Untraceable

Thriller USA 2008

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Das Opfer ist online. Der Komplize bist du. Der Mörder ist unauffindbar. Diane Lane und Colin Hanks auf der Jagd nach einem irren Cyber-Killer, der seine Morde als Live-Stream ins Internet stellt.

Womit kann man heute eigentlich noch schockieren? Im Internet gibt es doch wirklich nichts, was es nicht gibt. Das sagt sich so leicht dahin. Aber was, wenn plötzlich einer auf die Idee kommt, einen genüsslich eingefädelten Foltermord per Live-Stream ins World Wide Web zu stellen? Wenn dieser Jemand dann auch noch ein ausgewachsenes Computer-Genie ist, kann er seine Seite so geschickt programmieren, dass sie sich nicht abschalten lässt. Egal, welchen Trick die Cyber-Cops auch versuchen, welchen Server sie lahmlegen – die Website bleibt online. Alle Spuren wurden verwischt, ihr Ursprung ist unauffindbar. Genau mit diesem Typ Killer sind die FBI-Agenten Jennifer Marsh (Diane Lane) und Griffin Dowd (Colin Hanks) nach einem anonymen Hinweis konfrontiert. Zuerst glauben sie noch an einen schlechten Scherz, doch schnell wird klar: Hier wird nicht geschummelt. Was man unter www.killwithme.com zu sehen bekommt, ist live, real und todernst. Als erstes muss ein Kätzchen dran glauben. Es ist quasi die Aufwärmrunde des Killers. Er zeigt, was er drauf hat, dass er es ernst meint und dass er kein schlampiger Freak ist, der sich mit herkömmlichen Methoden aufspüren lässt. Jennifer Marsh ist entsetzt von der Grausamkeit des Unbekannten, von seiner kaltschnäuzigen Zufriedenheit, mit der er den Tod der Katze auf seiner Seite kommentiert. Sie ist sich sicher, dass das nur der Anfang war. Wer macht sich schon die Mühe, eine derart gerissen verschleierte Website aufzubauen, wenn es nur darum geht, ein Haustier zu Tode zu foltern? Doch ihr Vorgesetzter winkt ab. Seine hochspezialisierte Cybercrime-Einheit jagt keine Tierquäler. Und Portland hat doch sicher brennendere Probleme als eine tote Katze, oder? Schon bald wird er eines besseren belehrt. Es tut sich wieder was auf der Killer-Website. Ein Mann mit nacktem Oberkörper ist zu sehen. Er ist gefesselt, geknebelt, sein Peiniger hat ihm 'Kill With Me' in die Brust geritzt. Auf den ersten Blick ist nicht klar, was passieren wird. Die Schnittwunden haben den Mann nicht ernsthaft verletzt, trotzdem blutet er immer stärker. Das Opfer ist an eine Heparin-Infusion angeschlossen. Je mehr Hits die Seite zählt, umso schneller läuft das Heparin und umso stärker bluten die Wunden. Auf die Internet-Community ist Verlass: Die Besucherzahlen steigen rapide an und bringen das Werk des Irren zu Ende. Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. Die Behörden sind machtlos. Die Website lässt sich weder abdrehen noch aufspüren, und es gibt so gut wie keine verwertbaren Hinweise auf den Täter, der seine Opfer scheinbar zufällig auswählt, oder sein Motiv. Bei den Ermittlungen werden Jennifer und ihre Abteilung jetzt vom Cop Eric Box (Billy Burke) unterstützt. Doch vorerst scheitern alle Bemühungen, den perversen Killer in die Enge zu treiben. Jederzeit kann eine weitere, perfide Todesfalle online gehen. Und die Zeit, bis zum Exitus wird immer kürzer, denn die Fangemeinde von www.killwithme.com hat inzwischen horrende Ausmaße angenommen ... Alles ist möglich, alles ist erlaubt, das Internet ist grenzenlos, und wer vorm PC sitzt ist ein weitgehend anonymer User, was bei manchen offenbar heißt, kein denkender, mitfühlender, vernunftgesteuerter Mensch mehr. Eine Killer-Website mag auf den ersten Blick weit hergeholt erscheinen. Doch Kinderpornografie, Hinrichtungsvideos und Snuff-Filme gibt es wirklich. Und letztlich findet jedes noch so kranke Angebot aus dem WWW auch sein williges Publikum. Gregory Hoblit, Regisseur von Thriller-Highlights wie Zwielicht und zuletzt Das perfekte Verbrechen, thematisiert mit Untraceable auch die tendenziell unreflektierte, menschenverachtende Art mit der manche Medien Schaulust befriedigen. Gleichzeitig liefert er tadellos dramatische Hochspannung mit Diane Lane als tougher FBI-Agentin, wohldosierten Schockmomenten und sympathischen Newcomern in den männlichen Nebenrollen.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at