Halbe Treppe

Tragikomödie Deutschland 2002

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Umkehrschwung ins Glück. In der Mitte ihres Lebens angekommen machen der verheiratete Radiomoderator Chris (Thorsten Merten) und die Verkäuferin Ellen (Steffi Kühnert) auf halbem Absatz kehrt und stürzen sich in eine wilde Affäre.

Die Ehe ist wie ein Schiff im Sturm - oder eben wie eine zu gut durchgebratene Currywurst. Aber wer möchte schon jeden Tag Pommes mit Currywurst zum Mittagessen? Nach 13 Ehejahren ist bei den Kukowskis die Luft raus. Ungeniert schneidet man sich jetzt die Zehennägel am Wohnzimmertisch und allabendlich bleibt nicht nur die Küche kalt. Nur Hans-Peter, der grüngelbe Kanarienvogel, bringt etwas Farbe in ihren grauen Alltag. "Wann ich das letzte Mal wirklich glücklich war?", sinniert Uwe Kukowski (Axel Prahl), der Betreiber der Frankfurter Imbissbude 'Halbe Treppe' über den Sinn des Lebens, "Das war, als mir Ellen gesagt hat, dass sie schwanger ist. Da hatten wir noch Zeit füreinander. Zeit hat irgendwie etwas mit Glück zu tun, aber heute muss sich ja jeder nach der Decke strecken ..." Nach der Decke streckt sich auch Uwes Ehefrau Ellen (Steffi Kühnert), allerdings hat das, was darunter steckt, eigentlich gar nichts mehr mit Uwe zu tun. Ellen geht fremd. Der Zufall hat sie in die Arme von Radiomoderator Chris Düring (Thorsten Merten) getrieben. Aus gemeinsamen Schäferstündchen in billigen Hotels erwächst eine handfeste Beziehung. Pikanterweise ist Chris nicht nur Ellens Liebhaber, sondern auch noch der Ehemann von Ellens bester Freundin Katrin (Gabriela Maria Schmiede). Auch bei den Dürings ist nach langen Jahren Ehegemeinschaft nichts mehr so, wie es einmal war. Während Katrin sich hoffnungsfroh im Fitnesscenter in Form turnt und von einem beruflichen Neuanfang in Wien träumt, schickt Chris seiner neuen Flamme Ellen liebestolle Grußbotschaften über den Äther. Die Ehe ist doch schließlich kein Marathon, bei dem es nur ums Durchhalten geht, bis man die Ziellinie erreicht, wenn der andere sich aus dem Leben verabschiedet, oder doch? Aber als Katrin eines Nachmittags unerwartet früh nach Hause kommt und ihren Mann und ihre beste Freundin in wonniger Vereinigung in der Badewanne der ehelichen Wohnung ertappt, gibt es kein Versteckspiel mehr. Die Karten liegen auf dem Tisch und werden neu gemischt. Ein vager Drehbuchentwurf aus der Feder von Regisseur Andreas Dresen war der Ausgangspunkt dieser Geschichte um zwei Paare in der Krise. Umso spektakulärer die lebensechte und präzise Umsetzung, die der hervorragenden Improvisationsarbeit der vier Hauptdarstellern Kühnert, Merten, Schmied und Prahl zu verdanken ist. "Soziale und poetische Momente stehen über formalem Perfektionismus", sagt Andreas Dresen, der Halbe Treppe großteils mit Preisgeldern finanziert hat, die er für seinen viel beachteten Spielfilm Nachtgestalten erhalten hat.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at