Briten sterben früher als andere Europäer

Experten machen Ungleichheit in der medizinischen Versorgung verantwortlich

St. Louis - Briten haben ein höheres Risiko, früh zu sterben, als die Menschen in vielen anderen westlichen Ländern. Zu diesem Ergebnis sind Forscher unter der Leitung der Washington University gekommen. Die Anzahl der Todesfälle vor dem 60. Lebensjahr hat sich in den letzten 40 Jahren zwar fast halbiert. Die Sterberate bei Frauen ist jedoch gleich hoch geblieben wie zum Beispiel in Slowenien oder Albanien.

Geringstes Risiko in Island und Zypern

Experten wie Danny Dorling von der University of Sheffield gehen davon aus, dass die große Ungleichheit im Gesundheitsbereich für die Misere verantwortlich ist. Weltweit verfügten die Männer in Island und die Frauen in Zypern über das geringste Risiko, früh zu sterben, heißt es in den in The Lancet veröffentlichten Forschungsergebnissen.

Die Wissenschaftler untersuchten eine Vielzahl von Daten wie Bevölkerungszahlen, Sterbeurkunden und Befragungen, um auf eine geschätzte Anzahl der frühen Todesfälle in 187 Ländern in den Jahren 1970, 1990 und 2010 zu kommen. In diesem Zeitraum fiel das allgemeine Risiko bei Frauen um 34 Prozent, bei Männern um 19 Prozent. Darin spiegeln sich der medizinische Fortschritt und der zunehmende Wohlstand wider.

Ausbreitung von HIV

Diese Werte sanken in Südasien bei Frauen am stärksten, in Australasien bei Männern. Die Zahlen in den Ländern südlich der Sahara gehören derzeit zu den höchsten. Die Hälfte der Menschen dort stirbt früh. In einigen westlichen Ländern liegt dieser Wert bei einem von 20 Einwohnern. Einige Teile des Kontinents hatten eine Verschlechterung der Werte hinzunehmen. Darin wird laut Studie die Ausbreitung von HIV in den vergangenen Jahren sichtbar.

In Großbritannien sterben 58 von 1.000 Frauen und 93 von 1.000 Männern vor dem 60. Lebensjahr. In Westeuropa verfügten nur die Däninnen und die Belgierinnen über ein höheres Risiko. Die britischen Männer hingegen schneiden besser ab und liegen in diesem Bereich im Mittelfeld.

Ungleichheit in der medizinischen Versorgung

Dorling macht die Ungleichheit in der medizinischen Versorgung für das schlechte Abschneiden von Großbritannien verantwortlich. In den ärmsten Regionen sei der Gesundheitszustand sogar im europäischen Vergleich sehr schlecht. Der Wissenschaftler warnte sogar, dass sich die Rückläufigkeit der Zahlen der letzten Jahrzehnte wieder verändern könnte. (pte)

Share if you care
24 Postings
also, wie neueste Studien zeigen,

sterben alle Europäer früher oder später! ;-)

Aber das dortige...

Gesundheitssystem "is probably the best in the world". So sagen sie zumindest.
Und wenn man unseren Gesundheitsökonomen Folge leistet, wirds bei uns bald auch so sein. "... probably better than in the UK."

Bei der Ernährung verständlich. Schon allein dieser Fleischpudding, Tartar und erst das Bier - bähhh..

na klar sagen sie das. die briten sind ja dazu erzogen, sich nicht zu beschweren und nicht zu jammern!

Du verwechselst

GB mit USA. Den Briten sind die gravierenden Probleme des NHS voll bewusst.

Meines Erachtens gibt es zurecht in keinem noch

so entlegenen Winkel der Welt außerhalb GBs ein englisches Restaurant. Was dort - v.a. in den Haushalten - als "Essen" durchgeht landet bei uns schon lange nicht mehr auf dem Tisch, sondern ganz wo anders....
Und sog. "Food-deserts", d.h. Regionen mit eklatanter Unterversorgung an Vitaminen und Mineralstoffen, gibt es außerhalb der Dritten Welt auch nur in Englands Großstädten.

muss wohl an deiner familie liegen.

meine erfahrungen sind folgendermassen: wers nicht gelernt hat, kocht trotzdem schlecht.

mittlerweile gibt es wunderbarste fertiggerichte zu kaufen, von denen bewohnerInnen anderer europaeischer laender nicht einmal zu traeumen wagen. Und die besten BBC Kochserien, was wiederum viele Menschen dazu bringt, gut und schmackhaft gut zu kochen.

ist halt kein wiener schnitzl und knackwurst, ist halt ein Shepards Pie und Guiness Kindey Pie .... yam.

