96 Hours

Action, Thriller Frankreich 2008

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Liam Neeson als knallharter CIA-Agent, der nur eine weiche Stelle hat: Die Liebe zu seiner Tochter. Wer der ein Haar krümmt, frisst Blei. Rasante Action aus Frankreich, die wirklich gar nichts auslässt!

Er ist Mitte 50. Er hatte seinen bisher größten Auftritt als der gute Deutsche Oskar Schindler in Spielbergs Schindlers Liste. Doch in seiner härtesten Actionrolle zeigt Liam Neeson, dass er auch in seinem Alter noch nicht einmal das Hemd ausziehen muss, um feigen Franzosen und albtraumhaften Albanern das Fürchten zu lehren. Mit 96 Hours setzen die französischen Macher des Films boshafterweise alles daran, ängstliche amerikanische Touristen aus der Grande Nation fernzuhalten: So ziemlich jedes einzelne Europa-Ressentiment, das einem paranoiden Ami in den Sinn kommen könnte, wird auf die Spitze getrieben - und das ist nicht nur abgedreht, sondern vor allem spektakulär. 96 Hours hat etwas von Hostel, nur ohne die Hostel und ohne die Folterinstrumente, aber mit mindestens so viel Angst, besserer Action und wesentlich mehr Toten. Neeson spielt Bryan Mills, einen Ex-CIA-Agenten, der sich nach dem Zerbrechen seiner Ehe zur Ruhe gesetzt hat, um wenigstens die Beziehung zu seiner Tochter zu retten. Seine Frau Leonore (Famke Janssen) ist mittlerweile mit einem Millionär liiert, gegen dessen Lebensstil Bryan einfach nicht ankommt. Aber um des lieben Friedens willen schluckt Bryan jede Demütigung brav runter. Auch als Töchterchen Kim (Maggie Grace) trotz ihrer zarten 17 unbedingt mit ihrer besten Freundin über den Sommer nach Paris fahren will, gibt Bryan widerwillig sein Einverständnis. Denn das letzte, was er will, ist, als Spielverderber zu gelten - obwohl bei ihm alle Alarmglocken schrillen. Paris! In Europa! Dort, wo an jeder Ecke das Verbrechen lauert! Doch Leonore findet ihn paranoid, und Kim reist fröhlich ab und verspricht, täglich anzurufen. Als der erste Anruf kommt, ist Kim bereits in Panik: Entführer! Hilfe! In der Wohnung! Die Leitung bricht ab. Sofort nutzt Bryan seine alten Kontakte und hat eine knappe Stunde später die Entführer identifiziert: Albanische Mädchenhändler, die ihre jungen Opfer schon am Flughafen ansprechen, um sie binnen Stunden mittels Drogen zu versklaven und an lüsterne Araber zu verkaufen. Flugs reist der besorgte Papa nach Paris, um seine Tochter zu befreien. Doch leider entpuppen sich die französischen Exkollegen allesamt als korrupte Feiglinge. Also wird die Sache zur One-Man-Show: Schlepper, Dealer, Junkiehuren, klebrige Scheichs - der wehrhafte amerikanischer Vater schießt sich den Weg durch diverses Gesocks einfach frei, bis er seine Tochter endlich wieder in die Arme schließen kann. Ein rasanter Thriller mit Spaßfaktor 100 und Herkunftsland Frankreich - da kann nur einer dahinterstecken: Luc Besson. Hier hat das Multitalent Drehbuch und Produktion übernommen, im Regiesessel sitzt der jüngere Kollegen Pierre Morel, erst zum zweiten Mal in seiner Karriere. Morel ist vor allem als Kameramann bekannt, und das sieht man diesem schlagkräftigen Thriller an: Alles, was explodieren, bluten oder sonst wie effektvoll kaputtgemacht werden kann, wird hier mit Schaugenuss ins Bild gerückt, mit sensationell choreographierter Action. Und dass Liam Neeson demnächst 57 wird, merkt man dem Mann hier wirklich nicht an.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at