Zara beobachtet Anstieg von Rassismus im Internet und gegen Kopftuchträgerinnen

Julia Schilly
21. März 2011, 13:12
  • Der Zara Rassismus Report 2010 zum Downloaden.

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  • Der Wiener Wahlkampf im Vorjahr habe weiter rassistische Vorurteile geschürt, beobachten Vertreter der Antirassismus-Initiative Zara.
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    Der Wiener Wahlkampf im Vorjahr habe weiter rassistische Vorurteile geschürt, beobachten Vertreter der Antirassismus-Initiative Zara.

Zudem entziehen sich rassistische Äußerungen und Hetze im Internet bislang fast jeglicher Kontrolle

Rassismus gegen Frauen mit Kopftuch nimmt zu. Das ist die Conclusio aus dem "Rassismus-Report 2010", den die Initiative "Zara" am Internationalen Tag gegen Rassismus vorstellte. 745 rassistische Vorfälle dokumentierte Zara im Vorjahr, das sind rund 50 weniger als 2009. "Der Report ist keine systematische Beobachtung, sondern nur die Spitze des Eisbergs. Doch davon lassen sich Tendenzen ableiten", sagte Sprecherin Claudia Schäfer. Zwei weitere Aspekte seien verstärkt zu beobachten: Rassistische Angriffe auf Kinder aus bikulturellen Beziehungen würden zunehmen, außerdem unterliege die zügellose Verbreitung von Hass und Hetze im Internet kaum Kontrollen.

Kopftuch am Arbeitsplatz unerwünscht

Muslimische Frauen, die sich dazu entscheiden aus religiösen Gründen ein Kopftuch zu tragen, wurden im Alltag vermehrt rassistisch beschimpft. Auch im Berufsleben führte dieses sichtbare Zeichen der Religionszugehörigkeit wiederholt zu Diskriminierungen. Es seien häufiger als bisher Fälle gemeldet worden, in denen Frauen mit Kopftuch am Arbeitsmarkt abgelehnt wurden. ArbeitgeberInnen würden oft negativen Reaktionen von KundInnen und MitarbeiterInnen vorbeugen wollen. Zara-Geschäftsführerin Barbara Liegl und Wolfgang Zimmer, Leiter der Beratungsstelle, erkennen zudem einen Zusammenhang mit der gezielten Politik gegen Muslime, die im Wien-Wahlkampf betrieben wurde.

Zimmer berichtete jedoch auch von einzelnen Erfolgen: So sei eine Muslimin zu einer Kündigung überredet worden, als sie sich entschloss, das Kopftuch auch an ihrem Arbeitsplatz zu tragen. Nach einem Gespräch wurde die Kündigung rückgängig gemacht und die Frau arbeitet wieder an der Kassa im Supermarkt - ohne Probleme mit ihrem Chef. "Da hat es eine Intervention gebraucht, damit klar ist, dass diese Art von Kündigung verboten ist", sagte Zimmer.

Rassistische Hetze im Internet

Die Hemmschwelle für offenen Rassismus gehe vor allem im Internet zurück, stellt Zara fest. Blogs, unmoderierte Foren und Postings in sozialen Netzwerken würden oft nicht nur rassistische Botschaften beinhalten, sondern auch Einschüchterungen und offene Drohungen, meldet Zara. Opfer der Beschimpfungen seien vor allem MuslimInnen, Juden und Jüdinnen und SchwarzafrikanerInnen. Diese Meldungen bleiben unkommentiert im Internet stehen, werden verlinkt und multiplizieren sich in einem bisher ungewohntem Ausmaß. "Dieser halbprivate Meinungsaustausch entzieht sich, bis auf wenige Ausnahmen, jeglicher Kontrolle", berichtet Claudia Schäfer. Daher sei ein Monitoring-System und eine benutzerfreundliche Meldestelle notwendig.

Lokalverbote auf Grund der Hautfarbe

Ein Dauerbrenner ist die Verweigerung des Einlasses in Lokale. Besonders Schwarze sind davon betroffen. Im vergangenen Jahr konnten hier Klagen in erster und zweiter Instanz gewonnen werden. Das kostete die LokalbesitzerInnen zwischen 720 und 1500 Euro pro Verweigerung des Einlasses. "Leider können wir in einigen Fällen keine Einsicht beobachten. Ein Wiener Pub hatte schon zwei Verfahren, verweigert aber bis heute die Zahlung des Schadenersatzes", sagt Zimmer. Auch österreichische PartnerInnen werden "mit"-diskriminiert und haben rechtlich Anspruch auf Schadenersatz, informiert der Leiter der Zara-Beratungsstelle weiter.

Im Zara-Report wird von Lokalen berichtet, die zum Beispiel nur an einem Wochentag Schwarzen den Zugang gewähren oder wo unter Hinweis auf eine bereits erfüllte "Ausländerquote" der Einlass verweigert wird.

