Planet Terror

Action, Horror, Komödie USA 2007

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Eine Stripperin mit einem Maschinengewehr als Beinprothese gegen eine Armee von Zombies: Robert Rodriguez’ Verneigung vor dem schönsten aller Horror-Subgenres ist genauso deftig und blutig wie witzig und stylish. Eine Sternstunde des Trash-Kinos.

Es gibt gewisse Dinge im Leben, auf die ist einfach Verlass. Wenn es z. B. in den TV-Nachrichten heißt, dass auf der nahegelegenen Militärbasis ein Experiment mit Biowaffen schiefgegangen sei und die Leute in ihren Häusern bleiben sollten, kann man sich darauf verlassen, dass es nicht einmal mehr einen Sinn hat, sein Testament zu machen. Wenn das Militär Scheiße baut, dann nämlich immer unter Ablebensgarantie für die Gesamtbevölkerung. Aber in einem abgetakelten Strip-Club in einer texanischen Kleinstadt, wo sich soeben Ereignisse der beschriebenen Art anbahnen, läuft kein Fernsehen. Hier starren die Leute gewöhnlich woanders hin. Allerdings ist das Publikum auch nicht gerade zahlreich. Und die trashig-attraktive Cherry (Rose McGowan), die hier ihr täglich Brot zu verdienen versucht, hat ohnehin beschlossen, endlich ihr Leben zu ändern. Als sie sich allerdings auf ihr Motorrad schwingt, um mit Vollgas ihrem neuen Leben entgegenzubrausen, muss sie feststellen, dass sich ganz ohne ihr Zutun bereits so ziemlich alles verändert hat. Irgendwas Grausliches ist aus der Forschungsstation der US Army am Stadtrand entfleucht, und jetzt schlurfen Horden von infizierten Kleinstädtern, am ganzen Körper übersät mit eitrigen Blattern, auf der Suche nach leckerem Menschenfleisch durch die Straßen. Die Stadt gleicht einem Kriegsgebiet, Autowracks, Feuersbrünste und Leichen zieren das Stadtbild. Rauskommen kann offenbar keiner mehr. Auch Cherry nicht. Aber wenigstens findet sie ein paar Verbündete - ihren Exfreund Wray (Freddy Rodriguez) und einen hilfsbereiten Polizisten (Michael Biehn), beides üble Proleten, aber durchaus fesch und kampfbereit. Der Kampf läuft aber nicht ohne schwere Blessuren ab. Cherry zum Beispiel verliert ihr linkes Bein. Aber in so einer Situation macht man aus der Not besser eine Tugend: Sie lässt sich ein Sturmgewehr an den Stumpf schrauben und fortan ihr effektives Mittel gegen die Sickos immer griffbereit … Neu erfinden lässt sich das Zombie-Genre ohnehin nicht, aber es in seiner ursprünglichsten Form - dem Billig-Exploitation-Trashfilm der 70er-Jahre - wiederzubeleben, ist bisher noch keinem eingefallen: Robert Rodriguez geht mit Liebe ans Werk, erschafft mit großem Budget und ernsthaften Schauspielern einen überaus grindigen Look und Feel inklusive Projektorsurren, Bild- und Tonfehlern, schenkt sich in Sachen Blut-Gesplatter absolut nichts, mischt jede Menge schräger Witze rein und schafft unterm Strich den Eindruck von fetziger, hipper Vintage-Ware, die ein Prädikat wirklich verdient: kultig. Das gilt übrigens auch für den Kurzauftritt von Bruce Willis in Zusammenhang mit einem ganz besonderen Hodensack - aber mehr wird nicht verraten.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at