwünscht, weil die papas mit mehr Energie aus der Karenz zurückkommen.

Sie Ahnungsloser!

Aus der Karenz kommen sie sicher nicht mit mehr Energie, außer sie gehören zu den 0,01%, deren Baby durchschläft und tagsüber brav sitzt und schaut.
Normalerweise sind Kinder aber ein Ganztagsjob und damit meine ich alle 24 Stunden des Tages.

Falsch! Der Ahnungslose sind Sie!

Hier in Schweden ist es schon so - die Männer gehen hier gern in Karenz, vom Arbeitgeber her wuerde es NIE Widerstand geben, weil die Papas tatsächlich mit neuer Energie zurueckkommen und es schlicht selbstverständlich ist, dass die Väter Verantwortung uebernehmen. Es ist nämlich so, dass die meisten Papas erst nach dem 1. Lebensjahr in Karenz gehen (bis dahin war ja die Mutter zu Hause) und da ist es mit dem Kind schon leichter.

Ausserdem (und das glauben Sie mir jetzt vielleicht gar nicht): Kinder können einem auch Energie GEBEN!

Erzählen sie mir da keine Gschichterl.

Ich war in Karenz, ich weiß, wovon ich rede.

Scheiss auf die Firma ...

... die zeit in der Karenz mit meinem Sohn kann mir durch nichts auch nur annähernd ersetzt werden.

Die einzige Möglichkeit, dies wirklich in die Tat umzusetzen ist, den "Papa-Monat" ins AZG aufzunehmen und es dadurch zur Pflicht zu machen. Auf freiwilliger Basis funktioniert das nicht.

Ein Monat mehr bezahlten Urlaub? Toll. Die Karriere wird ein Monat nicht hemmen und 2 Monate Urlaub im Jahr sind eh gerecht.

karenz ist urlaub?

aber derzeit leider nur für die Beamten :-(

wo sich die Lage dann auch umdreht;
11 Monate nix tun, aber im Papamonat fleißig

Sie haben das mit dem Papamonat offensichtlich verstanden!

Beamter oder?

Ganz im Gegenteil, 2 Monate Urlaub wären eine ideale Welt, nach Abzug meiner "Überstunden" (bin Freiberufler) hatte ich im letzten Jahr gar keinen Urlaub (umgerechnet auf eine 40h Woche). Wenn ich noch meinen "Urlaub" für Fortbildung abziehe, bin ich mindestens 3 Wochen im Minus. Nein, von einem Beamten bin ich so weit weg, wie diese von harter Arbeit. Die 2 Monate bezahlter Urlaub waren nur ein Traum.

kurios

wusste gar nicht, dass frauen in karenz gehen müssen. eltern dürfen, sie müssen aber nicht, egal welches geschlecht sie haben

Genau. Werfen, kind an die milchmaschine anhängen und 7h in derselben windel liegen lassen und geht schon.

Eckelhaft und ignorant, dieser Beitrag!

Kaum irgendwo auf der Welt ist die Karenzzeit so abartig lang wie in Österreich, und dennoch werden die Kinder in diesen Ländern nicht an die Milchmaschine angehängt und 7h in derselben Windel liegen gelassen.

BTW, ich merke nicht, dass Österreicher, die in ihrer Kindheit eine Deiner Meinung nach oh-so-viel-bessere-da-von-der-Mutter-geleistete Betreuung genießen durften, von dieser den anderen gegenüber profitiert hätten. Eher im Gegenteil. So viele Raunzer, Pessimisten und Schwarzmaler wie hierzulande gibt es wohl sonst kaum irgendwo. Vielleicht ist es gar SCHLECHT, die Kinder so lange ihren Müttern auszuliefern? :-)

womit wir wieder beim leidigen thema der

nicht annähernd ausreichenden kinderbetreuungsmöglichkeiten in österreich wären...

sind die herren, die nicht bevormundet werden wollen ident mit jenen, die frauen, die kinder in die krippe geben vorwerfen, schlechte mütter zu sein? lass ma uns doch aussterben! wär eh besser für den planeten ;-)

Nein, sind sie nicht.

