The Visit (II)

Dokumentation Dänemark, Finnland, Irland, Norwegen, Österreich 2015

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Aliens sind auf der Erde gelandet. Doch wie reagiert die Menschheit? Dokumentarfilmer Michael Madsen spielt das Szenario theoretisch durch – mit Wissenschaftlern, Theologen, UN-Expertinnen, Politikern. Und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Disclaimer: „Dieser Film dokumentiert ein Ereignis, das nie stattgefunden hat: Die erste Begegnung zwischen Menschen und intelligentem Leben aus dem All.“ Nein, The Visit (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Horrorfilm) will nicht hinters Licht führen. Doch der Film stellt mit großer Ernsthaftigkeit die Frage danach, was die Bestätigung für außerirdische Intelligenz bedeutet. Wie reagieren wir? Ist es möglich, Panik zu verhindern? Wie ist herauszufinden, ob die Besucher feindlich gesonnen sind? Wären die Menschen überhaupt geistig bereit, die Nachricht zu verarbeiten? Frequently Asked Questions. „Ich möchte wissen, was dich interessiert. Darf ich eine sehr direkte Frage stellen? Wie denkst du? Hast du Vorstellungskraft?“ Die Fragen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den fiktiven Besuchern stellen möchten, rühren an Grundsätzliches. „Wir Menschen erkennen unsere eigenen Beschränkungen kaum, wir sehen uns als Zentrum des Universums. Wie siehst du uns?“ Der dänische Dokumentarfilmregisseur Michael Madsen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schauspieler) hat sich auf das Unvorstellbare spezialisiert: In seinem Film Into Eternity (2010) ging es darum, wie die Menschen in Hunderttausenden von Jahren vor immer noch giftigem Atommüll geschützt werden könnten. Wie können wir mit der Zukunft kommunizieren, wenn wir uns die Sprache der zukünftigen Menschen nicht einmal ansatzweise ausmalen können? Bigger Than Life. Ähnlich groß und unfassbar sind die Fragen in The Visit, doch auch hier gibt es Menschen, deren Arbeit tatsächlich darin besteht, für den unwahrscheinlichen Ernstfall Antworten zu finden. Madsen fand NASA-Biologen, eine Astrophysikerin der UN, einen Theologen der europäischen Raumfahrtbehörde, einen Juristen mit Spezialgebiet Weltraum und andere Expertinnen und Experten, die sich auf die Simulation eines Besuchs außerirdischer Intelligenz einlassen. Illustriert sind die großen Fragen mit Bildern aus Innenstädten, aus Museen, Kirchenkuppeln und Bibliotheken (der Großteil davon übrigens in Wien gedreht). Und hier sind möglicherweise auch die Antworten zu finden, die nämlich am Ende vor allem mit einem zu tun haben: Was macht eigentlich unser Dasein aus? Wie funktionieren wir selbst? Und wie wollen wir selbst uns sehen? The Visit ist ein außerordentlicher, nachdenklicher und bildgewaltiger Film übers Menschsein, der Bescheidenheit lehrt.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at