Die Geistervilla

Komödie USA 2003

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Stress und Spaß mit Schreckgespenstern. Stuart Little-Regisseur Rob Minkoff schickt Eddie Murphy durch ein geistreiches Vergnügen für die ganze Familie.

Es gibt Untermieter, die kriegst du selbst nach dem Tod nicht aus dem Haus. Wenn das einer weiß, dann Jim Evers (Eddie Murphy). Dabei hatte der erfolgreiche Grundstücksmakler an den größten Deal seines Lebens geglaubt, als ihn der exzentrische Millionär Edward Gracey (Nathaniel Parker) spätabends anrief und sein historisches Anwesen unweit von New Orleans zum Kauf anbot, ein Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert, der zwar schon bessere Tage gesehen hatte, aber für Achitektur-Feinspitze immer noch ein wahres Kleinod war. Evers ist keiner, der lange zögert, wenn er gute Geschäfte wittert. Flugs packte der überzeugte Workaholic seine Frau (Marsha Thomason) und die beiden Kinder ins Auto, schwindelte ihnen was von Kurzurlaub vor und fuhr voll Zuversicht in das abgelegene Sumpfgebiet, in dem Graceys Villa liegt, um das Geschäft perfekt zu machen. Der arme Mann konnte ja nicht ahnen, was ihn dort erwartet: ein mysteriöser Butler (Terence Stamp), eine hilfsbereite Wahrsagerin (Jennifer Tilly), 999 quicklebendige Hausgeister in allen Farben, Formen und Größen und vor allem ein irrwitziges Abenteuer, das genügend Grund zum Gruseln gibt und sein Leben von Grund auf verändern wird. Trotzdem: Keine Angst vor den Schreckgespenstern. Auch lebende Tote können lustig sein. Eddie Murphys (im wahrsten Sinne des Wortes) "geistreiche" Hausbesichtigung hält den Horror stets humorvoll, immerhin beruht der Film - wie schon der äußerst erfolgreiche Fluch der Karibik - auf einer Disneyland-Attraktion und will somit - frei nach dem Motto: Wenn Kreischen zum Vergnügen wird - perfekte Unterhaltung für die ganze Familie bieten. "Jeder Kinozuschauer kennt die Momente, wo die Spannung auf der Leinwand schier unerträglich wird, wo einem die Haare zu Berge stehen und nur noch ein erfrischendes Lachen die Situation bereinigen kann - genau dieses Gefühl wollten wir einen Film lang einfangen", sagt Disneys Erfolgsproduzent Don Hahn (Falsches Spiel mit Roger Rabbit, Die Schöne und das Biest, Der König der Löwen) über sein jüngstes Baby. "Die Geistervilla ist eine sehr interessante Kombination aus Komödie, Lovestory, Gruselgeschichte, Krimi, Märchen - und Zombies." Natürlich sind hunderte von Geistern auch in Hollywood nicht leicht unter einen Hut zu bringen. Da hilft es, wenn man Erfahrung im Animationsbereich hat, meint Rob Minkoff. Der ehemalige Disney-Zeichner war als Regisseur von Der König der Löwen für einen der größten Hits des Studios verantwortlich, bevor er mit Stuart Little die Seiten wechselte und für Columbia den bisher erfolgreichsten Familienfilm aller Zeiten schuf, der nicht aus dem Hause Disney stammt. Mit Die Geistervilla kehrte Minkoff wieder zu seinen Wurzeln zurück. "Bei einem Zeichentrickfilm arbeitet ein Riesenteam Schulter an Schulter an der Verwirklichung einer Vision", erklärt Minkoff. "Die vielen Erfahrungen, die ich dabei sammeln konnte, halfen mir dabei, meine Geschichten möglichst visuell zu erzählen. Beim Trickfilm verwenden wir Skizzen und Bilder, um Figuren zu schaffen und Stories zu entwickeln, hier waren die Schauspieler mein Werkzeug. Aber die grundsätzliche Aufgabe bleibt gleich: Wie kann ich die Handlung möglichst gut erzählen? Wie kann ich erreichen, dass mein Publikum immer auf die richtigen Stellen schaut?" Zum großen Expertenstab, der den Regisseur in diesem Streben unterstützte, gehörte auch Rick Baker, der als Hollywoods genialster Spezial-Make-Up-Experte auf die unglaubliche Liste von sechs Oscars (An American Werewolf in London, Bigfoot und die Hendersons, Ed Wood, Der verrückte Professor, Men in Black, Der Grinch) und vier Nominierungen (Greystoke - Die Legende von Tarzan, Herr der Affen, Der Prinz aus Zamunda, Mein großer Freund Joe, Lebenslänglich) verweisen kann. Diesmal hatte der Mann, der in der Filmindustrie den Ehrentitel "Alien Maker" trägt, ganz besonders viel zu tun. Immerhin lag es vor allem an den Früchten seiner Fingerfertigkeit, wenn jedes Grinsen glaubhaft zur Grimasse werden sollte. Baker modelierte seine Monster nach einer Art angewandtem Method Acting: "In meiner Phantasie hatte jedes Gespenst seine eigene Persönlichkeit, seine eigene Vergangenheit. Der lustigste Teil der Arbeit war, wenn ich mir kreative Todesarten für sie ausdenken musste." Klingt nach jeder Menge Spaß. Nur Eddie Murphy kommt nicht aus dem Kreischen raus. Versprochen.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at