Rush Hour 3

Action-Komödie USA 2007

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Die französische Geheimpolizei legt ihre letzte Hoffnung ausgerechnet in zwei totale Chaoten: Inspector Lee (Jackie Chan) und Detective Carter (Chris Tucker) machen Paris sicher - ohne bewusste Absichten, dafür mit umso mehr Witz und Action.

Organisiertes Verbrechen hatte einmal Lokalkolorit. Die Mafia in Italien, das Medellin-Kartell in Kolumbien, die Triaden in Hongkong - früher wusste der gemeine Unterweltler eben noch, wo er hingehört. Aber die Globalisierung macht vor Nichts und Niemandem halt. Heute machen die schweren Jungs auf international. Nicht einmal vor einer reklusiven Nation wie Frankreich machen sie Halt. Paris hat neuerdings ein Chinesenmafia-Problem. So, wie China als Wirtschaftsmacht derzeit den Weltmarkt aufmischt, haben sich auch die schwarzen Schafe unter den roten Kulturrevoluzzern auf alle Kontinente ausgebreitet und zur größten Verbrecherorganisation der Welt aufgeschwungen, und selbstverständlich ist die Welthauptstadt der Liebe der optimale Nährboden für gewaltbereite Schattengewächse aus Fernost. Ein Dutzend Geheimagenten der Grande Nation wurden bereits von chinesischen Killern über den Jordan geschickt. "Wir befinden uns im Krieg", meint der Chef der Pariser Geheimpolizei. Dass er darin auf verlorenem Posten steht, wird spätestens dann klar, wenn sich herausstellt, auf wem in diesem Krieg die letzten Hoffnungen lasten: Es sind Chief Inspector Lee aus Hongkong (Jackie Chan) und Detective James Carter aus Los Angeles (Chris Tucker). Jenes Polizisten-Duo, das bereits zweimal den renitentesten Ganoven der Welt das Fürchten lehrte - der eine mit bescheidener Zurückhaltung, liebenswerter Schusseligkeit und konkurrenzloser Martial-Arts-Technik, der andere mit Glück und Spontanität, frechem Mundwerk und einer gesunden Portion Trotteligkeit. Zwei Katastrophen-Cops in Paris - das kann ja heiter werden. Und fängt auch gleich gut an: Abgefangen am Pariser Flughafen von Detective Revi (Roman Polanski), werden sie zur Begrüßung einem "Full Body Search" unterzogen - da geht’s bekanntlich mit Gummihandschuh direkt in die Privatsphäre. Es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Revi wird den beiden stets störend im Weg stehen, wenn sie versuchen, das Geheimnis um allerlei dunkle Machenschaften im Land der Froschfresser zu lüften. Dafür fängt er auch die eine oder andere Faustwatsche ab. Ansonsten läuft alles wie am Schnürchen: An jeder Ecke warten wunderschöne Französinnen, tödliche Kung-Fu-Kämpfer und ausweglose Situationen, die eigentlich nur Tod und Verderben bringen können. Genau das richtige Biotop für zwei Polizisten, die längst unter der Erde lägen, wenn sie nicht ständig so verdammt viel Glück hätten … Wer Rush Hour hat, braucht nichts anderes. Deshalb spielt Chris Tucker seit 1998 praktisch nur noch in diesen Filmen mit. Von seinem Partner Jackie Chan kann man das nicht behaupten: Der hat im selben Zeitraum 20 Filme gemacht, darunter sehr viele chinesische Produktionen. Chan ist bekanntlich seit Jahrzehnten ein Top-Spieler auf dem asiatischen Markt und erst vor eher kurzer Zeit als Hollywood-Kassenmagnet entdeckt worden - nämlich 1998, mit Rush Hour. Für die bewährte Mischung aus wuselnder Action, hysterischem Fun und augenzwinkerndem Sex-Appeal sorgt im dritten Abenteuer der Chaoten-Cops wie immer Regisseur Bratt Ratner, der neben der Rush Hour-Serie u. a. noch Hannibal Lecter (Roter Drache) und die X-Men (Der letzte Widerstand) im Portfolio hat. Auf der Darstellerseite mischt das britische Fußball-Rauhbein Vinnie Jones (Snatch) ein wenig handfesten Hooliganism in den französischen Weichkäse, für die sanfteren Töne ist unter anderem Supermodel Noémie Lenoir zuständig. Und dass mit Roman Polanski einer der bedeutendsten Regisseure der Welt eines seiner äußerst raren Comedy-Gastspiele gibt, macht den Besuch von Rush Hour 3 zusätzlich zur Pflichtübung.

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