Die drei Musketiere

Abenteuer Deutschland, USA 2011

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Alexandre Dumas' Volkshelden Athos, Porthos, Aramis und D'Artagnan sind Frankreichs popkulturelle Antwort auf William Shakespeare. Genre-Starproduzent Paul W.S. Anderson lässt die Musketiere diesen Sommer plastisch aus der Leinwand reiten und beweist mit riesiger Starbesetzung vor bayrischem Hintergrund, wie perfekt zeitlose Geschichten und neueste Technologie harmonieren.

Frankreich im 17. Jahrhundert. Während der Hochadel in dekadenten Feierlichkeiten schwelgt, sind Politik und Gesellschaft von Intrigen, Verschwörungen und schwelender Gewaltbereitschaft durchdrungen. Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) hat sich in den Kopf gesetzt, den König zu einem gottgleichen Absolutherrscher zu erheben, und dafür ist ihm kein Mittel zu schäbig. Überall schwirren seine Agenten herum und terrorisieren die Bevölkerung. Das junge Landei D'Artagnan (Logan Lerman) kommt mit seiner Mähre reichlich blauäugig nach Paris und hat wegen seines losen Mundwerks sofort Probleme am Hals. Die drei Freunde Athos (Matthew Macfadyen), Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans) sind noch vergleichsweise harmlos; die erfahrenen Soldaten können über den heißköpfigen Jungspund lachen. Aber dann greift der lokale Truppenführer Rochefort (Mads Mikkelsen) ins Geschehen ein, und flugs sehen sich die drei Musketiere und ihr neuer "Freund" D'Artagnan den angreifenden Schergen Richelieus ausgesetzt. D'Artagnan und sein Degen, wie sie sich schlagen im Kampf gegen die Elitesoldaten der Regierung, besiegeln eine wunderbare Freundschaft: Fortan ist der junge in den Kreis der drei erfahrenen Haudegen aufgenommen, und so waren ihrer vier. Die Verstärkung ist auch dringend nötig. Richelieu und die teuflische Milady de Winter (Milla Jovovich) sind drauf und dran, den naiven König Louis XIII. (Freddie Fox) und den intriganten Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) in ein Komplott zu verwickeln, das Frankreich und England in einen Krieg stürzen würde. So führt ein schicksalhafter Auftrag Dumas' vier legendäre Kampfgenossen auf große Fahrt: Ihre atemberaubende Odyssee über Land, zu Wasser und in der Luft hält große Abenteuer und brandgefährliche Action an geheimen Orten bereit, aus denen sie nur lebend herauskommen werden, wenn sie immer an ihrem Prinzip festhalten: Einer für alle! Alle für einen! Es war einmal und es ist immer noch schön - vor allem wie hier in 3D: Paul W.S. Anderson, der Kopf hinter Kino-Franchises wie Resident Evil und Alien vs. Predator, nimmt sich mit dem aus seinen bisherigen Genre-Erfolgen gewonnenen Know How eines klassischen Stoffes an. Ins Zeug hat er sich bei seiner neuerlichen Prestige-Zusammenarbeit mit den Studios Babelsberg wahrlich gelegt: Imke Duplitzer, Silber-Olympionikin und Europameisterin im Fechten, trainierte die Darsteller zu Degenakrobaten. Gedreht wurde in bayrischen Schlössern, Burgen und Palästen, für die extrem selten Drehgenehmigungen vergeben werden, wie etwa der Grünen Galerie und dem Antiquarium der Münchner Residenz oder auf Schloss Herrenchiemsee, wo zuletzt 1972 Luchino Visconti Ludwig II. drehen durfte. Burghausen wurde zur Provinz Gascogne und zu Paris, Würzburgs Residenz und Schloss Schleißheim dienten als Louvre. Tatsächlich ist die rein europäische Produktion also eigentlich ein deutscher Film. 350 Team-Mitglieder, 4000 Zulieferer und weit über 2500 Schauspieler und Komparsen zählte die Produktion. Sie benötigte u. a. über 700.000 Flugmeilen (24 Mal um die Welt), 260.000 Liter Wasser, 2000 Schriftrollen und drei Kilometer grünen Stoff für Greenscreen-Trickaufnahmen. Die drei Musketiere in 3D ist also eines der größten Unternehmen, das die Filmlandschaft Europas je gesehen hat. Da wundert einen die fette Besetzung längst nicht mehr: Neben den Genannten ist auch noch Til Schweiger als Cagliostro zu sehen.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at