Kampf der Titanen

Action, Fantasy USA 2010

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Götter, Monster, Helden. Newcomer Sam Worthington (Avatar) ist Perseus, der mit Hades eine Rechnung offen hat und auf seinem Rachefeldzug den Olymp ins Wanken bringt. Bühne frei für ein Fantasy-Schauspiel mit allergrößtem Unterhaltungswert, für das sich Stars wie Liam Neeson, Ralph Fiennes, Mads Mikkelsen und Gemma Arterton in die Schlacht werfen.

Ein Halbgott, der seine göttliche Seite verflucht. Eine schöne Prinzessin, die einem furchterregenden Meeresungeheuer geopfert werden soll. Ein Schlangenmonster, dessen Anblick alles und jeden zu Stein erstarren lässt. Skorpione, so groß wie Schiffe. Hexen, schiach wie der Zins. Ein fliegendes Pferd, Harpyien, unerschrockene Krieger und natürlich Götter. Zeus, Hades, Poseidon - mächtig, verfeindet, selbstherrlich. Helden, die der Vorsehung trotzen, Menschen, die gegen Götter aufbegehren. Ein Kampf, so überlebensgroß, dass nur ein tollkühner Narr ihn wagen würde. Mythen, Magie und Mystery. Wie all das in nur einen einzigen Film passen soll, fragt man am besten Regisseur Louis Leterrier. Der junge Franzose (The Transporter 2, Der unglaubliche Hulk) darf sich beim Remake des Klassikers aus 1981 so richtig austoben. Nichts soll äußerlich mehr an das schon damals anachronistische Original erinnern, das mit seinen herzigen Spezialeffekten (vom Altmeister der Stop-Motion-Technik Ray Harryhausen) heute maximal wohlwollendes Schmunzeln auslöst. Unglaublich, dass zur selben Zeit Filme wie Das Imperium schlägt zurück oder Jäger des verlorenen Schatzes das Kino revolutionierten. Nichts weniger als eine Revolution im Fantasy-Genre darf man sich auch von Kampf der Titanen 2010 erwarten. Dem werten Publikum werden die 3D-Brillen von den Nasen fliegen, dafür haben die Tüftler von Maske, Modellbau, Ausstattung und natürlich die Pixel-Zauberer aus der CGI-Abteilung gesorgt. Nur einer war vergleichsweise unterbeschäftigt: Sam Worthingtons Friseur. Der musste nämlich nicht wie seine Kollegen stundenlang Haarteile auf den Köpfen von Mads Mikkelsen, Liam Neeson oder Ralph Fiennes befestigen, sondern nur alle paar Tage den kurzrasierten Schopf seines Schützlings auf die richtige Länge trimmen. Den Einwand, diesen Haarschnitt hätte es bei den alten Griechen schlicht nicht gegeben, wischt Sam Worthington mit einem unschlagbaren Argument vom Tisch: "Es gab auch keine fliegenden Pferde. Es ist nur ein Film, verdammt noch mal! Über meine Frisur wurde schon so viel gelästert - ich komme mir vor wie die Jennifer Aniston der Griechischen Mythologie!" Lassen wir das haarige Thema also beseite und reden über den Film. Kampf der Titanen ist nicht einfach nur ein Film, es ist ein wahrgewordenen Bubentraum, ein Spektakel, ein wilder Ritt durch die griechische Sagenwelt mit dem Anspruch, bestmögliche Unterhaltung zu bieten. Was die Story betrifft, blieb man dem Originalfilm einigermaßen treu. Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) soll dem Kraken geopfert werden, einem monströsen Seeungeheuer, das Hades (Ralph Fiennes) gehorcht, dem Gott der Unterwelt. Perseus, Sohn des Zeus (Liam Neeson), stellt sich der wahnwitzigen Aufgabe, den Kraken zu vernichten - um Andromeda zu retten und an Hades Rache zu üben, der Schuld am Tod von Perseus' Familie ist. Seine Mission führt Perseus in die Unterwelt zum Schlangenweib Medusa (Natalia Vodianova), ihr muss er den Kopf abschlagen. Der Anblick der Medusa lässt jedes Leben zu Stein erstarren - nur so kann der Kraken besiegt werden. Auf seinem Weg in die Hölle und zurück wird Perseus von allerhand treuen Gefährten begleitet, wie den Kriegern Draco (Mads Mikkelsen) und Suleiman (Ian Whyte) und der geheimnisvollen Io (Gemma Arterton). Gigantische Skorpione, dämonische Harpyien - der Weg zur Rettung Andromedas ist voller infernalischer Herausforderungen, und nur, wenn Perseus aufhört, seine göttliche Abstammung zu verdammen, hat er eine Chance. Größer, besser und mehr von allem. Freunden gepflegter Fantasy-Unterhaltung zaubert das zu Recht ein Lächeln der Vorfreude aufs Gesicht. Die Produzenten waren nach Ansicht einer ersten Version des Films jedenfalls so angetan, dass sie noch mal das Börserl geöffnet und den Dreh zusätzlicher, noch aufwändiger gestalteter Szenen ermöglicht haben. Und man hat nur wenige Wochen vor Filmstart beschlossen, den Film auch im spektakulären 3D-Format ins Kino zu bringen. Recht so, wer lässt sich heute noch von einem zweidimensionalen Kraken beeindrucken? Eben. Gedreht wurde übrigens, trotz des massiven Einsatz von computergenerierten Bildern, so viel wie möglich on location. Dafür zog der Filmtross zunächst nach Teneriffa, und flugs wurde aus dem über 3700 Meter hohen Vulkan Teide der majestätische Olymp. Anschließend gings nach Wales, wo man im aufgelassenen Schiefersteinbruch Dinorwic die bedrohlich-düstere, modrig-nebelverhangene Kulisse fand, ohne die Perseus' Odysee nur halb so lustig wäre. Den Rest, so auch eine der Schlüsselszenen - Perseus vs. Medusa - erledigte man schließlich in Studios rund um London. Lassen wir zum Abschluss den Regisseur zu Wort kommen: "Klar, hat dieser Kampf mit dem gigantischen Monster am Ende des Films riesigen Spaß gemacht, aber mich hat an der ganzen Story am meisten der menschliche Aspekt interessiert." Kraken hin, Drama her - wenn Titanen kämpfen bleibt uns Menschleins garantiert der Mund offen.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at