Zu scharf um wahr zu sein

Liebeskomödie USA 2009

posten

Keiner zweifelt daran, dass die Liebe zwischen dem schmächtigen Flughafenbediensteten Kirk (Jay Baruchel) und der supererfolgreichen Sexbombe Molly (Alice Eve) keine Zukunft hat. Aber wenigstens geben beide ihr Bestes - und vielleicht könnte das sogar reichen. Gekonnte Teenager-RomCom, die den Spagat zwischen Herz und Zwerchfell deutlich eleganter schafft als American Pie.

Man muss sich wehren können: Wer sich alles gefallen lässt, dem wird auch viel zugemutet. So wie Kirk (Jay Baruchel) zum Beispiel. Der nicht besonders vielversprechende Spross einer noch weniger versprechenden Familie hat sich damit abgefunden, dass er zwar gerne Pilot wäre, es aber wohl nur zur Flughafen-Dienstkraft bringen wird. Aber zumindest in der Liebe will Kirk nicht aufgeben. Obwohl sich seine Ex Marnie schon vor zwei Jahren von ihm getrennt hat. Sie hängt allerdings immer noch regelmäßig in Kirks Elternhaus herum, als gern gesehener Gast seiner Eltern darf sie neuerdings sogar ihren neuen Freund mitbringen. Dass unter solchen Umständen Kirks Karten für eine Wiederaufnahme der Beziehung mit Marnie denkbar schlecht sind, hätte er sich zwar denken können. Aber Kirk versucht es trotzdem. Und wie erwartet setzt es eine weitere Erniedrigung. Nicht einmal seine Mutter kann sich das Lachen verkneifen. Auf einer Attraktivitätsskala von eins bis zehn bist du eine Fünf, sagen seine Kumpels Stainer (T. J. Miller), Jack (Mike Vogel) und Devon (Nate Torrence), und sie meinen das in aller Liebe. Also macht sich Kirk auch keine Illusionen, als er in einem der Körbe am Security-Check das iPhone eines weiblichen Fluggasts findet. Es gehört der Eventmanagerin Molly (Alice Eve), die noch wenige Minuten zuvor bei ihm durch die Sicherheitskontrolle geschwirrt ist und dabei die gesamte Belegschaft zum geil Glotzen gebracht hat. Molly, die blonde Sexbombe, die harte Zehn auf der Skala - was soll ein Typ wie Kirk sich da schon einbilden? Gerne verabredet er sich mit ihr, um ihr das Telefon zurückzugeben, und als er dies dann tut und sie bei einer ziemlich schicken Kunstparty wiedersieht, möchte er auch gleich wieder gehen, kippt dabei dem Museumsdirektor einen Drink über die Krawatte und wird auch noch frech. Aber Molly eilt ihm hinterher, als man ihn auf die Straße setzt. Und verabredet sich erneut mit ihm. Und spätestens beim gemeinsamen Besuch eines Eishockey-Spiels machen sich nicht nur gemeinsame Vorlieben, sondern auch eine gewisse interessierte Bereitschaft bemerkbar: It’s on between them, würde der Ami sagen. Kirk und Molly - kann das sein? Es kann. Aber leicht wird es nicht. Zu überwinden gilt es nämlich nicht nur den großen Abstand auf der Attraktivitätsskala. Da gibt es auch noch Kirks Selbstzweifel und Unsicherheiten. Und Cam, den Ex-Freund von Molly, einen echten Piloten mit Heldenstatur. Und Mollys konservative Eltern, die Kirk just in dem Moment kennenlernt, als er sich gerade in die Hose ejakuliert hat, weil es zwischen ihm und Molly erstmals richtig zur Sachen gehen hätte sollen. Außerdem würde seinem dürren Gestell ein Fitness-Studio bestimmt nicht schaden. Aber um all das geht es am Ende nicht wirklich. Sondern um echte Gefühle. Bleibt zu hoffen, dass sich diese behaupten können. Teenager-Romantik-Komödien aus Amerika mit viel Sex, noch mehr denkwürdigen Sprüchen und einer Unzahl an bodenlosen Peinlichkeiten gibt es jährlich mehrmals. Aber die wenigsten schaffen es, so ein hohes Niveau zu halten wie Zu scharf um wahr zu sein: Die Newcomer-Jungstars sind durchgehend liebenswert unperfekt, die Story räumt den seelischen Befindlichkeiten genausoviel Raum ein wie den Schenkelklopfern, Zoten und Sex-Querschlägern, und am Ende bleibt vor allem eins: Ein gutes Gefühl.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at