The Last Stand

Action USA 2013

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Nach dem Staatsdienst mit Mitte 60 in die verdiente Pension? Nicht mit Arnold Schwarzenegger. Das heimische Nationalheiligtum läutet unter der Regie des Korea-Kino-Imports Jee-woon Kim mit gehörigem Wumms sein Leinwand-Comeback ein. Obacht: He's the Sheriff!

Sommerton Junction: letztlich auch nur ein anderes Wort für ruhige Kugel. Nach zermürbenden Jahren beim Drogendezernat von L. A. hat sich Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) in nämliches Städtchen an der US-mexikanischen Grenze versetzen lassen, um dort als Sheriff nach dem Rechten zu sehen - eine unstressige Aufgabe, die über das Ermahnen von Falschparkern und das Zurechtweisen der ortsbekannten Ballermänner selten hinausgeht. Vorruhestand im Niemandsland also? Eher schon die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Bald sehen sich Owens und seine Deputies mit sonderbaren Geschehnissen konfrontiert, die mit dem Auftauchen einiger unguter Zeitgenossen zusammenhängen - und sich als Vorboten noch größeren Unheils herausstellen: Der Drogenbaron Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) ist nach einer wagemutigen Flucht auf freiem Fuß und brettert in seiner aufgemotzten Corvette mitsamt Geisel (Genesis Rodriguez) quer durch die USA, die Landesgrenze im Visier. Von einem FBI-Topchecker (Forest Whitaker) erfährt Owens, dass die Route von Cortez just durch Sommerton führen wird, wo sich dieser kurzerhand eine eigene Grenzübergangsbrücke errichten hat lassen. Nachdem sich eine Straßenblockade nach der anderen als wirkungslos erweist, ruht die letzte Hoffnung, den Bösling doch noch aufhalten zu können, auf den Schultern von Owens und seinen Getreuen. Die verwegene Truppe, zu der sich zudem ein von Jackass Johnny Knoxville interpretierter Waffennarr gesellen darf, bereitet sich also auf das letzte Gefecht vor ... He'll be back - und wie: Nach zehn Jahren ohne Hauptrolle (zuletzt: Terminator 3) und zwei Amtsperioden als Governator von Kalifornien läutet The Last Stand mit gewaltigem Karacho den dritten Frühling des Arnold Schwarzenegger ein. Wie schon in seinen beiden Expendables-Kurzauftritten kokettiert er auch hier mit seinem Status als Action-Urgestein: die allzu knarrenden Knochen kommentiert das Granitgesicht mit pointierter Lakonie - was durchaus eine Nähe zu Clint Eastwoods Altersschaffen erkennen lässt. Dass man The Last Stand nicht nur als selbstironisches Spätwerk in Erinnerung behalten wird, ist Regisseur Jee-woon Kim zu verdanken, der als erster der zentralen Player des koreanischen Filmwunders der Nuller Jahre in der Traumfabrik angeheuert hat und seinen Western-informierten Hollywood-Einstand mit großer Könnerschaft von einer atemraubenden Action-Ausschweifung zur nächsten dirigert. Wenn dann Arnie am Ende noch dazu ganz oldschoolig die alten und altbewährten Fäuste sprechen lassen muss, ist das schließlich eine besonders schöne Pointe eines großteils überzeugenden Comebacks.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at