Komische Frage.

Ich verweise auf den Artikel "Männer im Zeugungsstreik"

Subtitel: "Kinderwunsch der Männer nimmt in Österreich signifikant ab"

und möchte mich dagegen verwehren, daß Politiker, die glauben jeden Furz vorschreiben und sich bis ins Ehebett hinein einmischen zu müssen, um ihrer jämmerlichen Existenz einen angeblichen Sinn zu geben, für diese Unverschämtheit auch noch aus Steuergeldern bezahlt werden

Erst wenn der letzte Pimpf mit Helm und Knieschützern auf den Schulweg geht, wenn in jedem Haushalt ein Staubsauger steht der mitprotokolliert ob ihn Manderl oder Weiberl bedient haben, wenn Senioren beim Nutzen der Öffis eine Manweißjaniewindel tragen müssen, dann wertet ihr feststellen, daß man die Shixe im Gehirn der faschistischen Menschenregulierungswut nicht essen kann.

Amen.

daß Politiker, die glauben jeden Furz vorschreiben und sich bis ins Ehebett hinein einmischen zu müssen,

wenns dann um besuchszeiten und unterhalt geht, soll sich die politk aber schon möglichst einmischen.

nur die rechte wollen, aber keine pflichten - kennen wir hier im forum zu genüge.

wusste garnicht das väter das RECHT haben unterhalt zu zahlen und das RECHT haben die kinder zu sehen wann sie wollen

?

Im von Ihnen angesprochenen beispiel haben die Vaeter die Pflichte ja bereits, aber keine Rechte. Jetzt dies dafuer zu verwenden, zu meinen es sei abwegig ein Recht zu wollen ohne Pflichten... naja, jeder wie er es glaubt...

das problem ist in sachen unterhalt eher, dass die politik sich schon viel zu viel (einseitig) eingebracht hat.

Haben Sie wirklich so viel Angst, dass wenn Ihr offensichtlicher Schwanzbonus

Bezüglich Karenz wegfällt, dass Sie dann keinen Job mehr bekommen, weil Sie befürchten, den Frauen in Wirklichkeit nicht das Wasser reichen können?

Penisneid?

Jetzt wird einiges klarer...

Im Ernst, was hat diese Deine Antwort mit dem ursprünglichen Beitrag zu tun?

albern

äh - wie bitte?

jetzt brauchen

wir auch noch ausreichend Vaeter die gingen

Und nicht vergessen die Mütter, ...

... die das zulassen würden.

ja,

die auch

"In Personalbüros werden jene, die Kinder kriegen könnten, mit Vorsicht und heimlichem Argwohn betrachtet. Das sind derzeit eben (fast) nur die Frauen."

Bitte berichten Sie mehr über die kleine Minderheit der Männer, die Kinder bekommen könnten! Und wie darf ich das "derzeit" interpretieren?

schon mal überlegt, dass personalwesen und administration klassische "frauenberufe" sind ?

wusste gar nicht, dass frauen zwitter wären... lernt man immer wieder was neues hier im forum ^^

Bierpapst
38
26.7.2011, 00:32

Kinder kriegen derzeit typischerweise Paare aus Frauen und Männern - wahrgenommen wird aber nur, dass die Frau das Kind bekommt. Sie trägt dafür (und alle Folgen) das volle Risiko, der Mann gar keines

Gar keines?

Ja, ausser dem finanziellen. Die Ernährung der Familie hängt IMMER NOCH zu einem überwiegenden Teil am Mann.

Nein, das finde ich NICHT gut, aber so ist es nun mal.

die frau kriegt das kind,

der mann wird vater ;O)

Wie war das nochmal mit dem Recht auf den eigenen Bauch? Aber keine Angst, der Vater darf eh zahlen...

Die Argumentation klingt irgendwo einleuchtend, auch wenn es ein bisschen was von Bevormundung hat.

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