Mr. Deeds

Liebeskomödie USA 2002

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Kleinstadt-Pizzabäcker Adam Sandler erbt in Steven Brills neuer Komödie nicht nur einen New Yorker Medien-Konzern, sondern auch jede Menge Probleme. Am Ende siegt die Liebe - zu Klatsch-Reporterin Winona Ryder.

Longfellow Deeds (Adam Sandler) ist ein einfacher, fröhlicher Kleinstadt-Junge, überaus hilfsbereit und immer nett zu seinen Mitbürgern. Das Stammpublikum seiner gemütlichen Pizzeria in Mandrake Falls, New Hampshire, schätzt nicht nur die bodenständige Küche, sondern auch die Gedichte, die der Junge, den alle nur Deeds nennen, gewöhnlich zum Besten gibt, wenn die Sperrstunde naht. Deeds schreibt seine Grußkarten-Poesie selbst - meistens nachts unterm Sternenhimmel. Eine perfekte Idylle also. Nur eines fehlt in Deeds Leben: eine Frau zum Liebhaben. Aber das, was man sich am meisten wünscht, hält das Schicksal immer am längsten zurück. Als sein entfernter Onkel Preston Blake - den Deeds seit Jahren aus den Augen verloren hat - bei einer widersinnigen Everest-Besteigung unerwartet das Zeitliche segnet, ändert sich das Leben des Jungen von Grund auf: 40 Milliarden Dollar und die Kontrolle über das Blake-Medienimperium in New York wandern über Nacht in Deeds Besitz. Im großen Preis inbegriffen sind ein Football-Team, eine Baseballmannschaft und des Onkels Privathubschrauber. Aber anstatt das Geld zu nehmen und sich zur Ruhe zu setzen, entscheidet Deeds sich für das große Abenteuer im Big Apple. Er wird sich als Medien-Multi versuchen. Die Loyalität und der Hausverstand des Kleinstadt-Jungen sind vielleicht genau das, was die verkommene Journaille im Melting Pot schon längst nötig hat. Im Blake-Imperium kocht es ob dieser Kunde natürlich gewaltig. Niemand will akzeptieren, dass ein dahergelaufener Provinzler plötzlich das Sagen haben soll. Von allen Seiten prasseln mehr oder weniger subtile Attacken auf Deeds nieder. Chuck Cedar (Peter Gallagher), ehemals Onkel Prestons rechte Hand, schläft praktisch nie - und ist zu allem bereit, um Deeds die Krone zu entreißen. Das lokale Klatsch-Fernsehen heftet sich sofort an die Fersen des neuen Medien-Promis und sucht in allen Nischen seines Lebens nach unsauberen, diffamierenden Details. Man hetzt ihm sogar die Reporterin Babe (Winona Ryder) an den Hals; getarnt als Kleinstadt-Mädchen soll sie in Deeds' Schmutzwäsche wühlen und ihn als einfältiges Landei bloßstellen. Aber je besser Babe den wahren Deeds kennen lernt, desto schwerer fällt es ihr, diese unschöne Aufgabe zu erfüllen. Keine Frage: Zwischen den beiden bahnt sich etwas Ernstes an ... Als Mischung aus Kleinstadt-Komödie und New-York-Romanze spielt Mr. Deeds vor einem außergewöhnlich vielschichtigen Hintergrund, und eine schillernde Ansammlung schräger Figuren kreuzt den Weg des jungen Neo-Großstädters. Da ist z. B. John Turturro als Onkel Prestons ehemaliger Butler Emilio, der nun seinem neuen Herrn mit Rat und Tat zur Seite steht. Oder Jared Harris als schleimiger Fernsehmanager Mac McGrath. Oder Steve Buscemi als Crazy Eyes - Buscemis erste Rolle seit der Messerattacke während der Dreharbeiten zu Domestic Disturbance. Großartig auch die kleine Rolle von Ex-Tennis-Star John McEnroe, der kurzzeitig mit Deeds um die Hochhäuser zieht. Und natürlich Winona Ryder - die sah man in letzter Zeit ohnehin viel zu selten (bzw. zu oft auf Überwachungs-Monitoren teurer Boutiquen). Adam Sandler erweist sich jedenfalls erneut als einer der wandelbarsten Komiker Hollywoods. Mr. Deeds, eine liebevolle Hommage an die klassische Screwball-Komödie Mr. Deeds geht in die Stadt aus dem Jahr 1939 (den Deeds spielte damals Gary Cooper, Regie führte Frank Capra), ist seine zweite Zusammenarbeit mit Little Nicky-Regisseur Steven Brill. Diesmal knüpfen die beiden nahtlos an Sandlers größte Erfolge (Eine Hochzeit zum Verlieben, Big Daddy) an, und vereint mit Winona Ryder als Love-Interest machen sie den Hollywood-Legenden Cooper und Capra alle Ehre. Mr. Deeds ist witziges, romantisches Starkino - eben ein sicherer Sommertipp.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at