Silent Hill: Revelation

Horror Frankreich, Kanada, USA 2012

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Asche zu Asche zu ... noch viel mehr Asche: Auch im zweiten Kino-Abstecher in die allseits gefürchtete Videospiel-Höllenstadt sollte man lieber einen richtig guten Unterschlupf gefunden haben, bevor es dunkel wird.

Die Jahre sind ins Land gezogen, die traumatischen Ereignisse wurden vermeintlich verdrängt, das Leben gut in seinen neuen Lauf gebracht. Und doch wird die 18-jährige Highschool-Schülerin Heather (Adelaide Clemens) ständig wieder von schrecklichen Visionen und Träumen eingeholt. Da mag ihr Vater Harry (Sean Bean) noch so sehr besänftigend auf sie einwirken; das Töchterchen ahnt schon, dass da mehr dahintersteckt. In der Tat ist Heather ein Teenager mit schlimmem Vorleben - das für den geneigten Horror-Fan freilich nichts Neues ist: Vor sechs Jahren irrte sie als verstörtes Mädchen mit seiner Mutter (Radha Mitchell) durch die von allen guten Geistern verlassene Kleinstadt Silent Hill - und entkam selbiger nur aufs allerknappste. Die von Harry für seine Tochter inszenierte Flucht vor unvollendeten Tatsachen hat schließlich aber ein zwangsläufiges Ende, als er aus seinem Haus entführt wird. An der Wand: die mit Blut geschriebene Aufforderung "Come To Silent Hill". Heather bleibt somit gar nichts anderes übrig, als sich zusammen mit ihrem neuen Love Interest Vincent (Kit Harington, Game of Thrones) auf die Suche zu machen und sich einer von ihr nie verarbeiteten Vergangenheit zu stellen. Vorhang auf also (wieder) für all die infernalischen Kreaturen, die die stille Stadt im immerwährenden Ascheregen nächtens so heimsuchen: die gesichtslosen Nurses etwa oder der Axt-schwingende Pyramidenkopf, der leider gar nicht so lieb aussieht wie der, mit dem Deichkind gemeinhin auf der Bühne rumtollen. Die unzähligen Fans der beliebt-berüchtigten Computerspiel-Reihe Silent Hill mussten länger als ihnen lieb ist auf einen zweiten Kino-Abstecher in ihre hochgeschätzte Höllenstadt warten - möglicherweise ja auch, weil die Latte nach der ersten Adaption aus dem Jahre 2006 relativ sehr hoch lag: Christophe Gans' mit unbeschreiblicher Bildwucht protzender Film gilt vielen noch heute als eine der überzeugendsten Game-to-Movie-Übersetzungen aller Zeiten. Sein Nachfolger Michael J. Bassett hat sich für das (übrigens auf dem dritten Spiele-Teil basierende) Silent Hill: Revelation allerdings auch keineswegs lumpen lassen - und seinen nicht minder derben Goth-Horror-Images zusätzlich noch eine satte 3D-Behandlung zugestanden. Mit durchschlagendem Erfolg: Schon nach wenigen Kinominuten in Silent Hill glaubt man als Zuseher, komplett von Asche bedeckt zu sein. Vielleicht entdeckt einen ja dann zumindest der fürchterliche Pyramidenschädel nicht ganz so leicht ...

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at