
Der Bücherbus versorgte die BewohnerInnen der neuen, großen Siedlungsgebiete am Stadtrand mit dem wertvollen Bildungsgut Buch.
Nach mehr als 50 Jahren wird Ende Juni 2009 der Betrieb der Bücherbusse der Büchereien Wien eingestellt. In der Zwischenzeit verfügen die Büchereien Wien über ein flächendeckendes Netzwerk von rund 40 Zweigstellen, die mit modernster Technologie und einem umfassenden Medienangebot austgestattet sind. Ab Mai haben alle KundInnen die Gelegenheit, bei einer Kennenlern-Tour des Bücherbusses, ihre neuen BibliothekarInnen aus den nächst gelegenen Zweigstellen kennen zu lernen.
1958 leisten die Büchereien Wien mit der Betriebsaufnahme des Bücherbusses Pionierarbeit, die vorbildhaft war. Der Bücherbus versorgte die BewohnerInnen der neuen, großen Siedlungsgebiete am Stadtrand mit dem wertvollen Bildungsgut Buch. Dies war notwendig, da es weder Zweigstellen vorort gab noch ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz zur Verfügung stand. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert und auch das Netz der Öffentlichen Verkehrsmittel wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut und erweitert, was die rasche und einfache Erreichbarkeit der Zweigstellen erleichtert.
Bücherbus kann nicht mithalten
"Die Zukunft der Büchereien", so der Bibliothekarische Leiter der Büchereien Wien, Mag. Markus Feigl "liegt zweifelsohne in der großen Angebotsvielfalt des digitalen Zeitalters, der sorgfältigen Betreuung im Rahmen moderner Medienpädagogik, der Entwicklung unterschiedlicher Angebote für eine diversifizierte Gesellschaft und dem Ausbau zentral gelegener, leicht erreichbarer Büchereizentren, die dieses Angebot gewährleisten können. Das alles kann der Bücherbus in der geforderten Qualität leider nicht mehr leisten."
Starke Rückgänge in der Entlehnstatistik belegen jedoch, dass bereits viele der ehemaligen Bücherbus-KundInnen lieber das weit größere und vielfältigere Angebot einer Zweigstelle nützen. Die geringe Frequenz hat auch in den letzten Jahren bereits vermehrt zu Schließung von Haltestellen geführt. Feigl: "Das sind klare Zeichen für uns, dass dieses Angebot nicht mehr den Anforderungen unserer KundInnen gerecht werden kann."
Ab Anfang Mai 2009 wird das Team des Bücherbusses von den MitarbeiterInnen der nächstgelegenen Büchereizweigstellen begleitet. Die KundInnen des Bücherbusses haben dort die Gelegenheit, ihre neuen AnsprechpartnerInnen persönlich kennenzulernen. "Es uns wichtig, mit den Menschen zu sprechen und einen neuen persönlichen Kontakt herzustellen, denn viele der KundInnen kennen auch die MitarbeiterInnen des Bücherbusses persönlich. Aber", so Feigl weiter "es ist uns auch wichtig, in diesen Gesprächen Lösungen für jene KundInnen finden, denen es unmöglich oder unzumutbar ist, in die nächst gelegene Zweigstelle zu fahren. In solchen Fällen werden wir verstärkt den Hausbesuchsdienst einsetzen. Alle unsere KundInnen sollen weiterhin Zugang zu unserem Angebot haben." Alle KundInnen des Bücherbusses werden zudem noch persönlich per Brief verständigt und umfassend informiert.
Service für Schulklassen
Zu den KundInnen des Bücherbusses zählen auch Volksschulklassen. Auch bei den Haltestellen vor Schulen wird anlässlich der Kennenlern-Tour die neue AnsprechpartnerIn der Büchereien Wien vor Ort sein. Alle Schulklassen, die bisher den Bücherbus nutzten, werden zu einem Besuch eines Medien- und Lesekompetenz fördernden Animationsprogramm eingeladen. Zudem arbeiten die Büchereien Wien derzeit an der Umsetzung eines speziellen Bücher- und Medien-Services, der PädagogInnen bei Ihrer Arbeit unterstützen soll. "Er wird rechtzeitig im kommenden Herbst fertig und dann den Schulen präsentiert", freut sich Markus Feigl.
Den KundInnen der Büchereien Wien stehen mittlerweile insgesamt 1,5 Millionen Medien zur Auswahl zur Verfügung - gedruckt und digital, offline und online, Audio, Video und Multimedia. Größere Zweigstellen sind zumeist sogar mit Hör- und Videoplätzen ausgestattet, die es ermöglichen, alle Medien vorort zu konsumieren, wenn z.B. zu Hause nicht die geeignete Technologie zur Verfügung steht. Viele der Zweigstellen veranstalten regelmäßig Lesungen, Diskussionsabende oder Animationsprogramme für Kinder und Erwachsene, sodass die Beschäftigung mit Büchern und Lesen auch zum anregenden und unterhaltsamen Gemeinschaftserlebnis werden kann. (red)
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Nach Durchsicht der Bücherbus-Stationen auf http://www.buechereien.wien.at bin ich draufgekommen:
Die Frau Stenzel hat in ihrem Bezirk keine Gelegenheit mehr zu lesen.
Wie wird sich das wohl auf die Bezirkspolitik auswirken?
Es kann nur mehr schlechter werden.
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