Pitch Perfect

Komödie USA 2012

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Wettsingen von der witzigen Sorte: Anna Kendrick im Zentrum einer Komödie um rivalisierende A-cappella-Gruppen am College. Stimmgewaltig im Background: die unvergleichliche Rebel Wilson, die stocksteife Anna Camp und Elizabeth Banks als boshafte Kommentatorin der Singspiele.

College statt L.A. Beca (Anna Kendrick) zieht nicht umsonst einen Schnof bei ihrer Ankunft am Barden College, denn eigentlich sieht sie sich als D.J. in Los Angeles. Ihre Beats und Mash-ups würden die West Coast aufmischen, garantiert. Aber, Papa (John Benjamin Hickey, The Big C) ist immerhin Professor hier und labert was von "lern amal was gscheits, D.J. kannst dann immer noch werden." Also hängt Becka fürs erste hier fest. In puncto Zimmerkollegin hat sie nicht wirklich das große Los gezogen, aber egal, wenn sie sich unter ihren Kopfhörern und hinter ihrer professionellen Ausrüstung versteckt, nervt das College gleich ein paar Takte weniger. Wenn nur der Papa nicht wäre. Der stampert das Töchterchen nämlich gnadenlos raus aus der Stube und hinein in den Teil des College-Alltags, den Beca am liebsten überhaupt ausblenden würde: Cliquen, Gruppen, Verbindungen. Cheerleader oder Sportskanonen, Grufties oder Genies - Beca will nirgends dazugehören, sie will nur weg und Musik machen. Ein kurzer Hoffnungsschimmer flackert auf: Gibts hier am Barden College tatsächlich D.J.s? Pech gehabt, die D.J.s stellen sich bei näherer Betrachtung als Deaf Jews heraus, und das ist leider auch nicht der schräge Name einer aufstrebenden College-Band, sondern es sind wirklich taube Juden. Titanium. Gerade als Beca endlich was findet, das nicht komplett peinlich ist - sie hilft beim College-Radiosender aus - ereilt sie doch noch das Cliquen-Schicksal. Hätte sie nur nicht unter der Dusche diesen David-Guetta-Hit gesungen ... So aber wird Chloe (Brittany Snow) auf sie aufmerksam und schafft es tatsächlich, sie zur Teilnahme am Casting für die A-cappella-Gruppe The Barden Bellas zu überreden. Ein Vorsingen und ein schräges Aufnahmeritual später ist Beca eine Bella. Oder anders ausgedrückt: Auch so eine die sich einer Ansammlung von Außenseitern zwecks gemeinsamer Ausübung eines grenzwertigen Hobbies angeschlossen hat. Gruppendynamisches Halstuch inklusive. Cool ist anders. Dass es wettbewerbsmäßiges A-cappella-Singen überhaupt gibt, ist an sich schon bemerkenswert. Dass es am Barden College gleich zwei rivalisierende Gruppen gibt, erst recht. Und Beca ist nicht bei der Star-Truppe gelandet, das sind nämlich The Treblemakers, ein Männergesangsverein unter dem Vorsitz des sich selbst und seinen Zeitvertreib beängstigend wichtig nehmenden Bumper (Adam DeVine). Doch auch bei den Bellas wird nicht aus Spaß an der Freude gesungen: Die Bellas-Übermutter Aubrey (Anna Camp, True Blood) ist nicht nur eine gnadenlose Traditionalistin, sie duldet auch absolut keinen Widerspruch. Ihren kreativen Input kann sich Beca in die Haare schmieren, dauernd kracht sie mit Aubrey zusammen, etwa weil die uralte Setlist unter gar keinen Umständen überarbeitet werden darf, auch wenn sich das Publikum schon vor Langeweile auf seinen Sitzen windet. Arme Aubrey, dabei ist sie doch nur so verbissen, weil ein demütigendes A-cappella-Trauma aus dem Vorjahr sie zwickt ... Let's Talk About Sex, Baby. Reden ja, aber mit Sex schauts schlecht aus für Beca, denn ihr Herzbube Jesse (Skylar Astin) ist ein Treblemaker - und eine von Aubreys Regeln besagt, dass Feindkontakt unter allen Umständen zu vermeiden ist. Immerhin gehts um die landesweite College-A-cappella-Meisterschaft. Trotz aller internen Misstöne schaffen es die Bellas - nicht zuletzt dank Becas Improvisationstalent - über die Regionals ins Finale des Wettbewerbs. Doch dort wird man ohne Beca gegen die Treblemaker bestehen müssen, denn die hat genug von Aubreys schwachsinnigen Vorschriften und widmet sich lieber ihrem Radio-Job ... Please Don't Stop The Music. In bester Glee-Manier vereint Pitch Perfect liebenswert-schräge Außenseiter und fetzig arrangierte Ohrwürmer diverser Stile und Jahrzehnte zu einer kurzweiligen Campus-Komödie, der man gerne verzeiht, dass nicht jeder Schmäh den guten Ton trifft. Absolut hinreißend und der heimliche Star der Mädels ist übrigens Rebel Wilson (Brautalarm) als Fat Amy: beim Cardio-Training unbrauchbar, aber als Stimmungskanone unverzichtbar.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at