Blueberry und der Fluch der Dämonen

Western Frankreich 2004

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Beinahe vierzig Jahre musste Jean Giraud (alias Moebius) auf die Filmversion seiner legendären Western-Comics warten. Dank Jan Kounen (Regie) und Vincent Cassel (Hauptrolle) ist es nun endlich soweit.

Marshall Mike Blueberry (Vincent Cassel), der verschlossene Gesetzeshüter einer kleinen Wildwest-Stadt in der Wüste von New Mexiko, ist ein Wanderer zwischen den Welten. Als junger Mann wäre er bei einer Schießerei beinah ums Leben gekommen, Indianer haben den Schwerverletzten damals gefunden und wieder gesund gepflegt. Seitdem ist er mit ihren Riten und Gebräuchen bestens vertraut. Blueberry betrachtet die Indianer als seine Familie. Trotzdem musste er in die Welt der Weißen zurückkehren. Er spürte instinktiv, dass sein Schicksal dort auf ihn warten würde. Wally Blount (Michael Madsen) ist der Bandit, dem Blueberry alle Seelenschmerzen zu verdanken hat. Viele Jahre war er wie vom Erdboden verschwunden, nun ist er wieder aufgetaucht. Als Anführer einer Gruppe skrupelloser Gauner macht er Jagd auf einen Mythen umwobenen Goldschatz, der im Heiligen Berg der Indianer liegen soll. Auch die neuerliche Begegnung mit seinem Erzfeind soll Blueberry fast das Leben kosten. Nun hat er nur noch eine Möglichkeit: Gemeinsam mit der Barsängerin Maria (Juliette Lewis) und seinem schamanischen Blutsbruder Runi (Temuera Morrison) macht er sich auf, um Wally Blount ein letztes Mal zu stellen. Es wird ein Ritt, der in die Welt der Geister führt, weit jenseits aller Grenzen von Gut und Böse. Auch wenn Jan Kounens mystischer Western auf der legendären Comicfigur von Jean Giraud (alias Moebius) und Jean Michael Charlier beruht, so wird man das Abenteuer "Blueberry und der Fluch der Dämonen" in den bisher erschienen 41 Alben der Blueberry-Reihe vergebens suchen. Der Film, dessen Skript Regisseur Jan Kounen gemeinsam mit Roman Polanskis bevorzugtem Drehbuchautor Gerard Brach entwickelte, beruht zwar überwiegend auf den Stories der beiden Alben "Die vergessene Goldmine" (Band 11, 1969) und "Das Gespenst mit den goldenen Kugeln" (Band 12, 1970), der eigentliche inhaltliche wie optische Schwerpunkt der Geschichte aber kommt in den Comics nicht vor: Die Begegnung mit der Welt des Schamanismus beruht auf Erfahrungen, die Kounen im Verlaufe mehrerer ausgedehnter Reisen zu Schamanen in Peru und Mexiko sammeln konnte. Es ging darum, Sinneseindrücke, die mit Worten nicht zu beschreiben sind, wenigstens visuell verständlich zu machen, sagt der Filmemacher. "Unsere Welt tendiert dazu, nur eine Realität als gegeben anzunehmen. Ich wollte die Eindeutigkeit dieser Sichtweise relativieren, indem ich sie mit dem Realitätsverständnis der Indianer konfrontierte. Unsere Kultur ist groß in der Herrschaft über die materielle Welt. Der spirituellen Welt stehen wir mit der Unwissenheit von Säuglingen gegenüber. Bei den Indianern ist es praktisch genau umgekehrt."

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at