Das Mädchen Wadjda

Drama Deutschland, Saudi-Arabien 2012

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Eine 11-Jährige wünscht sich ein Fahrrad. Keine große Sache - würde die Geschichte nicht in Saudi-Arabien spielen … Großes Kino, herzerwärmend und beinhart zugleich.

"Weißt du was? Ich borg dir einfach mein Fahrrad!" sagt der Nachbarsbub Abdullah. "Ja, aber dann können wir doch wieder nicht um die Wette fahren!" Wadjda (umwerfend: Waad Mohammed) ist ein fröhliches, sportliches Mädchen. In der Schule fällt sie vor allem durch mangelnde "Weiblichkeit" und freche Fragen auf. Ein eigenes Fahrrad - genauer gesagt das grüne aus dem Spielzeuggeschäft am Schulweg - ist ihr ganz großer Traum. Aber sie lebt in Riad, Saudi-Arabien, und dort schickt es sich für Mädchen nicht, Rad zu fahren. Weil sie dann keine Kinder mehr bekommen können. Ja, ernsthaft. Wadjda lebt gemeinsam mit ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung - der Papa kommt nur am Wochenende von der Arbeit nach Hause. Vielleicht wird er bald gar nicht mehr kommen, denn er will noch eine Frau heiraten. Und während Wadjdas Mutter mit Liebeskummer jeden Tag den schwarz bezahlten Sammelbus besteigt, der eine Gruppe Frauen zur Arbeit bringt - selber fahren dürfen sie schließlich nicht -, überlegt Wadjda, wie sie doch zu ihrem Rad kommen könnte. Ein Koran-Wettbewerb an ihrer Schule wäre eine Option, mit dem Preisgeld könnte sie es sich kaufen. Also lernt Wadjda eifrigst Suren auswendig und übt mit ihrer Mutter singen - und Wadjdas bigotte Lehrerin sieht in der plötzlichen Wandlung von der aufsässigen Querulantin zur Musterschülerin ein göttliches Wunder …

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at