Jin-Roh

Animation Japan 1998

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Rotkäppchen in Endzeit-Tokyo: Jin Roh gilt als einer der besten Anime-Filme überhaupt.

Was wäre, wenn nicht die Alliierten, sondern die Nazis den 2. Weltkrieg gewonnen hätten? Ein in Japan äußerst beliebtes Szenario, dessen sich auch die Geschichte von Jin-Roh bedient. In dieser Parallel-Vergangenheit ist Tokyo eine vom Krieg zerstörte, von einer langanhaltenden Wirtschaftskrise schwer gebeutelte Stadt, das Volk wird von einer autoritäten Regierung - gelenkt von der Deutschen Wehrmacht - niedergehalten. Doch auch die Regierungsgegner haben sich organisiert: Die "Sekte" wird die militante Terror-Gruppe genannt, die in Guerilla-Manier mit Bombenanschlägen die Regierungsautorität zu untergraben sucht. Wieder einmal eskaliert die Situation. An einer Straßenkreuzung mitten in Tokyo prallen die Fronten aufeinander, Demonstranten und Polizei liefern einander eine wilde Straßenschlacht. Mitten im Chaos eine Figur im Vollkörper-Kampfanzug, jeder menschliche Zug ist hinter Metall und Plastik verborgen. Kazuki Fuse ist Mitglied einer Polizei-Sondereinheit, der Wolfsbrigade ("Jinrô" heißt auf Deutsch soviel wie "menschlicher Wolf"), die extra dafür eingesetzt wurde, die Sekte auszumerzen. Plötzlich steht er vor einer kleinen, zarten Gestalt in einem roten Kapuzencape. Ein junges Mädchen, die Fuse mit großen, unschuldigen Augen ansieht. Die Zeit bleibt stehen, immer tiefer taucht Fuses Seele in diesen Blick ein - bis sich das Mädchen im roten Cape plötzlich selber in die Luft sprengt. Sie war eine Selbstmordattentäterin, ein Mitglied der Sekte. Von nun an findet der Krieg auch in Fuses Kopf statt. Das Bild des Mädchens lässt ihn nicht los, er macht sich auf die Suche nach ihrer Welt - und findet ihre Schwester, mit der er eine sehr ungewöhnliche Liebesaffäre beginnt. Jin-Roh ist das geistige Kind von Mamoru Oshii, Schöpfer des epochalen Amime-Meisterwerks Ghost in the Shell. Für Jin-Roh arbeitete er gemeinsam mit First-Time-Regisseur Hiroyuki Okiura, ebenfalls ein begnadeter Zeichner, der darauf bestand, dass bei Jin-Roh weitgehend auf Computer-Animation verzichtet wurde.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at