Man of Steel

Action, Comic-Verfilmung, Fantasy USA 2013

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Superer gehts nicht: Regisseur Zack Snyder (300, Watchmen) und Producer Christopher Nolan (The Dark Knight) lassen den größten aller Superhelden über die ganz große Leinwand fliegen. Als Mann aus Stahl glänzt der fesche Brite Henry Cavill, ihm zur Seite stehen Amy Adams als Lois Lane, Diane Lane und Kevin Costner als Clark Kents Adoptiveltern, Russell Crowe als Jor-El und der grandiose Michael Shannon als ultraböser General Zod. Abflug ins Kino!

Es ist so eine Sache mit der Einzigartigkeit. Wir alle sehnen uns danach, etwas Besonderes zu sein - aber wenn wirs sind, fühlen wir uns als Außenseiter. Der kleine Clark Kent kann davon ein Lied singen. Als Sohn liebevoller Eltern (Kevin Costner und Diane Lane) wächst er auf einer Farm in der netten Kleinstadt Smallville auf - und weiß doch seit er ganz klein ist, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt. Hilfe, ich bin ein Alien: Clark ist nicht das leibliche Kind der Kents, sondern ihr Adoptivsohn, seine richtigen Eltern (Russell Crowe & Ayelet Zurer) sind nichts weniger als Außerirdische, die den kleinen Kal-El, so sein eigentlicher Name, nach der Zerstörung ihres Heimatplaneten Krypton auf der Erde in Sicherheit gebracht haben. Und nun tut sich Clark ein wenig schwer mit seinen überirdischen Fähigkeiten: Schließlich muss seine Herkunft geheim bleiben, Aliens werden auf der Erde bekanntlich ja nicht so herzlich willkommen geheißen. Kein Wunder also, dass der erwachsene Clark (Henry Cavill), mittlerweile beruflich als Reporter beim Daily Planet und privat als Superheld unterwegs, ein wenig unrund drauf ist. Wie soll man auch seinen Platz in der Welt finden, wenn man nicht mal genau weiß, um welche Welt es sich eigentlich handelt? Doch für theoretische Überlegungen ist bald keine Zeit mehr. Der megalomanische General Zod (ganz groß: Michael Shannon), der mit Kal-Els Familie eine alte Rechnung offen glaubt, stellt ihn vor die Wahl: Entweder Superman opfert sich - oder die Erde wird zerstört. Jetzt ist wahres Superheldentum gefragt … Is it a bird? Is it a plane? Noooo, it's Superman! Als die beiden 19-jährigen Highschool-Kids Jerry Siegel und Joe Shuster aus Cleveland, Ohio, sich 1933 ihren eigenen Superhelden bastelten, rechnete niemand mit den Konsequenzen. Heute ist Superman eine Symbolfigur der Popkultur - eine mythologische Fixgröße, so fest verankert im kollektiven Bewusstsein wie Herkules oder die gute Fee. Er ist der archetypische Comic-Held, sein bebrilltes Alter Ego Clark Kent Identifikationsfigur und Hoffnungsträger für Generationen verklemmter Teenager - und vor allem ist Superman der einzige Mensch, der seine Unterhose über der Strumpfhose tragen kann und trotzdem kein Jota an Coolness verliert. Der fliegende Held war natürlich auch als Bewegtbild seit jeher gern gesehen: Bereits in den 50ern entstand die erste TV-Serie, in der Superman vom US-Schauspieler George Reeves gespielt wurde (dessen mysteriöser Tod übrigens den Thriller Hollywoodland mit Ben Affleck in der Hauptrolle inspiriert hat). In den Seventies gabs die insgesamt vier bis heute gern gesehenen Superman-Filme mit Christopher Reeve (und Gene Hackman als schurkischem Lex Luthor!), in den Achtzigern bezirzte Dean Cain in der TV-Serie Die Abenteuer von Lois & Clark die jugendliche Teri Hatcher - und schließlich wurde mit Smallville über insgesamt 10 Staffeln die Superman-Saga neu aufgerollt. 2006 wagte sich dann, beflügelt vom Kino-Erfolg zahleicher Superhelden-Kollegen, Regisseur Bryan Singer (X-Men) mit Superman Returns erneut an eine Kinofassung des rot-blauen Mythos - und scheiterte mit wehendem Cape. Alles in allem jedenfalls eine gewaltige Steilvorlage für Regisseur Zack Snyder, der mit seinen eindrucksvollen Comic-Verfilmungen 300 (nach Frank Miller) und Watchmen von Alan Moore und Dave Gibbons schon mehr als bewiesen hat, dass er das Genre durchaus beherrscht. Man of Steel verspricht jedenfalls die genau richtige Mischung zwischen filmemacherischer Kreativität und liebevoller Treue zur Originalvorlage: Snyder hat weder Angst vor schön dick aufgetragenem Pathos noch vor cleveren Neuinterpretationen von "Supies" Background (und Kostüm - die roten Hotpants mussten fallen!). Und so wird Supermans neues großes Abenteuer zur spannenden, actiongeladenen Heldenreise in eine Welt, die angenehm vertraut ist - die man so aber trotzdem noch nie gesehen hat.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at