Zimmer 1408

Drama, Horror, Literaturverfilmung, Thriller USA 2007

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Einchecken, auspacken, zu Tode erschrecken. John Cusack und Samuel L. Jackson in der 5-Sterne-Verfilmung einer Stephen-King-Story von Regisseur Mikael Håfström (Evil, Entgleist).

Mike Enslin (John Cusack) ist kein schreckhafter Mann. Unergründlich ist für ihn allenfalls der Inhalt eines Frauenherzens, und unheimlich ist für ihn, auf welche unglaublichen Geschichten manche seiner Mitmenschen hereinfallen. Dem geht Enslin auch beruflich nach, und lebt äußerst gut davon: Er schreibt Bücher über angebliche übersinnliche Phanomene, die allesamt zu Bestsellern wurden. Privat geht es ihm weniger blendend: Der Tod seiner geliebten Tochter stürzte die Beziehung mit seiner Frau Lilly (Mary McCormack) in eine tiefe Krise, und Mike zog nach Kalifornien, während Lilly in New York wohnen blieb. Nun zieht ihn der Beruf wieder an die Ostküste. Ein Fixpunkt für die recherche zu seinem neuesten Buchprojekt ist eine Nacht im New Yorker Dolphin Hotel, und zwar im berühmt-berüchtigten Zimmer 1408. Seit Jahren hat hier niemand gewohnt, dafür gibt es jede Menge Gerüchte über gar finstere Schrecklichkeiten, die sich hier zugetragen haben sollen. Angeblich sind bereits 56 Menschen in diesem Zimmer gestorben, leiner hat länger als eine Stunde überlebt. Noch dazu hat Enslin eine mysteriöse Postkarte ohne Absender erhalten, die ihn ausdrücklich vor einer Nächtigung in besagtem Hotelzimmer warnt. Besser kann es fast gar nicht mehr werden, denkt Enslin. Der Hotelmanager Gerald Olin (Samuel L. Jackson) findet die Idee wenigr gut. Er hält das tödliche Geheimnis in Zimmer 1408 keineswegs für Humbug. Er versucht alles, um seinen prominenten Gast von seiner Idee abzubringen, und erst nach viel Überzeugungsarbeit überlässt er Enslin den Schlüssel. Auf den ersten Blick scheint die berüchtigte 1408 ein Hotelzimmer wie Millionen andere zu sein: Uninteressant, leicht schäbig und deprimierend geschmacklos eingerichtet. „Das einzig gruselige sind die Preise der Minibar“, kommentiert Mike und stellt sich auf eine ruhige, wenn nicht langweilige Nacht ein. Doch dann geschehen tatsächlich seltsame Dinge: Das Toilettenpapier rollt sich selber zurück. Der Radiowecker schaltet sich von selber ein, obwohl er auf „off“ steht. Die Klimaanlage spielt verrückt. Nichts, was für sich allein genommen beunruhigend wäre – aber gehäuft ist das alles vielleicht doch kein Zufall mehr. Der Haustechniker jedenfalls weigert sich, das Zimmer zu betreten, um die Klimaanlage zu reparieren. Und dann erscheinen plötzlich die Ziffern 60:00 am Display des Radioweckers – der beginn eines schrecklichen Countdowns, wie Mike langsam klar wird. Nun ist ihm wirklich mulmig. Das sind keine Tricks, das Zimmer scheint wirklich eine durch und durch böse Seele zu haben – Einrichtungsgegenstände greifen ihn an, er hat Flashbacks vom Tod seiner Tochter, bis schließlich alles vor ihm zerfließt und er in seinem Haus in L.A. aufwacht. Alles nur eine Illusion. Genau: Kurz darauf ist er wieder in Zimmer 1408, der Radiowecker started wieder seinen tödlichen Countdown, und schließlich begreift Enslin, dass er hier nur wieder rauskommt, wenn er „auscheckt“ – sich umbringt. „You can check out any time you want but you can never leave. “ Diese berühmte Songzeile aus dem Eagles-Evergreen Hotel California inspirierte Stephen King zu seiner Kurzgeschichte 1408, die nun vom Schwedischen Regisseur Mikael Håfström (2004 oscarnominiert für Ondskan – Evil) mit einem tollen Ensemble verfilmt wurde. Håfström ist ein Meister der dunklen, verstörenden Zwischentöne, die einen ohne viel Lärm bis ins Mark erschauern lassen – gemeinsam mit Kings eigener Gänsehaut-Garantie eine ganz besonders gelungene Horror-Kombination.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at