X-Men Origins: Wolverine

Action, Comic-Verfilmung, Fantasy USA 2009

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In seiner Paraderolle als Wolverine kehrt Hugh Jackman auf die Leinwand zurück: Wütender, wilder und noch animalischer als früher lässt er die Muskeln spielen. Zu spüren bekommen das Deadpool (Ryan Reynolds), Gambit (Taylor Kitsch) und natürlich Erzfeind Sabretooth (Liev Schreiber).

Weapon X, ein geheimes Militärprogramm unter der Leitung von William Stryker (Danny Huston), machte aus dem Mutanten James Howlett, genannt Logan, die praktisch unzerstörbare Kampfmaschine Wolverine.  Logans gesamtes Skelett wurde mit dem Metall Adamantium überzogen - eine grausame Prozedur, die er nur dank seiner unglaublich stark ausgeprägten Selbstheilungskräfte überleben konnte. So weit, so bekannt. Aber wie kam es dazu - und was geschah, bevor Wolverine bei den X-Men landete? Strykers Freude über den von ihm geschaffenen Supersoldaten währte nur kurz: Trotz Gehirnwäsche und Manipulation seiner Erinnerungen war Wolverine unkontrollierbar, ein wütendes Geschöpf, das nur Rache im Sinn hatte. Die Kreatur tanzte nicht lange nach der Pfeife ihres Schöpfers - um sie an die Leine zu legen, waren ebenbürtige Gegner nötig. Und Stryker hatte sie zur Hand: Da wäre zum Beispiel Wade Wilson alias Deadpool (Ryan Reynolds), ein versierter Schwertkämpfer und Scharfschütze, der allerlei Hi-Tech-Gadgets nutzt, um seine Gegner fertigzumachen. Und natürlich Wolverines Todfeind, sein Bruder Victor Creed, der berüchtigte Sabretooth (Liev Schreiber). Wie Wolverine kann sich auch der diabolische Sabretooth in kürzester Zeit von fast jeder Verletzung erholen, hat hochsensible Sinnesorgane und verbesserte Reflexe. Es gab eine Zeit, da standen sich Logan und Victor nahe, kämpften Seite an Seite in den Weltkriegen, in Vietnam und in Col. Strykers Team X, einer ausschließlich aus Mutanten zusammengesetzten Einheit. Von Strykers fragwürdiger Moral und Victors unstillbarem Blutdurst angewidert, kehrte Wolverine dem Team X den Rücken, zog sich in die kanadischen Rockies zurück und fand in Kayla Silverfox (Lynn Collins) seine große Liebe. Doch die Idylle war nicht von Dauer: Kayla stirbt in Logans Armen, umgebracht von Victor. Nachdem er als Kind Zeuge der Ermordung seines Vaters geworden war, ist es nun bereits das zweite Mal, dass Logan den gewaltsamen Tod eines geliebten Menschen mitansehen muss. Es ist mehr, als er ertragen kann. Angetrieben, vom unbändigen Wunsch, Sabretooth zu vernichten, landet Logan wieder bei Stryker und stellt sich für das Weapon X-Experiment zur Verfügung: Er will sich endgültig in Wolverine verwandeln ... Als Wolverine das erste Mal im Kino seine Klauen glänzen ließ, war Hugh Jackman nicht mehr als ein durchtrainierter Feschak aus Down Under. Das war 2000. Zwischen damals und heute liegen kurz gesagt zwei enorm erfolgreiche X-Men-Sequels, der Titel des Sexiest Man Alive (2008) und eine Oscar-Moderation, bei der sich Jackman als ausgezeichneten Sänger und Tänzer "outete". Doch jetzt ist vorerst Schluss mit Musical-Nummern, gefragt sind wieder Muskeln und Krallen, Mutanten und ihre Superkräfte. Im ersten X-Men-Spin-off (ein weiteres rund um Magnetos Biografie ist in Vorbereitung) entführt uns Regisseur Gavin Hood (sein Film Tsotsi gewann 2006 den Auslandsoscar) nicht nur in Wolverines gewaltätige Vergangenheit zwischen der Ermordung seines Vaters, dem Team X und dem Verlust seiner großen Liebe, sondern bringt einige der lässigsten Mutanten zu Kinoehren: So hat etwa der im wahrsten Sinne des Wortes explosive Gambit (Taylor Kitsch) endlich seinen großen Auftritt. Zum Team X gehören neben Logan und Victor noch der versierte Kämpfer Agent Zero (Daniel Henney), Lost-Star Dominic Monaghan als die Elektrizität manipulierender Bradley, Rapper Will.i.Am als Teleporter Kestrel, sowie der 300 Kilo schwere, fette Fiesling Blob (Kevin Durand). Wir lernen die Telepathin Emma Frost kennen, deren undurchdringliche Haut sie vor Angriffen schützt, sowie einen "alten" Bekannten aus der X-Men-Trilogie: den jungen Scott Summers, den wir als X-Men-Anführer Cyclops kennen. Deadpool ärgert Wolverine mit seinen kunstvoll geführten Schwertern, und vor den brutal mit persönlicher Verachtung gewürzten Duellen zwischen Sabretooth und Wolverine kann man sowieso nur niederknien. Weil aber eine ordentliche Comic-Verfilmung mehr braucht, als genial choreographierte Zweikämpfe, hat man David Benioff für das Drehbuch geholt: Als Riesen-Wolverine-Fan ging für den Autor hinter Filmen wie 25 Stunden und Der Drachenläufer mit diesem Engagement ein Kindheitstraum in Erfüllung - wenn auch einer mit großer Verantwortung. Denn Wolverine zählt, spätestens seit Hugh Jackman ihn so dermaßen überzeugend verkörpert, zu den beliebtestens Comic-Helden aller Zeiten. Und wie immer, wenn die Figur Kult und die Fangemeinde groß ist, sind die Erwartungen hoch. Doch ein Blick in den Trailer genügt, um alle Zweifel zu zerstreuen: Wolverine bekommt hiermit endlich den Film, den sich der grantige Draufgänger längst verdient hat.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at