Homepage der "GIS" von Anonymous gehackt

  •  Geflügeltes Pony statt Infos über Gebühren

    Geflügeltes Pony statt Infos über Gebühren

Aktivisten erbeuteten 211.695 Datensätze, samt Kontodaten - Verfassungsschutz ermittelt

Anonymous hat wieder zugeschlagen. Am Freitag wurde die Webseite der "Gebühren Info Service GmbH" (GIS) von den Hackern übernommen. Besucher von www.orf-gis.at bekamen eine von Anonymous gestaltete Website zu sehen. Via Twitter informierte Anonymous über diese Aktion. Die ORF-Tochter GIS ist unter anderem für die Einhebung der ORF-Gebühren zuständig.

Vor- und Nachnamen, Geburtsdaten und Kontodaten

In einem anonymen Email berichten die Internethacker, dass sie nicht nur die Website gehackt, sondern auch ein komplettes Backup der GIS-Datenbank erstellt hätten, inklusive aller Vor- und Nachnamen, Geburtsdaten und Kontodaten. Das schloss Herbert Denk von der GIS dezitiert aus, "da Website und Datenbank auf verschiedenen Servern liegen". 

Kontakte

Von den Hackern seien jene Personen veröffentlicht worden, die über die Homepage mit der GIS in Kontakt getreten seien, so Denk. Von diesen - jährlich rund 20.000 Rundfunkteilnehmern - seien wiederum nur jene Daten publik gemacht worden, die von Mitarbeitern aus Polizei und Innenministerium stammten. Die Daten der rund 3,5 Millionen übrigen Kunden würden auf einem anderen Server liegen und Denk "kann ausschließen, dass diese ganze Datenbank gespeichert wurde".

Anonymous teilte via Twitter mit,  dass man insgesamt "211,695 Datensätze (davon 95,954 mit Kontodaten)" erbeutet habe. Gegenüber dem WebStandard bestätigte Herbert Den, dass die Daten nicht verschlüsselt waren.

Seite gesperrt

Bei der GIS zeigte man sich über den Angriff prinzipiell verärgert. Man will angesichts des entstandenen Kosten- und Arbeitsaufwandes und vor allem angesichts der Veröffentlichung von sensiblen Daten rechtliche Schritte einleiten. Die GIS-Seite wurde unterdessen gesperrt. Wie lange die Wiederherstellung dauert, war noch nicht abzusehen.

Aktionen

In den vergangenen Wochen sorgten die Aktionen von Anonymous für zahlreiche Schlagzeilen in Österreich. So wurden die Webauftritte der FPÖ und SPÖ gekapert. Im Innenministerium ermittelt das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), wie BMI-Sprecher Rudolf Gollia mitteilte.(APA/red)

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