Nach einem Unterwasser-Beben verwandeln menschenfressende Fische aus grauer Vorzeit eine riesige Spring Break Party am See in ein verbissenes Blutbad: cooler, witziger und immer wieder ganz schön harter 3D-Trash-Horror von Alexandre Aja (The Hills Have Eyes).

Immer, wenn der Frühling anbricht, legt das gemeine amerikanische Jungvolk abstruse Bedürfnisse und Gewohnheiten an den Tag. Im März und April, zur Zeit der sogenannten Spring Break - das ist eine ein- bis zweiwöchige Pause im universitären Betrieb, quasi Frühlingsferien für Studenten -, fahren die jungen Leute in wärmere Gefilde, um sich so richtig auf Party wegzuschmeißen. Da wird gesoffen bis zum Erbrechen, es kommt zu Drogenmissbrauch und Exhibitionismus, folgerichtig lautet der Schlachtruf der Spring-Break-Feieranten entweder "Take it off!“ oder gleich "Show the tits!“, dem die Feierantinnen reichlich und gerne Folge leisten, was den Weg ebnet für die Promiskuität, von der Wikipedia in diesem Zusammenhang spricht. Kurz gesagt: Der Amerikaner lässt zur Spring Break die Sau heraus. Auch am Lake Victoria, einem ansonsten verschlafenen See inmitten einer archaischen Landschaft, an dem gerade mal 5000 Leute leben, und ansonsten das ganze Jahr über nicht groß was passiert. Allerdings ist das im Jahr 2010 anders. Da ereignet sich ein kleines Erdbeben, und danach hat sich der Grund des Sees verändert: Eine riesige Erdspalte hat sich aufgetan, man könnte fast sagen, eine Unterwasser-Schlucht - zu tief, um sie mit dem Sonar zu erkunden. Also wird ein Taucher reingeschickt. Und der entdeckt zuerst eine wirklich seltsame Art von Fischlaich und kurz darauf dessen Fabrikanten, die dann auch das Letzte sind, was er zu Gesicht kriegt. Bei den mörderisch gefräßigen Fischen handelt es sich um prähistorische Piranhas, die eigentlich - wie der örtliche Naturschrat Mr. Goodman (Christopher Lloyd) feststellt - seit drei Millionen Jahren ausgestorben sein müssten. Aber offenbar haben sie sich in einem abgeschlossenen Biotop unterhalb des Sees so lange gehalten. Und jetzt sind sie frei. Ein Fest für Kryptozoologen, aber ein Horror für die bevorstehende Spring Break Party, zu der sich bereits 50.000 enthemmte Studenten in Richtung Lake Victoria in Bewegung gesetzt haben. Noch bevor Sheriff Julie Forrester (Elizabeth Shue) sich richtig überlegen kann, ob sie den See abriegeln soll, landen bereits die ersten biergesättigten Studentenleiber mit einem Riesenplatscher in der fressfischverseuchten Suppe. Ja, und was dann kommt, kann man sich vorstellen: ein genussvolles Zelebrieren von Sex, Gewalt und guter Laune unter Wasser in 3D. Alles, was an Filmen wie Der weiße Hai und all seinen Nachfolgern jemals gut war, wird hier in moderner Form mit einem Extra-Schuss Blut zum Besten gegeben. Schwärme von prähistorischen Piranhas reißen ihre Beute, bestehend aus durchgehend gutaussehenden, rotzbesoffenen jungen Leuten, in Sekundenschnelle mit rasiermesserscharfen Zähnen in Fetzen. Das Buffet ist eröffnet - nicht nur am Strand. Und die Ordnungskräfte können wieder einmal nur hilflos zusehen … Der für harte Kost bekannte Regisseur Alexandre Aja (The Hills Have Eyes) serviert uns hier in extrascharfem 3D nicht nur einen extrem kurzweiligen Trash-Horrorfilm, sondern verneigt sich auch mit Würde vor dem Original aus 1978, das immerhin von den Kinolegenden John Sayles (Drehbuch) und Joe Dante (Regie) stammt. Was die Qualität der Hauptdarsteller betrifft, sind Trash-Ikone Eli Roth (Hostel, Inglourious Basterds), dem Oscarpreisträger Richard Dreyfuss (Der weiße Hai) und der oscarnominierten Elizabeth Shue (Hollow Man, Leaving Las Vegas) viele wohlgeformte junge Leute zur Seite gestellt - neben Jessica Szohr (Gossip Girl) und Steven R. McQueen (The Vampire Diaries) nicht zuletzt Porno-Sternchen Riley Steele.

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