Paranormal Activity 2

Horror USA 2010

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Ein aggressiver Dämon ergreift Besitz vom Haus einer zusehends verzweifelnden Familie - er will sich den einjährigen Sohn holen: Paranormal Activity, das 10.000 Dollar billige und 150 Einspielmillionen schwere Kinophänomen 2009, geht weiter - mit einer gewaltigen Steigerung.

Menschen stellen fest, dass es in ihrem Haus spukt. Sie besorgen sich Kameras, verwanzen die Bude und halten so fest, wie das Übernatürliche an den Wänden ihres gesunden Menschenverstands rüttelt - und auch wir werden Zeugen dank dieser Videoaufnahmen. Mit diesem in seiner Einfachheit bestechenden Konzept hat der Film Paranormal Activity 2009 mit einem Produktionsbudget von 10.000 Dollar satte 150 Millionen eingespielt. Teil zwei hat ein deutlich höheres Budget. Aber ausnahmsweise wird dies genutzt, um das kriechenden Grauen um ein vielfaches zu intensivieren. Dan und Kristi sind ein junges Paar, das gerade ein Baby bekommen hat - Hunter, seit Generationen der erste männliche Eintrag im Familienstammbaum. Mit Dans Tochter Ali aus erster Ehe, dem Schäferhund Abby und Martine, der Haushälterin, erlebt die Familie in ihrem schmucken Häuschen die blanke amerikanische Vorstadtidylle. Bis zu Hunters erstem Geburtstag. Da beginnt es im Haus zu spuken. Anfangs sind es unerklärliche Verwüstungen und Belästigungen aller Art: Töpfe fallen runter, es klopft innen und außen, das kennt man ja. Aber dabei bleibt es nicht. Schnell wird der Dämon derb und handgreiflich. Verletzungen folgen, schließlich wird Martine von Dan dabei erwischt, wie sie das Haus rituell von Dämonen säubern will, und wirft sie raus. Nun fallen die Attacken des Dämons immer kräftiger aus. Ali findet mit paranormaler Hilfe heraus, was der Poltergeist will: Er hat es auf Hunter abgesehen. Irgendjemand in der Familiengeschichte hat vor Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten ein Geschäft mit dem Teufel abgeschlossen, ihm im Ausgleich für Geld und Macht den ersten in der Familie geborenen Sohn zu opfern. Und weil seit damals nur Mädchen geboren wurden, ist das nun mal Hunter. Als sich die Dinge ins Unerträgliche zuspitzen und der Dämon von einem Familienmitglied Besitz ergreift, holt Dan Martine zurück ins Haus. Sie kann Hilfe anbieten: Mit einem magischen Ritual kann der Fluch auf einen anderen Familienzweig übertragen werden. Dan entschließt sich, es zu tun. Seine Wahl fällt auf Katie und Dan - deren Schicksal wir aus dem ersten Teil kennen. Selten gelingt es einem Sequel, sich so elegant mit seinem Vorgänger zu verweben. Aber nicht nur auf der Erzählebene ist PA2 ein Hit: Auch in Sachen Grusel und Schockeffekte legt Teil zwei einen drauf, wo es nur geht. Die totale Nachrichtensperre, die über den Film bis zu seinem Start verhängt wurde, hat das Internet natürlich längst unterwandert, aber bis Redaktionsschluss gab es z. B. noch keine Besetzungsliste. Das zeugt von großem Selbstbewusstsein der Filmverleiher, und es ist hier eindeutig angebracht. Horror in Topform!

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at