Ethnic Profiling durch die Polizei

"Auch die im Jahr 2010 gemeldeten Polizeifälle zeigen, dass unbegründete Anhaltungen und Durchsuchungen von Personen allein aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ohne konkrete Verdachtsmomente durchgeführt werden", kritisierte Barbara Liegl. Diese Vorgehensweise ist rechtswidrig und wirke sich zudem negativ auf das Vertrauen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aus, sagte die Zara-Geschäftsführerin. Letztendlich werde Polizeiarbeit dadurch auch ineffizient.

Eine Chance, dieses Problem gezielt anzugehen, sei das Projekt "Polizei.Macht.Menschen.Rechte" des Innenministeriums. Darin werden die Stop- und Searchpraktiken der Polizei einer systematischen Analyse unterzogen und die Kommunikation mit verschiedenen Teilen der Gesellschaft intensiviert.

Niki Lauda fällt unangenehm auf

Auch Niki Lauda fiel im Rahmen des Zara-Reports wegen abwertender Äußerungen auf. Für den deutschen Privatsender RTL kommentierte er das Duell zwischen dem späteren Weltmeister Sebastian Vettel und dem polnischen Fahrer Robert Kubica mit den Worten: "Sebastian gegen den Polaken." (Julia Schilly, derStandard.at, 21. März 2011)

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Wir brauchen im Abendland auch kein Kopftuch!

Das iPhone auch nicht. Aber ich bespuck trotzdem keine Leute, die eins haben.

@niki lauda:

er haette eben sagen sollen: der piefke gegen den polaken. :) dann waer's eine gleichberechtigende aussage gewesen...

anmerkung: ich habe absolut nix gegen deutsche oer polen...oder sonstwelche andere nationalitaeten...

gegen kopftuchträgerinnen kann man nicht RASSISTISCH agieren ..sondern höchstens DISKRIMINIEREND.

Mein Mamutschkerl Jahrgang 1933 traegt auch ..

.. hin und wieder Kopftuch und ist Christin.

und wer schreibt Ihr das vor?

wohl kaum ... :o(

Das ist aus der Sicht von Zara ganz bestimmt einfach ein verständlicher und ganz anderer Konflikt der irgendwie zu uns getragen wird und nichts mit Rascismus zu tun hat.

Abchnitt 19, Seite 20.
Da ist schon recht Ähnliches enthalten.
Mich hat eher enttäuscht, dass der Innsbrucker Vorfall hierorts nicht vorkam (mW).

So pessimistisch wäre ich da nicht unbedingt. Diverse "antizi0nistische" Ereignisse haben sie in den letzten Bericht schon aufgenommen, wenn auch in sehr gedrängter und eher vager Form.

ja eh, da haben Sie schon recht. Aber ein ganz klein wenig unter "ferner liefen" läuft es schon.

Das ist wirklich nicht zu bestreiten, nein.

kt und burkaverbot im öffentlichen raum...

daStandard.at Buchrezension

http://dastandard.at/129782165... rschleiern

Ein Stück Stoff als schützende Festung!

Also was will ZARA mit dem Thema KT da bezwecken? Hier geht es um ein Symbol der Frauenunterdrückung und nicht um Rassismus!

gleichbehandlung ist wichtig

egal, was man vom Kopftuch grundsätzlich hält ist es einfach wichtig, dass Menschen, wenn sie sich um einen Job bewerben nach ihren Qualifikationen bewertet werden und nach nichts anderem.

Frauen mit Kopftuch haben ein großes Problem einen Job zu bekommen und das ist nicht fair. Übrigens hab ich gerade einen Artikel gelesen, in dem steht, dass Leute keinen Job bekommen einfach weil sie einen türkischen Namen haben!!

http://mokant.at/1103-migr... rbeit.html

Wenn Menschen mit "türkischen" Namen Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden, Menschen mit chinesischen, französischen, indischen, italienischen etc. Namen jedoch offensichtlich nicht, würde mich eigentlich interessieren, warum das so ist.
Gibt es dafür eine logische Erklärung?

Verstehe die roten Stricherl ganz und gar nicht...

Die Gegenargumente fehlen mir da jedenfalls. Hier übrigens der aktuelle link zum Artikel: http://mokant.at/gesellsch... rbeit.html

Wirklich sehr empfehlenswert, den zu lesen!

ich versteh sie auch nicht. helf' dir, hab' dir ein gruenes ggeben...:)

"haben ein großes Problem einen Job zu bekommen und das ist nicht fair"

.
auch männer im dhoti oder mit koteka haben es schwer, einen job zu bekommen, in dem sie ihre religiöse bzw. traditionelle kleidung tragen können. und das ist auch nicht fair.
aber ist es rassismus?

namen kann man ändern und kt ablegen.. so einfach ist das...

Gegen Kopftücher zu sein hat absolut nichts mit Rassismus zu tun,

sondern mit Humanismus und Frauenrechten.

0 TOLERANCE AGAINST INTOLERANCE!

Schon mal was von der Unschuldsvermutung gehoert?

Es soll ja auch Frauen geben, die es freiwillig tragen.

völlig wurscht, was man vom Kopftuch allgemein hält

Frauen, die eins tragen sollten deswegen nicht beschimpft werden und sie sollten einen guten Job erhalten können, wenn sie dafür qualifiiert sind!!!

Posting 1 bis 25 von 1467

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