
Ein Airbus A 310-30 der Yemenia Air ist in der Nacht abgestürzt.

An Bord waren 153 Menschen.

Angehörige warten am Flughafen in Saana auf Informationen.

Die Suche nach weiteren Überlebenden des Airbus-Absturzes ist wegen schwerer See unterbrochen worden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden zuvor insgesamt vier Leichen geborgen. Ein weitgehend unverletzt aus dem Wasser gerettetes 14-jähriges Mädchen gilt damit als bisher einzige Überlebende des Unglücks. "Die Chance, dass noch weitere Überlebende gefunden werden, ist extrem gering", sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Abend.
Das Mädchen war wie durch ein Wunder von einem der Suchboote an der Absturzstelle entdeckt worden. Obwohl es bewusstlos und erschöpft war, hatte es sich an einem Wrackteil festgeklammert. Nach einer ersten medizinischen Behandlung wurde es zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.Bis zum Mittwochmorgen wurden zudem fünf Leichen aus dem Wasser geborgen.
Der Nachrichtensender Al-Arabija hatte am Dienstagnachmittag gemeldet, auch der jemenitische Pilot des Airbus habe überlebt. Die Regierung der Komoren hatte Berichte über die Bergung des Piloten jedoch dementiert.
Ab diesem Mittwoch werden sich neben französischen Militärs auch US-Helikopter und -Taucher an der Suche nach dem Wrack und seinen Flugschreibern beteiligen. Der Flugdatenschreiber und das Stimmaufzeichnungsgerät des in der Tiefe versunkenen Flugzeugs könnten wertvolle Hinweise auf die Absturzursache liefern.
153 Menschen an Bord
Der Airbus A310 der jemenitischen Yemenia Air ist am frühen Dienstagmorgen nach einem missglückten Landeanflug in stürmischem Wetter vor der Inselkette der Komoren in den Indischen Ozean gestürzt. An Bord befanden sich 153 Menschen, darunter viele Exil-Komorer mit französischer Staatsbürgerschaft.
Ein Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde des Jemen gab die Zahl der Insassen von Flug IY 626 mit 142 Passagieren und elf Besatzungsmitgliedern an. Die Maschine, die bei einer Inspektion vor zwei Jahren in Frankreich wegen technischer Mängel aufgefallen war, verschwand bei schlechtem Wetter kurz nach Mitternacht wenige Minuten vor der geplanten Landung in der komorischen Hauptstadt Moroni von den Radarschirmen. Es ist das zweite Airbus-Unglück innerhalb eines Monats: Am 1. Juni war ein A330 der Air France mit 228 Menschen an Bord auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris aus ungeklärter Ursache in den Atlantik gestürzt.
Der Airbus 310 kam aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Ein Teil der Passagiere war zunächst mit einem Airbus A330 von Paris über Marseille nach Sanaa geflogen. Dort stiegen sie in den 19 Jahre alten A310 um, der nach einer Zwischenlandung in Dschibuti um 1.00 Uhr (MESZ) in Moroni landen sollte.
Unter den Passagieren sind nach offiziellen Angaben aus Paris 66 Franzosen. Jemenitische Quellen sprechen von 26 Franzosen, 54 Komorern, einem Kanadier und einem Palästinenser. Die unterschiedlichen Zahlen erklären sich vermutlich durch Doppelstaatsangehörigkeiten. Ein Teil der Passagiere mit komorischen Wurzeln kam aus der Pariser Vorstadt La Courneuve. Viele wollten zum Urlaub in die Heimat. In La Courneuve sollte am Abend in einer vor allem von Komorern besuchten Moschee ein muslimisches Gebet für die Angehörigen stattfinden. Zur Besatzung gehörten mehrere Jemeniten sowie Flugbegleiter von den Philippinen, aus Marokko und Indonesien.
Ursache bisher unklar
Die Absturzursache blieb zunächst unklar. Nach Angaben des französischen Verkehrsstaatssekretärs Dominique Bussereau wies die Maschine bei einer Überprüfung in Frankreich 2007 zahlreiche Mängel auf. "Die Fluggesellschaft (Yemenia) stand nicht auf der schwarzen Liste, aber wir haben sie im Auge gehabt. Sie sollte demnächst von einem Sicherheitskomitee der EU überprüft werden", sagte er dem Sender i-tele.
