Picknick mit Bären

Abenteuer-Komödie USA 2015

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Bill Bryson (Robert Redford) und Stephen Katz (Nick Nolte) stapfen durch den Wald und erzählen einander Geschichten von früher: Großartiges Männerfreundschaftskino nach den selbstironischen Wandermemoiren des Reisejournalisten und Wissenschaftsautors Bill Bryson.

Bärenliebe. Es kommt der Moment im Leben eines Mannes, da muss er einem Bären entgegentreten, bewaffnet nur mit einem Campingzelt und einer Taschenlampe. Wobei, dieser Moment kommt glücklicherweise nicht in jedem Leben. Und Bill Bryson (Robert Redford) war eigentlich längst der Ansicht, er habe allmählich genug erlebt: Er war jahrelang in Europa herumgereist, war zwanzig Jahre in England geblieben und hatte dort einige sehr erfolgreiche Bücher geschrieben. Nun lebt er seit gut zehn Jahren wieder in den USA, gemeinsam mit seiner britischen Frau Catherine (Emma Thompson). Die Enkel wuseln ihm um die Beine, bei Fernsehinterviews wird er nur noch nach früher gefragt, und in letzter Zeit muss er verdächtig oft auf die Begräbnisse von Bekannten. Bill ist alt geworden. Reiselust. Aber muss das bedeuten, dass nichts mehr passieren darf? Immerhin geht quasi hinter Bills Haus der Appalachian Trail vorbei, jener Wanderweg, der quer durch die USA führt und den jedes Jahr mehrere Tausend Wanderer beginnen, von denen es nur wenige bis zum Ende durchhalten (Reese Witherspoon trabt ihn 2014 in Der große Trip – Wild entlang). Und Bill will einer von ihnen sein, egal wie viele Zeitungsartikel von verstorbenen, ausgeraubten oder von Bären angefallenen Wanderern ihm Catherine aus dem Internet ausdruckt. Unterwegs. Wenigstens einen Reisepartner soll er sich suchen, verlangt sie schließlich, doch alle kontern auf Bills Anfrage bloß mit der Gegenfrage, ob er nicht ganz dicht sei. Nur Stephen Katz (Nick Nolte), ein ehemaliger Säufer, reichlich dick und unbeweglich, will unbedingt mit. Und weil Bill und Stephen eine sehr alte Freundschaft verbindet, machen sie sich tatsächlich gemeinsam auf – auch wenn Stephen schon auf den ersten Metern fast zusammenbricht … Alt, aber gut. Picknick mit Bären heißt auch die Buchvorlage des echten Bill Bryson, die 1998 erschien. Schon wenige Jahre später kam Robert Redford auf die Idee, in einer Verfilmung mitspielen zu wollen. Doch sein Wunschfilmpartner Paul Newman starb zu früh. Die Jahre vergingen, die möglichen Regisseure wechselten, nur Redford blieb dem Projekt treu. Inzwischen ist er mit 79 eigentlich schon zu alt für den Part, aber letztlich ist das egal: Mit dem notorisch rotschädlerten Nick Nolte, der dampflokgleich durch die Wälder stapft und Weibergeschichten aus dem Jahre Schnee erzählt, einem anmutigen Robert Redford, und unterschiedlichsten Begegnungen entlang des Wanderweges ist Picknick mit Bären von Ken Kwapis (Regisseur der Kultserie Parks and Recreation) ein ganz anderer Film geworden. Doch die Essenz ist geblieben: Sehr viel Gegend, ein bisschen Geologie, ein Hauch von Biologie, viel Menschenkenntnis – und sehr, sehr viele alberne Schmähs. Oh ja: und zwei Bären. Aber das müssen Sie sich schon selbst ansehen.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at