Pain & Gain

Action-Komödie USA 2013

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Mark Wahlberg, Dwayne Johnson und Anthony Mackie als Muskelmänner mit hohler Birne: Das Trio träumt vom großen Geld, bringts aber nur zu Entführung, Erpressung, Folter und Mord. Brutal-irrwitziger Mix aus Action und True Story, pompös inszeniert von Michael Bay.

Miami Heat. Keine Frage, die schwül-heißen Sommer von Miami können auch den vernünftigsten Menschen auf dumme Gedanken bringen: Völlig losgelöst bestellt man noch ein, zwei Mojito. Den Kater am nächsten Tag muss man dann eben mit Würde durch die Gluthitze tragen - ein Café Cubano machts wieder gut. Aber ob man das, was sich in den Neunzigern in Miami abgespielt hat und wovon dieser Film genüßlich erzählt (wenn auch nicht immer ganz den tatsächlichen Ereignissen verpflichtet), wirklich den gaga-machenden tropischen Temperaturen zuschreiben kann? Schon eher vermutet man eine bedauerliche Mischung aus Gier, Selbstüberschätzung und Dummheit hinter den Verbrechen der Sun Gym Gang. Der Guru. Sagen wir, es beginnt damit, dass sich Muskelprotz Nr. 1, Daniel Lugo (Mark Wahlberg), wegen Betrugs hat er einige Zeit hinter Gittern verbracht, von einem Motivationstrainer (Hangover-Witzfigur Ken Jeong) einreden lässt, ein Macher zu sein, einer, der die Dinge selbst in die Hand nimmt. Neben Hanteln hat Fitnesstrainer Lugo jedoch zur Zeit nur überfällige Rechnungen in Händen. Da trifft es sich gut, dass er sich mit Muskelprotz Nr. 2 anfreundet, dem impotenten Bodybuilder auf Steroiden Adrian Doorbal (Anthony Mackie). Komplett ist das später als Sun Gym Gang bekannte Trio mit Muskelprotz Nr. 3: Paul Doyle (Dwayne Johnson), ebenfalls frisch aus der Haft entlassen, kokainabhängig, hat erst Vorbehalte aufgrund plötzlich ausgebrochener Religiosität, lässt sich von Lugos Vorhaben schließlich aber doch überzeugen. Der Plan. Im Sun Gym trainiert Lugo seit kurzem einen gewissen Victor Kershaw (Tony "Monk" Shalhoub), dessen Lebenstil genau Lugos Vorstellungen vom American Dream entsprechen würde. Man will Kershaw also entführen und um sein Vermögen erpressen. Irgendwie, mehr schlecht als recht, haut das letztlich auch hin, aber um ehrlich zu sein: Die Sun Gym Gang ist von Anfang an dümmer als die Polizei erlaubt. Zimperlich ist man hingegen gar nicht: Kershaw wird wochenlang festgehalten und gefoltert, soll am Ende sogar - er hat seine Entführer schließlich längst erkannt - umgebracht werden. Doch Kershaw ist zäh, er überlebt. Der Untergang. Kershaws Vermögen ist schnell aufgebraucht, Doyle ist mit der Besorgung von Nachschub im Alleingang ordentlich überfordert und entkommt nur knapp - und um eine Zehe kürzer - den Cops. Schnell haben unsere drei Helden ein neues Entführungsopfer im Visier, Sex-Hotline-Betreiber Frank Griga (Michael Rispoli). Bei der Umsetzung ihres zweiten Coups stellen sie sich ähnlich professionell an wie bei Kershaw. Und spätestens, als sich die Leichen zu stapeln beginnen, ist das Ende der Sun Gym Gang nur noch eine Frage der Zeit ... Er kann auch anders. Michael Bay ist zurück in Miami, dort, wo er 1995 mit seinem Spielfilmdebüt Bad Boys seinen Ruf als großspuriger Filmemacher begründet hat. Der mittlerweile vierfache Transformers-Regisseur (Teil 4, mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle, poltert im Sommer 2014 durch die Kinos), der normalerweise auf Budgets jenseits der 150-Millionen-Dollar-Marke Zugriff hat, wurde für Pain & Gain bescheiden: Weniger als 30 Mille solls gekostet haben, auch, weil Wahlberg, Johnson und Bay selber auf ihre Gagen verzichtet haben (zugunsten von Gewinnbeteiligungen). Auf überirdische Special Effects muss das Publikum diesmal verzichten, ansonsten ist Pain & Gain aber ein echter Bay: Softies gehen besser Minigolfen statt ins Kino, hier tropfen Coolness und Style, Testosteron und Steroide aus jedem Filmkader.

Weitere Informationen zum Film

www.skip.at