Leviathan

Drama Russland 2014

posten

Der Kampf des sogenannten einfachen Mannes gegen Bürokratie und Korruption - famos inszeniert vom Russen Andrej Swjaginzew (Die Rückkehr).

Am Rande einer kleinen Küstenstadt an der Barentsee steht ein helles zweistöckiges Holzhaus und überblickt die Bucht. Kolia (Alexey Serebryako) lebt hier, mit seiner Frau Lilia (Elena Lyadova) und seinem Teenagersohn Roma. Kolia ist Fischer, seine Frau arbeitet in der Konservenfabrik, und Roma geht zur Schule. Trotzdem ist Kolia dem Bürgermeister ein Dorn im Auge, oder besser sein Haus: Denn es steht am schönsten Grund der Stadt, und der Bürgermeister will selbst dort bauen. Kolia weigert sich, zu verkaufen. Und setzt damit eine Maschinerie in Gang, die tödlich enden wird. Leviathan ist nicht zufällig in Cannes für das beste Drehbuch ausgezeichnet worden, und war nominiert für den Auslandsoscar, denn der Film ist ein gnadenloses Abbild Russlands: Mit der Verwandtschaft fährt Kolia am Wochenende raus in die Berge, um zu grillen, Wodka zu trinken und mit scharfer Munition auf die Porträts russischer Politiker zu schießen, von Breschnew bis Gorbatschow sind alle dabei. "Den aktuellen hätte ich auch da, aber der ist noch zu frisch", sagt Kolias Schwager und grinst verschwörerisch. Am Beispiel eines privaten Dramas, komplett mit Fremdgehen, Tränen, Tod und Teufel, offenbart sich hier die ganze Verkommenheit eines von Korruption und Gewalt durchdrungenen, mit der Kirche aufs Widerwärtigste verbandelten Apparats. Kein Wunder, dass von offizieller russischer Seite verzweifelt versucht wird, den Film zu diskreditieren.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at