Hostel

Horror USA 2005

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Quentin Tarantino präsentiert einen Horrorfilm der härteren Sorte. In Eli Roths morbidem Meisterwerk führt die Suche nach dem Urlaubsflirt direkt in den Folterkeller.

Partys, Drogen, Sex. So ungefähr stellen sich die Amerikaner Paxton und Josh (Jay Hernandez und Derek Richardson) sowie der Isländer Oli (Eythor Gudjonsson) ihre Rucksack-Reise quer durch Europa vor. In Amsterdam bekommen die vergnügungssüchtigen Hardcore-Hedonisten einen ganz besonders heißen Tipp. Fernab der ausgelatschten Touristenpfade, nicht in Paris, nicht in London, nicht in Rom, sondern in der Slowakei, genauer gesagt in einem kleinem Hostel in der Nähe von Bratislava soll es die schärfsten Frauen Europas geben. Wozu noch warten? Schon am nächsten Morgen sitzen die drei voller Vorfreude im Zug.Hätten sie nicht tun sollen. Das kommt davon, wenn man die Klassiker nicht kennt: Schon der griechische Weltenbummler Odysseus lernte auf die harte Tour, dass gerade die Inseln, von denen die Syrenen locken, Tod und Verderben weit über Spaß und Vergnügen stellen. Und dieses Hostel ist so eine Insel: auf Lust folgt Leichenschmaus. Am Anfang ist noch alles voll korrekt. Paxton und Josh werden von Natalya und Svetlana (Barbara Nedeljákova und Jana Kaderabková) sofort zu Sauna und sonstigen Spezialitäten verführt, aber schon am nächsten Morgen wird klar, dass der Mann aus Amsterdam nicht mit der ganzen Wahrheit rausgerückt ist. Das Hostel ist die Anlaufstelle für einen finsteren Folterkeller, in dem gelangweilte Millionäre zum Zeitvertreib frisches Fleisch zerstückeln. Horror statt Happyend? Anzunehmen. Weil, wie sie hier wieder mit heiler Haut rauskommen sollen, sagt unseren Freunden natürlich keiner. Gustostückerl für Gruselgourmets. Dass der amerikanische Kultregisseur Quentin Tarantino (Kill Bill, Pulp Fiction) eine ausgeprägte Vorliebe für Blut und Beuschl hat, sieht man hier besonders schön: Eli Roths morbides Meisterwerk Hostel, dieser konsequent rohe und brutale Genre-Meilenstein, der alle Grenzen überschreitet und so selbst härteste Horrorfans schocken sollte, wird von Quentin Tarantino nicht nur präsentiert, der Meister war auch maßgeblich an der Entwicklung des Stoffes beteiligt. Unschuldige Rucksack-Touristen stolpern in eine Welt, wo für Geld gefoltert und gemordet wird. "Tarantino rastete buchstäblich aus, als ich ihm von meiner Idee erzählte", erinnert sich Roth, der nach seinem erfolgreichen Erstling Cabin Fever nicht hundertprozentig sicher wusste, womit er sein Publikum als nächstes erschrecken sollte. "Quentin ist ein lebhafter Kerl, aber ich habe ihn noch nie so begeistert gesehen. Er rief: Oh mein Gott! Das ist die verdammt noch mal die gruseligste Idee für einen Horrorfilm, von der ich seit Jahren gehört habe. Mach diesen Film JETZT!"

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at