Nach zunächst unbestätigten Informationen hatte das Flugzeug wegen schlechten Wetters vor dem Absturz ein Durchstart-Manöver eingeleitet. In dem Gebiet war es in der Nacht zum Dienstag sehr windig und regnerisch. Eine Augenzeugin beobachtete, wie die Maschine brennend ins Meer stürzte. "Sie sah Flammen, die aus dem Flugzeug kamen", sagte der komorische Regierungssprecher Abdourahim Said Bacar. Die Absturzstelle des Flugzeugs sei rund 20 Kilometer nördlich der Insel Grande Comore ausgemacht worden. Dort sei auch ein Ölteppich auf dem Wasser zu sehen.
Der naheliegende Inselstaat Madagaskar beteiligt sich ebenfalls an der Suche nach den Opfern und nach Wrackteilen. Frankreich schickte ein militärisches Transportflugzeug mit zwölf Tauchern, drei Ärzten und zwei Psychologen nach Moroni. Zwei französische Militärschiffe sind ebenfalls unterwegs und sollten am Mittwoch am Unfallort eintreffen. Auch Airbus sagte Unterstützung zu, ein Expertenteam sei bereits unterwegs zu den Komoren.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy zeigte sich bestürzt. Er habe die Armee gebeten, alles zu tun, um bei der Suche nach Passagieren und Bordpersonal zu helfen, teilte sein Sprecher mit.
Kritik an Fluggesellschaft Yemenia
Die Organisation "SOS Voyage au Comores", 2008 in Marseille von Bürgern der Komoren gegründet, um die "sozialen und finanziellen Bedingungen" der Reisen in ihre Heimat zu verbessern, übte unterdessen scharfe Kritik an der Fluggesellschaft Yemenia. "Es mangelt vor allem an Sicherheit und an Achtung für die Passagiere", sagte Mhoudine Jamal von der "SOS Voyage au Comores" der dpa in Paris. "Wir fordern schon lange anständige Flüge."
Die Inselgruppe der Komoren liegt zwischen Mosambik und Madagaskar. Mit einer Fläche von knapp 1900 Quadratkilometern ist der tropische Inselstaat etwa halb so groß wie die spanische Ferieninsel Mallorca. (APA)
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Immer wieder schwere Unglücke
Was sagst du dazu das vor ca. 5 Jahren einige Boing fast im Wochen Rhythmus abgestützt sind?
Bei AF ist die Absturzursache nicht geklärt, sieht allerdings nach einem Pilotenfehler aus. Und hier kurz nach dem Absturz von einem Maschinen gebrechen auszugehen ist auch nicht richtig.
"über die wahrscheinlichkeit in der letzten zeit gesprochen hab..."
Das ist aber eben genau das, was einfach nicht sehr sinnvoll ist.
Wie häufig kommen Abstürze kommerzieller Großraumflugzeuge vor? Eher selten. (http://en.wikipedia.org/wiki/List... raft#2009)
Stellen Sie sich also vor, Sie werfen eine Münze (nehmen wir mal an, es gäbe nur Boeing und Airbus, gibt ja doch noch einige andere...) so ein-, zweimal im Jahr. Und tatsächlich, diese Jahr ist zweimal hintereinander Zahl gekommen, und letzte Jahr kam die auch schon einmal! Wow, da kann was nicht stimmen...
MEINE "Schlußfolgerung"
"Und tatsächlich, diese Jahr ist zweimal hintereinander Zahl gekommen, und letzte Jahr kam die auch schon einmal! Wow, da kann was nicht stimmen..."
war absolut ironisch gemeint und sollte eben genau das Denkproblem hinsichtlich Wahrscheinlichkeitsrechnung (bzw. des Abschätzens von Wahrscheinlichkeitsaussagen) des Vorposters illustrieren.
Habe mir Ihre Antworten auch gar nicht alle durchgelesen - habe schon beruflich genug mit Statistik zu tun und kenne mich in der Materie schon aus... ;-)
Aber die Ironie kam wohl nicht 'rüber... :-(
Das ist das klassische Beispiel. Postulieren wir dass Airbus und Boeing gleich viel verwendet wird, und dass beide gleich sicher sind so ist p=0,5. Das Gesetz der grossen Zahlen besagt aber, dass bei unendlich vielen Wiederholungen diese Wahrscheinlichkeiten auch zu beobachten sind (sehr salopp formuliert). Bei Muenzen gibt es hier bei Simulationen selbst nach Tausenden Wuerfen noch nicht dieses Ergebnis.
Die einzige Moeglichkeit hier eine serioese Statistik zu machen waere alle Vorfaelle (nicht nur die schweren) herzunehmen und dann zu testen ob die null-Hypothese eines gleichen Mittelwertes (Anzahl der Vorfaelle pro Personenkilometer) der Hersteller verworfen werden kann.