Geh bitte.

Ein Sunday Roast mit allem Drum und Dran ist eine Delikatesse. Und traditionelles wie Shepherd's Pie oder Bangers & Mash ist auch nicht ungesünder und ungeniessbarer als Bauernschmaus oder Schweinsbraten.

Widerliches Essen und excessives Saufen... u a bissal wenig sonne.

stimmt alles

dann kommt da noch die katstrophale Gesundheitsversorgung dazu

dachte jetzt an Morgenmenschen

Es fehlt den Engländern

an "Wein, Weib und Gesang".

Der Untergang des Empire ist offensichtlich nicht mehr aufzuhalten! Shocking.

War irgendjemand schon einmal dort in normaler aerztlicher Behandlung (Akutfaelle ausgenommen)?

Dann wundert einen naemlich diese Statistik ueberhaupt nicht.

Das kann ich bestätigen. Das Niveau der Ausbildung und der Krankenhäuser sowie Praxen ist einfach nur schlecht.

Die Ausbildung, da kann ich nicht mitreden, aber ich sage nur : verdreckter fleckiger TEPPICHboden in den Krankenzimmern.

Gut ist schon einige Jaehrchen her, es war !!!!!2006!!!! aber ich bin mir sicher, es ist nach wie vor so.

Grauenhaft. Ganz zu schweigen von 4 cent pro Person Verpflegungen, MRS, gemischte Betten, Gangbetten und permanente Ueberbelegung, Antibiotika werden IMMER verschrieben, egal wogegen, Zahnaerztliche Behandlungen sind von vorvorgestern, Terminvereinbarung bei z.B. Gallenblasenschaden: 6 Monate warten auf Facharzt Termin, weitere 2 Jahre auf moeglichen Operationstermin, jegliche kohlik mit Medikamenten runter spritzen.... ein Wunder, dass die ueberhaupt so lange leben. Dort moechte ich nicht krank sein. Nein Danke. ;)

der überwachungswahn auf alcatraz ist schuld

die meschen werden älter, da die bedingungen für gesundeheit besser geworden sind.

auch früher sind die Menschen alt geworden.

Wenn jemand vom Gerüst stürzt weil er besoffen war, dann stirbt er weil er ungesund gelebt hat. Wenn er Glück hat überlebt er, weil das Gesundheitssystem gut ist. In meinen Augen ist oft das Gesundheitssystem nachgeschaltet und greift dann, wenn das Gesundheitsverhalten des einzelnen nicht greift.

Warum gibt es darüber keine Studien? Warum wird nicht die Eigenverantwortung honoriert? Warum wird der bestraft, der auf sich achtet?
Ist wie in Griechenland, der Doofe zahlt und die faulen geben das Geld aus. Zum Schluss sind beide im Ar*sch und können sich die lange Nase zeigen. Es gibt aber einen, der hält sich im Hintergrund und zählt das Geld. Krankheit ist ein guter, sicherer Geldbringer.

deutlich weniger

daß unser Gesundheitssystem lieber repariert als Prävention fördert ist bekannt. Inwiefern ernstzunehmend an Konzepten gebastelt wird ist mir nicht bekannt.

weils zuviel saufen. noch konsequenter sind die russen. die bankeln noch frueher ab mit dem flascherl in der hand.

Wenn Sie dieses Gesundheitssystem haben, dann versuchen Sie es auch mit Hausmedikation.

Ehrlich gestanden jedoch sauft niemand so viel wie die Oesterreicher ... a Biertschi da, a Sekterl dort, noch ein Schnapserl ...

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass in Zypern die medizinische Versorgung so viel besser sein soll.

Nicht aber die russischen Frauen, die leben im Durchschnitt

ca. 14 Jahre laenger als ihre maennlichen Artgenossen

Nein, nein, das grausame Essen ist schuld daran.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.