Solaris

Literaturverfilmung USA 2002

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Die Nasa sendet den Psychologen Chris Kelvin (George Clooney) zum Planeten Solaris, damit er die Besatzung der dortigen Raumstation vor dem Durchdrehen bewahrt. Aber niemand ahnt, was dort wirklich vorgeht

Chris Kelvin ist nicht besonders glücklich in seinem Dasein auf der Erde. Er mag einigen Menschen als Psychologe und Therapeut eine Hilfe sein; sich selbst kann er, seit sich seine Frau das Leben genommen hat, nicht von der immanenten Schwermut befreien. Als die NASA ihn auffordert, zum Planeten Solaris zu reisen, wo ein langjähriges Forschungsprojekt zu scheitern droht, weil die Besatzung der dortigen orbitalen Raumstation sukzessive den Verstand verliert, läßt er sich nicht lange bitten - umso mehr, als sein alter Freund Dr. Gibarian (Ulrich Tukur) dieser Besatzung angehört und ihn persönlich per Funknachricht bittet, auf Solaris nach dem Rechten zu sehen. Chris´ Ankunft auf Solaris verläuft höchst beunruhigend: Die Raumstation ist in desolatem Zustand und scheint verlassen, und das erste, worauf Chris stößt, ist eine weitläufig verschmierte Blutspur. Die zwei verbliebenen Besatzungsmitglieder leiden offenbar tatsächlich an schweren psychotischen Zuständen: Snow (Jeremy Davies) hat sich zu einem halb apathischen Freak gewandelt. Dr. Helen Gordon (Viola Davis) verbarrikadiert sich in ihrer Kajüte und lässt niemanden rein. Vom vor einigen Wochen nach Solaris gesandten Rettungsteam fehlt jede Spur. Und Dr. Gibarian hat sich umgebracht; dafür läuft sein kleiner Sohn auf der Raumstation herum, und niemand will Chris verraten, wie er hierher kommen konnte. Nur soviel teilt Snow ihm mit: "Man kann es nicht erklären, bevor es nicht auch bei dir angefangen hat." Es fängt schneller an, als Chris lieb sein kann: Als er aus seinem ersten Schlaf auf der Raumstation erwacht, liegt Rheya (Natascha McElhone) neben ihm - seine verstorbene Frau. Sie ist ziemlich lebendig - aber weder weiß sie, wie sie auf Solaris gekommen ist, noch übersteigen ihre Erinnerungen an sich selbst das, was Chris in seiner Erinnerung behalten hat. Dazu gehören auch Rheyas suizidale Tendenzen. Und während Chris mit sich selbst und seiner neu erwachten Liebe zu Rheya kämpft, versucht ihm Dr. Gordon klar zu machen, dass Rheya kein Mensch ist - und dass sie alle längst zum Forschungsobjekt geworden sind für eine Kraft, die nur vom Planeten Solaris ausgehen kann und das menschliche Fassungsvermögen weit übersteigt … Steven Soderberghs Verfilmung des Romans "Soljaris" von Stanislav Lem, bereits 1972 vom russischen Kultregisseur Andrei Tarkovsky fürs Kino adaptiert, ist ein existenzialistisches SciFi-Kammerspiel mit stark spirituellem Hintergrund, in dem das eigentliche Mysterium - ein Wasser-Planet mit bizarrer Aura - sinnbildlich für die Beschränktheit des menschlichen Geistes steht. George Clooneys nackter Hintern, zu sehen beim Sex mit Natascha McElhone, sorgte in Amerika für Schlagzeilen und Zensurbegehren.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at