...das stimmt nicht ganz. die leute, die behaupten, dass es gefährlicher ist mit airbus zu reisen, setzen ja voraus, dass airbus unsicherer ist. das hat dann nichts mit wahrscheinlichkeit zu tun, sondern mit einsparungen, technischen & know-how mängeln...
möchte aber feststellen, dass ich diese meinung nicht teile und auch eher auf der "zufalls-seite" bin
Ich will ja nicht klugscheißern, aber für solche Ereignisse gilt die Poisson-Statistik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pois... Verteilung
Und est ist sogar wahrscheinlicher dass dass selbe Ereignis zweimal hintereinander auftritt als ein Ereigniss allein!
Und noch was: Nur weil 3 mal hintereinander ein und das selbe Ereignis stattfindet heisst das noch lange nicht dass sich dabei die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses ändert! Sie ist immer noch 0.5! Und wenn 100 Airbusse abstürzen ist sie immer noch 0.5, vorausgesetzt keiner bastelt an den Maschinen herum...
in kurzem Zeitraum abstürzen, dann sollten Sie mal Ihr Modell überdenken. Dann könnte nämlich möglicherweise Ihre Schätzung des Poisson-Parameters falsch sein, denn dieser entspricht dem Erwartungswert im Zeitintervall.
:-o Das ist interessant. Bei voneinander unabhängigen Ereignissen? Ich frage da wirklich ganz unschuldig und einfach nur neugierig. Das wirkt konterintuitiv, wie erklärt sich das?
pro Zeitintervall an. Ich stimme johgal zu, wenn er die Anzahl der Ereignisse im Zeitintervall als poisson-verteilt erkennt. Aber genau genommen sprechen wir hier von der Frage, wie lange das Zeitintervall von einem Ereignis zum nächsten ist, und dieses ist Erlang-Verteilt http://de.wikipedia.org/wiki/Erla... Verteilung wenn die Anzal im Intervall Poisson-verteilt ist. An der Erlang-Verteilung (Integral über Dichtefunktion ist Wahrscheinlichkeit für Ereignis) kann man erkennen dass sich je nach Wahl der Parameter der Erwartungswert (Schwerpunkt der Dichtefunktion) entweder rasch oder früh ergibt. Das sagt auch der Hausverstand: Wie lange es dauert, hängt einfach davon ab, ob die "Ereignisse" generell häufig auftreten oder selten...
Es ergeignen sich ca. 20 "Unglücke" pro Jahr (müssen nicht unbedingt so schwere sein). Das bedeutet statistich gesehen passieren etwa alle 18 Tage ein Unglück. Nun ist es allerdings nicht so dass alle 18 Tage ein Unglück passiert sondern diese ja zufallsverteilt sind (wie zuerst schon geschrieben über die Poisson Statistik). Aus rein mathematischen Überlegungen findet man dass es wahrscheinlicher ist dass in einem Zeitraum von etwa 20-30 Tagen 2-3 Unglücke passieren und dann länger keins bzw. weniger.
Bei zwei kleinen "Ereignisen" (die in der von Ihnen genannten Häufigkeit auftreten) in kurzer Zeit wäre niemand schockiert. Aber so große Unfälle ereignen sich mittlerweile ausgesprochen selten. Eine Modellierung der großen Unfälle mit Parametern aus der Häufigkeitsverteilung der kleinen Unfälle ist nicht zulässig. Ich stimme Ihnen aber zu, dass man aus zwei Ereignissen statistisch noch nichts ableiten kann. Also bewiesen ist nichts. Aber nachzudenken sollte man schon beginnen. Denn kurze Zeitintervalle zwischen den Ereignissen könnten ein erster Hinweis darauf sein, dass möglicherweise die Ereigniswahrscheinlichkeit im Zeitintervall größer sein könnte als üblicherweise. Und fürs Nachforschen muss man nicht das dritte Ereignis abwarten...
Beim letzten Unglück entstand Usergrab:
Warum ?
Beim Letztenmal erwarteten wir wen aus Brasilien und hatten keine Ahnung ob er/sie an Bord war.
Sie war es nicht !
Ein Freund von einem Freund ist damals übrigens 1 Flug zuvor
die Strecke geflogen und war in Madrid Zwischengelandet
als das Unglück bekannt wurde.
(Davon hatten wir aber erst später erfahren)
Er, ein Vielflieger hatte auf einmal Angst vor "den letzten Kilometern nach Wien !"
http://warteschlange.twoday.net/stories/5793813/
Die Verschwörungsfreaks müssen sich diesmal auch mehr anstrengen.
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