Nine

Liebesfilm, Musical USA 2009

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Neun Frauen sind zuviel für einen Mann. Auch wenn es sich dabei um Traumweiber wie Penélope Cruz, Kate Hudson, Nicole Kidman und Sophia Loren handelt. Am eigenen Leib erfährt das Daniel Day-Lewis in einem glitzernd-durchgeknallten Musical von Chicago-Macher Rob Marshall.

Italien, 1965. Regisseur Guido Contini (Daniel Day-Lewis) ist der "beste Filmemacher der Welt". Vor ihm wird der rote Teppich ausgerollt, die Welt applaudiert. Privat sieht es allerdings anders aus: Eine veritable Schaffenskrise gipfelt gerade in einer fiesen Regie-Blockade. Die letzten beiden Filme waren Flops, nun wartet die ganze Welt auf sein neues Meisterwerk, Arbeitstitel Italia, die Kulissen in den legendären Cinecittà-Studios in Rom werden bereits aufgebaut. Nur: Guido hat wenige Tage vor Drehbeginn genau gar keine Idee. Ausgerechnet jetzt stehen die schönsten Frauen der Welt für den durchaus verheirateten Guido Schlange. Und die wiederum haben jede Menge Ideen. Was liegt näher als die Flucht nach vorne: Ab in den hellblauen Alfa Spider und raus aus der Stadt auf die romantischen Küstenstraßen Italiens. Die liebende Gattin Luisa (Marion Cotillard) will zwar nachkommen, wird aber nachhause geschickt. Bei der leidenschaftlichen Geliebten Carla (Penélope Cruz) fällt Guido das Nein-Sagen schon merklich schwerer. Nur heimlich soll alles geschehen, es soll ja keinen Skandal geben, nicht wahr. Dann wäre da noch der Star des Films, Guidos Muse Claudia Jenssen (Nicole Kidman), deren Abwesenheit mangels Drehbuch die Sache nicht leichter macht. Und Kostümbildnerin Lilli (Judi Dench), erfahrene Vertraute, die mit Rat und Tat nicht geizen mag. Da hat Guido für die Avancen der ihn heftig anflirtenden Vogue-Journalistin Stephanie (Kate Hudson) gar keinen Kopf mehr. Als sich dann auch noch seine Mutter (Sophia Loren) aus dem Jenseits einmischt, der Produzent wohlmeinend seinen Senf zum Film abgibt und Guido nicht ganz jugendfreie Erinnerungen an die mütterlich-aufklärend tätige Prostituierte Saraghina (Stacy Ferguson) quälen, hilft nicht mal mehr der im selben Hotel weilende Priester, auch wenn sich Guido bemüht, katholisch zu bleiben. Doch wie soll man so einen Film drehen? Wie meint Lilli so treffend: "Filmregisseur ist ein völlig überbewerteter Job. Man muss nur ja und nein sagen." Aber oft ist eben das gar nicht so einfach. Nine ist der feuchte Traum eines Filmemachers. So stellt man sich das vor: "Verfilmen wir doch die Musical-Version des Fellini-Klassikers Achteinhalb, am besten mit allen Oscar-Preisträgern, die wir so kriegen können. Daniel Day-Lewis als Fellini, Penelope Cruz in Strapsen, Kidman mit Brigitte-Bardot-Frisur und Nerz, Kate Hudson in seidenen Fransen und Netzstrümpfen, viel Schampus, schicke Sportwägen, große Bühne, alle tanzen, alle singen. Sophia Loren könnten wir eigentlich auch noch anfragen. Oder Fergie von den Black Eyed Peas. Die sieht doch auch scharf aus. Und warum drehen wir eigentlich nicht gleich in Italien? Das wird lustig!" Im Kino können eben Träume wahr werden. Das Resultat: Nine. Wem da nicht schwer italienisch zumute wird, dem kann wirklich nicht mehr geholfen werden. "Be Italian!" – mehr Glamour für alle! "Träume sind die einzige Realität", sagte Federico Fellini einst. Recht hat er.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at