Lampedusa im Winter

Dokumentation Italien, Österreich, Schweiz 2015

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Sie ist seit 20 Jahren Ankunftsort für Menschen, die über das Mittelmeer flüchten. Wie geht die winzige italienische Insel Lampedusa damit um? Jakob Brossmann hat Antworten gefunden.

„Hallo? Hilfe! Unser Boot hat ein Leck!“ Der Notruf kommt von einem der Schiffe voller Verzweifelter, die das Mittelmeer zu überqueren versuchen. Viele landen auf Lampedusa, einer winzigen Insel zwischen Italien und Tunesien und erstes europäisches Ziel für die Boote auf ihrer gefährlichen Überfahrt. Der Wiener Regisseur Jakob Brossmann porträtiert die Insel in winterlicher Tristesse: Die Touristen sind abgereist, und die vom Sommer übrigen geflüchteten Menschen kämpfen darum, aufs Festland zu dürfen. Die U16-Fußballmannschaft bereitet sich auf ein Turnier vor. Der Radio-DJ ringt um gute Stimmung. Dann aber unterbricht ein Motorbrand auf der Fähre die Verbindung hinüber nach Sizilien, und das Ersatzboot ist zu klein, um den Fang der Fischer zu transportieren. Ein Streik wird beschlossen, die Bürgermeisterin vermittelt. Bald sind im Supermarkt die Regale leer. Trotzdem ist die Solidarität unter den Lampedusani groß – mit den Fischern, die um ihre Existenz ringen. Mit den Flüchtlingen. Und mit den Ertrunkenen, deren Geschichten auf Lampedusa wenigstens würdevoll bewahrt werden. Zwei Winter lang drehte Brossmann auf Lampedusa, und sein Film macht deutlich: Was dort passiert, ist Modell dafür, was ganz Europa nun erlebt. Und an Lampedusas Menschlichkeit und Pragmatismus möge sich die EU ein Beispiel nehmen.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at