The Gallows

Horror USA 2015

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Horror ohne Galgenfrist. Vor 20 Jahren hat ein schrecklicher Zwischenfall auf der Schultheaterbühne für Entsetzen gesorgt. Jetzt scheint sich das Grauen zu wiederholen, als die Theatergruppe dasselbe Stück wie damals aufführen will.

Galgenvögel. So hat sich das zahlreich erschienene Publikum den Höhepunkt der Schultheater-Aufführung von The Gallows nicht vorgestellt: Während der dramatischen Vollstreckungsszene versagt die Bühnentechnik, der Galgenstrick hält, obwohl er nicht soll – und der junge Hauptdarsteller kommt grausam zu Tode. Zwanzig Jahre später. Die Legende rund um den mysteriösen Todesfall ist immer noch sehr präsent in der Beatrice High. Manche sagen sogar, es spukt – und dass es Unglück brächte, den Namen des Erhängten, Charlie Grimille, auszusprechen. Klar, dass damit vor allem in der Theatergruppe immer jede Menge Späße getrieben werden. Gerade befindet man sich in den letzten Vorbereitungen zu einer Wiederaufführung von The Gallows – und wegen der gruseligen Authentizität hat man beschlossen, Originalkostüme, -Bühnenbild und -Requisiten von 1993 zu verwenden. Lampenfieber. Doch Hauptdarsteller Reese (Reese Houser) ist nicht happy: Er ist einer der Star-Sportler der Schule und hat die Rolle nur angenommen, weil er sie fürs Abschlusszeugnis braucht. Leider stellt sich immer mehr heraus, dass er ein schauspielerisches Antitalent ist. Er hat Panik vor der Blamage – vor dem Publikum und vor allem vor seiner Bühnenpartnerin Pfeifer (Pfeifer Ross), in die er sich ernsthaft verknallt hat. Doch sein bester Freund Ryan (Ryan Shoos) hat eine Idee: Was, wenn die Premiere nicht stattfinden kann? Und so steigen in der Nacht vor der Premiere Ryan, seine Freundin Cassidy und Reese in der Schule ein, um die bereits aufgebaute Bühne zu sabotieren. Reese nimmt mit dem Akkuschrauber den Galgen auseinander. Doch als der wenig später wieder bedrohlich aufrecht steht, mit dem Galgenstrick in Position, wird ihnen klar, dass sich hier was Übles abspielt. Und dass an den Stories um den Geist von Charlie Grimille vielleicht doch was Wahres dran ist … Mit weitgehend unbekannten Darstellern und einem Mini-Budget von nur 100.000 US$ haben die Filmemacher Chris Lofing und Travis Cluff ihren Highschool-Horrorfilm gedreht – und der durchaus originelle Found-Footage-Streifen wurde in den USA zum echten Überraschungserfolg. Das Besondere an The Gallows ist, dass die Story quasi nur mittels Handyvideos erzählt wird, die die Protagonisten voneinander und von sich selber machen, während sie im Bauch des Schulgebäudes herumirren. Technisches Versagen, schwächelnde Akkus und Gadgets wie Nachtsicht-Apps sind clever ins blutige Geschehen integriert. So gibts Szenen, bei denen man die Action nur akustisch mitverfolgt, weil das aufnehmende Handy gerade runtergefallen ist – und dabei wirken die Schreckensschreie zum nichtssagenden Standbild um einiges gruseliger als bestens ausgeleuchteter Splatter-Porn. Alles in allem ein nicht weltbewegendes, aber durchaus gänsehauterzeugendes Gruselvergnügen mit einer guten Portion Galgenhumor.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at