Kiss the Cook

Komödie USA 2014

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Back to the roots. Starkoch Carl Casper (Jon Favreau) steckt in der Küchenkrise – und ein fahrbarer Würstelstand erinnert ihn ans wahre Glück: Street Food für die Seele, mit Scarlett Johansson, Sofía Vergara und John Leguizamo.

Geschmacklos. Neuerdings ist das Leben fad. Gourmetkoch Carl Casper (Jon Favreau) war jahrelang Chef de Cuisine im noblen Gauloises. Das Team ist gut, von Restaurantmanagerin Molly (Scarlett Johansson) bis zu Sous-Chef Martin (John Leguizamo). Aber seit der Scheidung von Inez (Sofía Vergara) sieht Carl seinen elfjährigen Sohn Percy kaum noch. Das nagt an ihm. Dann kommt eines Abends der Blogger-Hotshot Ramsey Michel (Oliver Platt) ins Restaurant, und Carl will für ihn so richtig kreativ aufkochen. Aber der kreuzkonservative Restaurantbesitzer Riva (Dustin Hoffman) verhindert alle Experimente. Ramsey vernichtet Carl daraufhin in einer Kritik, die sich auf Twitter rasend schnell verbreitet. Carl wehrt sich, als Twitter-Neuling aber dummerweise öffentlich lesbar. Und der Skandal ist perfekt. Explosiv. Das Temperament eines beleidigten Teenagers kombiniert mit den Social-Media-Skills eines Endvierzigers – in Sachen PR ist das heutzutage eine tödliche Kombination: Zwar macht der elfjährige Percy seinem Papa schnell klar, wie Twitter wirklich funktioniert. Aber zu diesem Zeitpunkt haben bereits über hunderttausend neue Follower entdeckt, dass da Starkoch und Starblogger einander befetzen. Es kommt, wie es kommen muss: Carl Casper erträgt die Häme nicht. Und wirft das Geschirrtuch. Essen auf Rädern. Frustriert vergräbt er sich, und sagt sogar seinem Sohn Percy den lang geplanten Trip nach New Orleans ab. Da hat Carls Ex-Frau Inez eine Idee: Ihr zweiter Ex-Mann, Marvin (Robert Downey Jr.), hat bei sich in Miami  einen alten Food Truck herumstehen. Was, wenn sich Carl auf seine Wurzeln besinnt – und einfach wieder für Menschen kocht, ohne Druck und als sein eigener Chef? Traumjob. Mit Kiss the Cook hat sich Marvel-Überproduzent (z.B. Avengers: Age of Ultron) und Multitalent Jon Favreau als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller zumindest auf der Leinwand einen Traum erfüllt, den viele Hobbyköchinnen in Zeiten des Street-Food-Hypes hegen: Warum nicht einfach einen Foodtruck mieten und in kleinem Rahmen so richtig gut kochen? Dafür holte er sich das Know How von Roy Choi, dem King der Street-Food-Szene von Los Angeles, von den Küchenhandgriffen bis zu den Social-Media-Tricks. Wer sich dafür interessiert, möge nach dem Film für den Abspann sitzenbleiben, da gibts einiges zu lernen – und für alle anderen ist Kiss the Cook ein mitreißendes Fest für Herz und Augen, das gewaltig Hunger macht.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at