Saw 3D - Vollendung

Horror Kanada, USA 2010

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Hoffman (Costas Mandylor) hat verstanden, was Jigsaw wollte. Für den angeblichen Jigsaw-Überlebenden und Buchautor Bobby (Sean Patrick Flanery) kann das nur eins bedeuten: Schmerz, Leid, Reue, Tod und grässliche Verstümmelungen in 3D.

Born in blood. Wer weiß, was Serienheld Dexter damit meint, kann sich auch gut in die Seelen der mittlerweile doch auf ein knappes Dutzend angewachsenen Schar jener hineinversetzen, die es aus einer der Todesfallen des Serienkillers und selbsternannten Sühneengels Jigsaw - auch diesmal wieder dabei in Gestalt von Tobin Bell und jener, die um sein Erbe streiten - lebend herausgeschafft hat. Die Survivors treffen sich zu Selbsthilfegruppen, seit ihrer Traumatisierung ist keiner von ihnen mehr derselbe Mensch wie vorher, und gebrochen sind sie alle. Nur Bobby Dagen (Sean Patrick Flanery) nicht. Er hat ein Buch geschrieben über seine Erfahrung mit Jigsaw - wie er Leben rettete, indem er sich zwei Fleischerhaken in die Brustmuskeln rammte, um sich daran in luftige Höhen zu hieven. Und wie er das als Heldentat sieht und als Quelle, um Selbstbewusstsein und Stärke zu schöpfen, und wie er dadurch seine wunderschöne Frau kennengelernt und sein hervorragendes PR-Team aufgestellt hat, um  sein Buch zu vermarkten und sich zum Guru der Jigsaw-Überlebenden zu machen. Weil das alles frei erstunken ist, steht der gute Bobby seit ziemlich langer Zeit auf Jigsaws Todesliste. Für den Originalkiller ist die Zeit zwar schon abgelaufen, aber dafür, dass Bobby Lügenbaron nicht ungeschoren davonkommt, werden auch diesmal seine Erben sorgen. Da sagen wir mal "Enter Detective Hoffman“, dem natürlich ein ziemlich aufgeweckter junger Bulle mit Hilfe von Jigsaws Witwe immer haarscharf hinterher ist. Bühne frei für Bobby und die Erstaufführung jener Begebenheiten, die er sich für seinen Schundroman ausgedacht hat … Die Behauptung, dass die Saw-Serie zu einer exaltierten Spielwiese für Splatter- und Gewaltpornofans geworden ist, wird mit diesem Film widerlegt: Er ist der erzählerisch kompakteste, spannendste und schlüssigste aller Teile. Hier werden alle nötigen Register des Genres präzise gezogen, ein "Held" erlebt ein "Abenteuer" mit mehreren (brutal blutigen) Höhepunkten, während er auf ein klares Ziel zusteuert, und die Darsteller der vielen Nebenhandlungen sind hervorragend gecastet. So vieles wurde in diesem Saw-Teil richtig gemacht, dass die erstaunlich solide Qualität der 3D-Version kaum noch überrascht: Sie bleibt als Zuckerguss unaufdringlich und immer flockig konsumierbar.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at