Die verrückte Welt der Ute Bock

Dokumentation, Drama Österreich 2010

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Unglaublich, aber viel zu wahr: Szenen aus dem Alltag einer Flüchtlingshelferin, inszeniert mit Austro-Stars wie Josef Hader, Karl Markovics und Dolores Schmidinger.

Der fette Politiker, der im Luxusbüro mit kuscheligen Teppichen hinter meterhohen Doppeltüren darüber befindet, dass Notlagen doch eh meistens nur Ausreden sind. Der Rauchfangkehrer, der über die "Neger“ schimpft und doch der einzige Schwarze in der Gasse ist. Die überwuzelte Tussi, die Einwanderer gnadenlos für ihre eigenen Zwecke ausnutzt und sich dabei fühlt wie Mutter Teresa. Der Polizist, der an Einsätzen gegen sogenannte "Illegale“ beteiligt ist, obwohl er seit Jahren mit einer Afrikanerin ohne Aufenthaltsbewilligung Tisch und Bett teilt ... Und dazwischen eine verzweifelte Familie, die knapp der Verfolgung entkam und nun, krank und traumatisiert, mit der gnadenlosen Absurdität der österreichischen Bürokratie kämpft, mutig verteidigt von Ute Bock und ihren ehrenamtlichen Helfern. Es ist schwer, einer so unspektakulär überlebensgroßen Figur wie Ute Bock filmisch gerecht zu werden. Houchang Allahyari schafft das nach Bock for President nun schon zum zweiten Mal - und hat damit auch ein außergewöhnliches Stück Kino erschaffen: ironisch und kritisch, liebevoll und fordernd, formal ungewöhnlich und erstaunlich spannend.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at