Österreich - Oben und unten

Dokumentation Österreich 2014

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Hoamatlaund, s'bisch so schian: Quer durch Österreich führt Joseph Vilsmaier (Schlafes Bruder) mit gewaltigen Flugaufnahmen - und lässt gelernten Österreichern und solchen, die das noch werden wollen, vor Stolz das Herz schwellen.

Land der Berge. "Da liegts - und man muss sagen: Es ist gelungen." Kein Geringerer als Regisseur Joseph Vilsmaier fällt dieses Urteil, in seinem gut gelaunten Film Österreich - Oben und unten: Da werden Kirchen umkreist, Berge überflogen, hinüber zum Lipizzanergestüt Piber, in den Dreck des Erzbergrodeos, auf die Weinberge zur Erntearbeit. Im Plauderton liefert Michael Niavarani aus dem Off historische Fakten und Anekdoten aus dem Land, durch das Vilsmaiers Kamera gleitet. "Böse Zungen behaupten, Österreich sei der verunglückte Versuch, einen bayrischen Italiener zu machen", heißt es da verschmitzt. Land am Strome. Ob Tracht beim Mittelalterfest, Handwerk in der Werkstatt eines traditionellen Büchsenmachers oder gar ein paar buntbemalte Busenblitzer beim World Bodypainting Festival am blauen Wörthersee, bei Vilsmaier ist für jeden was dabei: Oben und unten ist ein österreichischer Wohlfühl- und Staunfilm, wie schön es hier ist. Das Verlogene, Korrupte hat da für anderthalb Stunden Pause, es menschelt, aber nicht zu sehr. "Mit der langen, blutigen Geschichte wurde lange Unsinn getrieben", sagt Niavarani etwa über Kärnten, doch Unerfreuliches bleibt weiträumig ausgespart. Wolferl in Salzburg, die Kulturhotspots St. Margarethen und Mörbisch im Burgenland, das Museumsquartier in Wien ebenso wie die Hofreitschule: In einem bunten Reigen verbindet Vilsmaier Tradition und gemäßigte Moderne. Die Geldgier und Fremdenfeindlichkeit der Tiroler wird charmant aufs Schauferl genommen, die sprichwörtliche Dummheit der Burgenländer und Mühlviertler, und der Neid der restlichen Bundesländer auf Wien, jeder kriegt vom bayrischen Nachbarn Vilsmaier sein Fett ab, von Niavarani aber so herzlich vorgetragen, dass niemand ernstlich böse sein kann. Wer leider in Vilsmaiers Film keinen Platz findet, sind die neuen Österreicher, die dem Land Vielfalt verleihen. Heimat bist du großer Töne. Dafür sorgt ein Urösterreicher für den Soundtrack: Hubert von Goisern, mit modernen Alpenklängen, macht den Film zu einem Hörerlebnis, das seinesgleichen sucht. Und Vilsmaier gelingt, was er wohl auch beabsichtigt hat: Die Lust auf Urlaub innerhalb österreichischer Grenzen wird ganz sakrisch groß. Es ist anzuraten, sich noch im Kino die nächsten fünfzig Lieblingsausflugsziele zu notieren.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at