Jack Reacher

Action, Krimi USA 2012

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Er redet wenig, kämpft viel und trifft immer: Jack Reacher, Ex-Elitecop und unbeirrbarer Gerechtigkeitsfanatiker. Die üblichen Verdächtigen-Autor Christopher McQuarrie schickt Tom Cruise in den Kampf gegen die Bösen. Auch mit dabei im ersten großen Action-Spektakel 2013: Rosamund Pike, Robert Duvall und - Regie-Legende Werner Herzog als Superschurke.

Ein schreckliches Verbrechen: Fünf Menschen verlieren ihr Leben, als bei einem grausamen Massaker ein Scharfschütze scheinbar wahllos auf Passanten schießt. Ein Glück, dass der heimtückische Killer aufgrund einer quasi lückenlosen Indizienkette schnell dingfest gemacht werden kann: Es ist James Barr (Joseph Sikora), ein ehemaliger Army-Scharfschütze - einer der besten. Doch weder will Barr trotz der erdrückenden Beweislast ein Geständnis ablegen, noch etwas Stichhaltiges zu seiner Verteidigung vorbringen. Das einzige, was er von sich gibt: "Holt Jack Reacher!" Als ob das so einfach wäre. Reacher (Tom Cruise wiedermal in der Heldenrolle) ist keiner, den man schnell mal auf Facebook auschecken kann - er ist ein moderner einsamer Cowboy, der mal hier, mal dort auftaucht und sein Herz weder an Dinge noch Personen hängt. Und er ist ein sehr gut ausgebildeter Fighter: Dem mehrfach ausgezeichneten ehemaligen Major einer (fiktiven) Eliteeinheit der US-Militärpolizei kann man nicht so leicht beikommen. Und man findet ihn nur, wenn er gefunden werden will. Der Fall Barr ruft ihn tatsächlich auf den Plan. Doch helfen will er Barr nicht, sondern ihn endlich seiner gerechten Strafe zuführen: Barr ist ein Killer, der einst während des Golfkriegs vier Menschen ermordet hatte und nur wegen zweifelhaften politischen Interventionen nie dafür vor Gericht gestellt worden ist. Reacher hatte damals geschworen, ihn zur Verantwortung zu ziehen, und die Gelegenheit sieht er nun gekommen. Aber logisch ist das nicht: Warum will Barr den Mann, der ihm einst Rache geschworen hat, gerade jetzt sehen, wo er in der Falle sitzt? Die fesche Anwältin Helen Rodin (Rosamund Pike), die Parrs Verteidigung übernommen hat, nährt Reachers Zweifel mit allen Mitteln. Und die Sache wird tatsächlich immer spannender: Bei dem Attentat fielen sechs Schüsse, es gibt aber nur fünf Tote. Warum schoss Barr daneben? Je länger Jack recherchiert (u. a. bei Robert Duvall als grummeligem Waffenexperten), desto mehr Zweifel gibt es an Barrs Schuld. Helens Vater Alex Rodin (Richard Jenkins), ausgerechnet der anklagende Staatsanwalt, sieht das naturgemäß anders. Und er ist nicht der einzige: Irgendjemand scheint im Hintergrund fieberhaft daran zu arbeiten, dass Jack den Fall nicht weiter untersucht - koste es, was es wolle -, und unversehens steckt unser Held mitten in einer waschechten Verschwörung, hinter der unter anderem ein berüchtigter russischer Mafiboss namens Zec (gespielt von der deutschen Regielegende Werner Herzog, herrlich!) zu stecken scheint … Ein Action-Hero, wie er im Buche steht. Und zwar wortwörtlich: Jack Reacher ist das Geisteskind des britischen Krimiautors Jim Grant, besser bekannt unter seinem Pseudonym Lee Child. Die mittlerweile 17 Jack-Reacher-Romane, allesamt Bestseller, haben dem Autor Millionen treue Leser weltweit und zahllose Auszeichnungen eingebracht - höchste Zeit, dass sich das Kino des geheimnisvollen Helden annimmt. Dass ausgerechnet Tom Cruise Jack Reacher für sich entdeckte, ist für Reacher-Fans auf den ersten Blick allerdings keine logische Entscheidung, wird doch der Roman-Reacher als blonder, blauäugiger 1,96m-Hüne beschrieben. Aber es sind wohl auch auf der großen Leinwand die inneren Werte, die zählen: Charisma-technisch kriegt der kleine, aber kernige Tom den Action-Hero locker hin. Regie führt Christopher McQuarrie, der sich als Drehbuchautor von u. a. Die üblichen Verdächtigen oder Operation Walküre einen Namen gemacht und nun auch am Regiestuhl beweisen darf, was er als Action-Dirigent auf dem Kasten hat - bei Erfolg winkt mindestens eine Fortsetzung, darüber hinaus auch die Zusammenarbeit mit Cruise beim frühestens für 2014 geplanten fünften Mission: Impossible-Abenteuer.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at