Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Abenteuer, Action-Komödie USA 2008

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Indy ist der größte Schatz – neben ihm hat keiner Platz! Indiana Jones ist zurück - in voller Pracht: Schlapphut, Peitsche, schiefes Grinsen, coole Sprüche. Dazu ein paar neue Gesichter (Shia LaBeouf & Cate Blanchett), gute alte Bekannte (Karen Allen) und natürlich die größten Abenteuer von überhaupt.

Fast 20 Jahre sind nun vergangen, seit Harrison Ford das letzte Mal mt seiner Indy-Peitsche geknallt hat und in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug die fiesen Nazis mehr oder weniger souverän daran gehindert hat, sich den Heiligen Gral und damit die Weltherrschaft zu krallen. Man sollte glauben, dass derlei Aktivitäten ihm wenn schon nicht unermesslichen Reichtum dann wenigstens die ewige Dankbarkeit seiner Umwelt eingebracht hätten – aber nein, weit gefehlt. Nach wie vor lehrt er als emsiger und oftmals belächelter Uni-Professor, bis ihm sein wohlmeinender Freund und Rektor (Jim Broadbent) eines Tages eine unschöne Mitteilung macht: Sein letzter Forschungs-Trip, der wie immer bei Indy etwas, nun, unkonventionell verlief, hat den heftigen Verdacht der Regierungsbehörden auf Anti-Amerikanische Umtriebe erregt. Man schreibt das Jahr 1957, der Kalte Krieg ist in vollem Gange, die Paranoia tobt, und Professor Jones ist offiziell gefeuert. Wütend packt Indy Hut, Peitsche und Forschungsunterlagen zusammen und verlässt die Stadt. Doch er kommt nicht weit, ein waschechter Halbstarker samt Motorrad hält ihn auf und stänkert ihn an. Der reichlich großmäulige Mutt (Transformers-Bändiger Shia LaBeouf) hat allerdings nicht nur freche Sprüche auf Lager und viel zu viel Pomade im Haar, sondern auch einen richtig interessanten Vorschlag. Mutt will Professor Jones behilflich sein, einen der größten Schätze zu finden, die es für einen passionierten Archäologen geben kann: Den Kristallschädel von Akator, ein uraltes, extrem wertvolles Artefakt, um das sich zahllose Mythen, Legenden und Gerüchte ranken. Ausgangspunkt für Indys neuen Adventure-Quest ist das ferne Peru. Der Professor und sein junger Schützling krebsen in den verstecktesten Winkeln des Andenstaates herum und brauchen all ihr Abenteurergeschick, um nicht zwischen uralten Grabmalen, dicht durchwachsenem Dschungel und mysteriösen Zeugnissen längst versunkener Zivilisationen selber verloren zu gehen. Und wie erwartet gibt's dazu noch Schatzsucher-Konkurrenz, und zwar der allerschärfsten Sorte: Keine geringere als die hammerharte und tödlich schöne KGB-Eliteagentin Irina Spalko (Cate Blanchett als hinreißend gnadenlose Abenteuer-Domina) ist ebenfalls hinter dem Schädel her, und sie hat auch ihre ganze Truppe bestens ausgebildeter und gar nicht zimperlicher Agenten-Boys dabei. Wieder einmal kein Frühlingsspaziergang für den ja auch nicht mehr ganz taufrischen Professor, der sich mehr als einmal vom jugendlich frischen Mutt aus der Patsche helfen lassen muss – und von einer guten alten Bekannten: Marion Ravenwood (Kate Allen), die sexy Indy schon im allerersten Indiana-Jones-Film kaum einen Wunsch abschlagen konnte. „Es war etwa vor einem Jahr, als plötzlich mein Telefon läutete“, erinnert sich Kate Allen, deren Karriere seit ihrer Hauptrolle als Indies ebenso trinkfestes wie wehrhaftes Babe in Jäger des Verlorenen Schatzes aus 1981 eher ruhig verlaufen ist. „Steven Spielberg war dran. Er sagte: , Hi, du weißt ja sicher, warum ich anrufe?“ Ich hatte natürlich keine Ahnung. Ich meine, der Verlorene Schatz ist über ein Vierteljahrhundert her! Steven lachte sich halb kaputt, bis er schließlich meinte: ,Weißt du, wir machen einen neuen Indiana Jones, und du bist dabei!‘“ Kate Allen war natürlich nicht die einzige, die von der frohen Kunde vom fulminanten Comeback des peitschenschwingenden Lieblingshelden erst mal aus den Socken gehebelt wurde. So lang schon kursierte das Gerücht vom vierten Indy, so viele angebliche Drehbeginne, Besetzungslisten, Skripts und Starttermine hatten sich schon in heiße Luft aufgelöst, dass niemand mehr wirklich dran glauben wollte. Die Rechte für Indy liegen bei der heiligen Kino-Dreifaltigkeit George Lucas, Steven Spielberg und Harrison Ford – und die drei Herren hatten einen stillschweigenden Pakt geschlossen, dass ein vierter Teil nur dann entstehen würde, wenn ein Script auftaucht, das alle drei happy macht. Und notwendig hatte es wahrlich keiner von ihnen, diesen Film zu drehen. Das Drehbuch, das schließlich allen dreien konvenierte, war schließlich wirklich etwas ganz Besonderes – so speziell, dass es monatelang zu den bestgehüteten Geheimnissen Hollywoods gehörte. Die Schauspieler bekamen bis ganz knapp vor Beginn der Dreharbeiten kein eigenes Exemplar, sondern mussten während der Proben zum Skriptstudium in Spielbergs Büro einchecken. LaBeouf: „Als ich endlich meine eigene Drehbuch-Kopie bekam, waren auf jeder Seite Wasserzeichen, Stempel und wahrscheinlich auch noch irgendwelche unsichtbare verschlüsselte Messages, damit ja keiner auf die Idee kommt, Teile davon zu kopieren oder weiterzugeben. Aber das war noch längst noch nicht alles: Es gab eine eigene Drehbuch-Hotline! Ich durfte gar nicht dran denken, das Teil etwa während eines Barbesuchs am Rücksitz meines Autos liegen zu lassen. In solchen Situationen rief ich einfach diese Hotline-Nummer an, und es kam sofort jemand, es abzuholen. Rund um die Uhr! Einfach irre!“Aber die Herren Spielberg, Lucas und Ford wissen halt, wie man eine Schatzsuche bis ins letzte Detail perfekt inszeniert, darauf kann man sich einfach verlassen. Genau wie auf Indiana Jones.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at