Die Eisprinzen

Komödie USA 2006

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Das Fitnessprogramm für die Lachmuskeln. Als erstes männliches Eislaufpaar aller Zeiten setzen Will Ferrell und Jon Heder auf die Komik zwischen Kür und Pflicht.

Kurioser Boxenstopp in der Königsdisziplin Eiskunstlauf. Mit der wilden Prügelei, die sich die konkurrierenden Profiskater Chazz Michael Michaels (Will Ferrell) und Jimmy MacElroy (Jon Heder) ausgerechnet zum Finale der Weltmeisterschaften geliefert haben, scheint auch die weitere Sportlerkarriere der beiden Streithähne endgültig begraben worden zu sein. Zwar weiß die Welt spätestens seit eine gewisse Tonya Harding ihrer Konkurrentin Nancy Kerrigan im Vorfeld der us-amerikanischen Meisterschaften am 6. Januar 1994 das Knie mit einer Eisenstange kaputt schlagen ließ, dass Eiskunstlauf ohne Zickenkrieg nur das halbe Vergnügen ist, aber dieser Watschentanz, noch dazu wo er vor einem weltweitem Millionenpublikum aufgeführt wurde, war dann doch zu viel für die Würde des Schlittschuhsportgeschehens. Einen derartig gewagten Dreifachaxel des undisziplinierten Verhaltens kann kein Punkterichter ungestraft durchgehen lassen. Aus. Vorbei. Sense. Umsonst trainiert. Quasi Klimakatastrophe in der Eiszeit. Bis ans Lebensende verbannt von den Kufen, die die Welt bedeuten. Langsames Schlittern in die Bedeutungslosigkeit. So trostlos würde der weitere Weg der jähzornigen Kurvenkratzer aussehen, wenn nicht ein kauziger Trainer (Craig T. Nelson) auf eine geniale Idee gekommen wäre: Dass Chazz und Jimmy nicht mehr solo aufs Eis dürfen, heißt nämlich noch lange nicht, dass die beiden Missetäter nicht als Duo im Paarlauf antreten können. Ein gleichgeschlechtliches Doppel hat man zwar noch nie gesehen bei einer offiziellen Meisterschaft. Aber erstens ist gerade das die Chance auf die Goldmedaille. Und zweitens wird das Problem wohl zu stemmen sein. Beziehungsweise der Partner. Qietschvernügte Choreografien in knallengen Hosen. Schon begnadete Witzbolde wie Charlie Chaplin und Buster Keaton wussten, dass Körperbeherrschung der erste Schritt zur großen Lachnummer im Kino ist. Mit Anarchie, Action und Anmut schlittern Will Ferrell (der zuletzt mit der Racing-Komödie Ricky Bobby - König der Rennfahrer schon eine andere Sportart durch den Kakao gezogen hat) und Jon Heder (der 2005 mit der Teenager-Komödie Napoleon Dynamite den MTV Movie Award als Newcomer des Jahres gewann) durch ein Slapstick-Vergnügen der ganz besonders schwungvollen Sorte. "Man glaubt gar nicht, wie viel Arbeit Eislaufen erfordert", klagte Will Ferrell folgerichtig nach den rutschigsten Dreharbeiten seiner bisherigen Kino-Laufbahn. "Klar weiß man, dass diese Figuren schwierig sind, selbst wenn sie im Fernsehen federleicht ausschauen. Aber dass sie gleich so schwierig sind, sagt einem vorher keiner. Jon und ich haben monatelang trainiert. Jetzt wirken wir auf dem Eis wenigstens einigermaßen graziös."

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www.skip.at