Hellboy 2 - Die goldene Armee

Action, Comic-Verfilmung, Fantasy USA 2008

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Hell und immer heller. Sein zweiter Kinoeinsatz bringt den knallroten, grummeligen Dämonen ganz schön in Bedrängnis: Er soll die Erde gar vor einer ganzen Armee böser Krieger retten! Guillermo del Toros ebenso sorgfältig wie actionreich gestaltetes Hit-Sequel mit Ron Perlman und Selma Blair als infernalisches Traumpaar.

Es gibt so viel mehr Dinge zwischen Himmel und Hölle, als unsere Schulweisheit sich das träumen lässt. Und so viele Winkel und Ecken in unserer Welt, in denen sich Dinge tun, die man sicher nie auf Google Earth zu sehen kriegt, egal wie nahe die mit ihren Kamera-Satelliten ranzoomen. Das streng geheime BPRD etwa, auf Deutsch BUAP (Büro zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen) etwa, das schon seit 1943 existiert und streng geheime Technologien, mysteriöse Kräfte und ein Netzwerk von übersinnlichen Mächten nützt, um die Welt, wie wir gewöhnlichen Menschen sie kennen, vor dem Bösen zu beschützen. Hier arbeitet im Verborgenen auch der riesig große, knallrote Dämon Hellboy (Ron Perlman) an der Rettung der Menschheit. Zur Zeit gibt es angenehmerweise wenig zu tun, und so genießt Hellboy den Alltag im Untergrund gemeinsam mit seiner Freundin, der Pyrokinetikerin Liz Sherman (Selma Blair), ihren Katzen und einem ansehnlichen Biervorrat. Dass Liz zusehends zickiger wird und sich vor allem mit Hellboys leicht prolligem häuslichen Ordnungssinn nicht mehr abfinden will, ist allerdings lästig – aber sie wird sich schon wieder einkriegen, mit der Zeit. Frauen sind doch alle gleich, übermenschliche Fähigkeiten hin oder her. Leider bekommt Hellboy vorerst keine Gelegenheit dazu, hinter den wahren Grund von Liz' Stimmungsschwankungen zu kommen: Der abgrundtief böse Elfenprinz Nuada (Luke Goss) plant, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Alarmstufe rot für das BUAP. Denn Nuada ist es gelungen, die seit Jahrtausenden magisch gebannte Goldene Armee zu mobilisieren: Ein legendäres, schier unbesiegbares Heer aus 70 x 70 Soldaten, 4900 übermenschlich starke, magische Kreaturen, deren einziges großes Ziel es ist, die Menschheit zu vernichten. Gemeinsam mit Liz und seinem guten Freund, dem im Wasser lebenden Tiefsee-Empathen Abe Sapien (Doug Jones) versucht Hellboy nun, Nuada und seine Armee aufzuhalten. Kein leichtes Unterfangen - es kommt zu einigen heftigen und sehr übernatürlichen Zwischenfällen in der 'Oberwelt', die selbst mit den gefinkelten Mitteln des BUAP nicht mehr zu vertuschen sind. Washington ist verstört, und Hellboy bekommt einen neuen Mann an seine Seite gestellt, den Ektoplasma-Mann Johann Krauss. Unter dessen straffer Führung stellen sich auch gleich die ersten Fahndungserfolge ein: Hellboy und seine Kollegen entdecken ausgerechnet unter der belebten New Yorker Brooklyn Bridge eine riesige, unterirdische Stadt der Trolle - und dort finden sich wichtige Spuren, die schließlich zum Hauptquartier der Goldenen Armee führen. Doch noch bevor Hellboy dem mächtigen Nuada im Duell gegenübersteht, das für einen der beiden das allerletzte sein wird, bekommt er eine noch größere Aufgabe vor die große Nase gesetzt: Er wird Papa - Liz ist schwanger, das war auch der Hauptgrund für ihre seltsamen Stimmungsschwankungen. Und so sieht sich Hellboy, der so gerne mit einer Zigarre im Mundwinkel seine Ruhe genießen würde, nicht nur mit der Rettung der Menschen betraut, sondern künftig auch mit der seines eigenen Nachwuchses: Oh Mann, immer dieser Stress … Mit viel Fantasie und Liebe zur schnoddrigen Coolness der Comic-Vorlage hat Regisseur Guillermo del Toro schon das erste Hellboy-Kinoabenteuer zu einem Riesenerfolg gemacht, der mit Qualität, Originalität und Spannung die Masse der Comic-Verfilmungen locker hinter sich ließ. Das Sequel (dessen Story übrigens nicht aus den Hellboy-Comics stammt, del Toro und Hellboy-Erfinder Mike Mignola schrieben sie extra für den Film) hebt den liebenswerten, grantelnden Antihelden mit den abgesägten Teufelshörnern auf eine ganz neue Ebene, auf der er es nicht nur mit den ganz existenziellen Fragen von Leben und Tod, sondern auch mit ganzen Armeen von mythischer Kreaturen zu tun bekommt. Diese stammen - wie bei del Toros Filmen üblich - nur zum Teil aus dem Computer, der großen Rest entstand unter den magischen Händen begabter Masken-Künstler und Puppenspieler.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at