Freedom Writers

Drama USA 2007

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Nach den Rassenunruhen von 1993 in L. A. versucht eine junge Lehrerin, einer ethnisch gemischten Klasse den Gemeinschaftsgedanken näherzubringen - und lässt eine Schülerbewegung entstehen: Hilary Swank in der wahren Geschichte der Freedom Writers.

1993 wird der afro-amerikanische US-Bürger Rodney King von Polizisten sinnlos krankenhausreif geprügelt. Jemand hält es auf Video fest, alle TV-Stationen senden das Band live in Endlosschleife - und wenige Stunden später steht L.A. in Flammen: Die wüstesten Rassenunruhen der jüngsten Geschichte sind ausgebrochen - die Wohngegenden der dunkelhäutigen Armen und Ausgebeuteten versinken in Gewalt, Chaos und Anarchie. Zwar bekommt das US-Militär die Ausschreitungen schnell unter Kontrolle. Aber es kocht weiter im Ghetto. Hier beginnt für die erst 23jährige Lehrerin Erin Gruwell (Hilary Swank) an der Wilson High School in Long Beach der erste Schultag. Die Wilson High ist eine öffentliche Schule in einer multikulturellen, sozial minderprivilegierten Gegend von Los Angeles. Voller Idealismus tritt Erin ihren Job an - und wird von der Realität gleich einmal ordentlich zurückgetreten: Die Schule hat ihre Glanztage lange hinter sich, Gangs machen das Terrain unsicher, die Lehrer haben Angst, die Schüler keinen Bock. Stattdessen gehen sich die afrikanisch-, koreanisch- und hispanischstämmigen Schüler laufend gegenseitig an den Kragen, wie sie es für den Überlebenskampf im Straßenkrieg der Gangs gelernt haben. Erins Klasse scheint in dieser Hinsicht Spitzenreiter: Der Lehrkörper hat sie längst als hoffnungslose Fälle aufgegeben. Aber Erin lässt sich nicht entmutigen, auch wenn ihr die eigenen Schüler eher respektlos und feindselig gegenübertreten. Ihr Versuch, Lesestoff aus der Schulbibliothek zu bekommen, prallt von ihrer Vorgesetzten restlos ab: Margaret (Imelda Staunton) bewahrt die Stapel druckfrischer Bücher lieber im Regal auf, als sie den Schüler zum Bekritzeln und Zerreißen zu überlassen. Also investiert Erin ihr eigenes Geld. Sie besorgt den Schülern Bücher von Autoren, die wie sie ganz unten waren und einen Krieg miterlebt und beschrieben haben. Das Tagebuch der Anne Frank zum Beispiel. Und tatsächlich beginnen die Schüler zu verstehen - und zuzuhören. Unter den neidischen Augen Margarets, die Erin immer wieder zu sabotieren versucht, wird ihre Klasse nach und nach zu einer eingeschworenen Gemeinschaft: Jede/r führt ein tagebuchartiges Notizbuch, in dem er seine eigenen Gedanken niederschreibt, welcher Art auch immer. Aber die alltägliche Gewalt auf den Straßen macht auch vor den Schultoren nicht halt und erweist sich als zäher Gegner … Dies ist die wahre Geschichte von Erin Gruwell, Autorin des Buchs The Freedom Writers Diary: How a Teacher and 150 Teens Used Writing to Change Themselves and the World Around Them, auf deren selbstlose und kreative Weiterentwicklungen in Sachen Schulunterricht einer der erfolgreichsten "Schulversuche" der USA zurückgeht - die Freedom Writers Association (www.freedomwritersfoundation.org). Hervorragend besteht die sympathische Hilary Swank im Business-Kostüm mit Perlenkette vor einer Klasse aus erstklassigen, mitunter schwerbewaffneten Gang-Aspiranten - das ist erstklassig gespielt, emotional mitreißend und umso besser, weil es wirklich passiert ist.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at