Harry Potter und der Halbblutprinz

Action, Fantasy, Literaturverfilmung GB, USA 2008

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In Hogwarts herrschen Sturm und Drang. Aber während im Rest der heranreifenden Zauberschüler die Gefühle und Hormone verrückt spielen, muss Harry Herr der Lage bleiben: Das schicksalhafte Zusammentreffen mit Voldemort steht unmittelbar bevor, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Aber auch Harry ist verliebt …

Tom Riddle war kein besonders guter, oder besser gesagt kein besonders gehorsamer Schüler. Aber er war außergewöhnlich talentiert, und er interessierte sich sehr für die dunklen Künste. Das ist leider eine ziemlich explosive Mischung. Dass Riddle nicht nur Sohn eines der Gründer von Hogwarts ist, sondern schließlich zu Lord Voldemort wurde, ist bekannt, aber in seiner Relevanz noch nicht wirklich ins Bewusstsein jener gerückt, die Harry Potter auf den Kampf mit ihm vorbereiten sollen. Sie haben ja auch alle Hände voll zu tun. Seit Voldemorts nicht zu leugnender Rückkehr sind die Todesser unglaublich aggressiv geworden. Sie richten mittlerweile sowohl in der Muggel-Welt als auch in der Welt der Zauberer beträchtliches Chaos an, und nicht einmal in den ehrwürdigen Mauern der Schule kann man sich noch sicher fühlen. Dumbledore ist nun quasi Harry Potters Privatlehrer geworden – es geht schließlich darum, seinem zukünftigen Nachfolger so viel wie möglich beizubringen. Zu diesem Zweck konfrontieren Dumbledore und Harry in einem geplünderten Muggel-Haus einen alten Mann, der sich als Horace Slughorn (Jim Broadbent), einst Hogwarts-Lehrer und deshalb leidlich eingebildet, entpuppt. Slughorn soll an die Schule zurückkehren, um Harry zu unterrichten. Schließlich war Tom Riddle einst Slughorns bester Schüler. Also geschieht es auch so. Wenig später gelangt Harry an ein seltsames Buch, dessen einstiger Eigentümer ein gewisser „Halbblutprinz“ war. Dieser ominöse Prinz dürfte ziemlich gewitzt gewesen sein. Er verbesserte reguläre Rezepte für bestimmte Tränke, Zaubersprüche und Flüche erheblich, hatte originelle, aber auch sehr abartige Ideen – und sie alle notierte er an den Rändern der Seiten in seinem Buch, wo Harry sie nun praktischerweise ablesen und lernen kann. Das führt den guten Harry aber in sehr gefährliche Bereiche. Allerdings lebt Harry ohnehin die längste Zeit schon ziemlich gefährlich. Eine ganz spezielle Problemzone, die sich immer mehr zuspitzt, ist z. B. die Rivalität zwischen Harry und Draco Malfoy. Es wird immer klarer, dass Malfoy im Auftrag des Dunklen Lords durch Hogwarts schleicht, und Harry scheint als einziger wild entschlossen, ihm das Handwerk zu legen. Auch in dieser Hinsicht wird es eine heftige Auseinandersetzung geben. Und dabei kommen die verbesserten Sprüche des Halbblutprinzen äußerst gelegen. Es geht heftig und ganz schön düster zu in den altehrwürdigen Hallen. Aber nebenbei gibt es auch kleinere Problemchen – die den Betroffenen aber möglicherweise viel bedeutungsschwerer vorkommen. Die Liebe grassiert nämlich in Hogwarts. Harry ist total in Rons Schwester Ginny Wasley verschossen, sehr zum Missfallen ihres Freundes Dean Thomas. Ron wiederum wird von der ziemlich schrägen Lavender Brown neuerdings mit Aufmerksamkeiten überschüttet. Was Hermine vor Eifersucht kochen lässt – das kann sie allerdings nicht zeigen. Schließlich machen mit einem Liebestrank verpanschte Pralinen die Runde – und das Chaos perfekt. Nur ein Schüler ist von all dem Treiben unbeeindruckt. Dabei würde er so gerne Eindruck machen. Wenn es sein muss, auch mit dunklen Machenschaften. Und so bahnt sich eine Tragödie an, die Hogwarts für immer verändern könnte … Wie schon bei Harry Potter und der Orden des Phönix 2007 führt auch diesmal David Yates Regie, und wie bei allen bisherigen Filmen stammt auch diesmal das Drehbuch von Steve Kloves. Neu in Hogwarts sind Oscar-Preisträger Jim Broadbent (Iris, Die Chroniken von Narnia) und Helen McCrory (Die Queen) als Draco Malfoys Mutter Narcissa Malfoy, Schwester der bösen Bellatrix Lestrange. Aber auch Newcomer trumpfen auf – z. B. Jessie Cave als Lavender Brown oder Hero Fiennes Tiffin und Frank Dillane als Tom Riddle in unterschiedlichen Altersphasen. Es ist der wahrscheinlich düsterste Harry Potter-Film bisher – eindeutiges Sommerblockbuster-Material.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at